Egbert Hayessen

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Standhaft gegen den Terror

Walküre: Widerstandskämpfer des 20. Julis verlebte seine Jugend in Gensungen


Zum Kreis derer, die dem braunen Terror ein Ende machen wollten, gehören auch zwei Männer, die aus dem Schwalm-Eder-Kreis stammten oder dort aufgewachsen waren: Egbert Hayessen und Hans John. Am 15. August 1944 wurde Major Egbert Hayessen in der Haftanstalt Plötzensee erhängt. Das Urteil über ihn hatte Roland Freisler, der Vorsitzende des Volksgerichtshofs, gesprochen. Seine unrühmliche Karriere hatte ihn 1924 auch nach Homberg geführt, wo er kurze Zeit als Assessor tätig war.


Einen Teil seiner Jugend hatte Hayessen in Gensungen verbracht. 1913 war er in Eisleben geboren worden. Als Achtjähriger kam er nach Gensungen. Seine Familie hatte nach dem Ersten Weltkrieg ihren Besitz in Collin (Posen-Westpreußen) verloren. Vater Ernst Hayessen arbeitete nun als Gutspächter der Staatsdomäne Mittelhof. Eine steile militärische Karriere führte ihn nach Berlin. Am 1. November 1943 wurde Hayessen zum Allgemeinen Heeresamt nach Berlin versetzt. Dort gehörte er zum Stab von General Olbricht, einem der führenden Männer des 20. Juli. Im April 1944 wechselte er zum Oberkommando des Heeres.


In dieser Zeit knüpfte Hayessen viele Kontakte zu hochrangigen Militärs. Freundschaftliche Beziehungen gab es unter anderem zur Familie von Stauffenberg, die am Mittelhof gut bekannt war. Hayessen war während seiner Berliner Zeit unter anderem Adjutant des seit 1940 amtierenden Berliner Stadtkommandanten Paul von Hase. Von Hase war in die Pläne der Operation „Walküre“, der Machtübernahme der Wehrmacht nach Hitlers Beseitigung, voll integriert. Er gehörte bereits seit 1938 zu einem Kreis von Verschwörern, die einen Krieg verhindern wollten.


Spätestens ab dem 15. Juli 1944 war Egbert Hayessen voll in die Pläne der Widerstandsgruppe eingeweiht und hatte bestimmte Aufgaben für den Tag „X“ übernommen. So war er an den Vorbereitungen zur Besetzung des Rundfunkgebäudes, des Telegraphenamtes und des Hauptfernsprechamtes sowie an der Verhaftung von etlichen Reichsministern und der Besetzung der Ministerien beteiligt. Hayessen sollte sogar den Reichsführer-SS, Heinrich Himmler, festnehmen, wenn er in die Bendlerstrasse komme. Nach den Plänen der Widerstandskämpfer sollte das Wachbataillon von Hases das Regierungsviertel in der Wilhelmsstraße absperren und Knotenpunkte der Nachrichtenübermittlung besetzen.


Noch in der Nacht zum 21. Juli wurde Hayessen als einer der Ersten verhaftet. Seine Verhandlung am 15. August 1944 vor Freislers Volksgerichtshof führte direkt zum Henker. Auch während der erniedrigenden Verhandlungsführung Freislers soll er kühlen Kopf bewahrt haben.


Städte und Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis
WappenSchwalmEderKreis.jpg

Bad Zwesten | Borken | Edermünde | Felsberg | Frielendorf | Fritzlar | Gilserberg | Gudensberg | Guxhagen | Homberg | Jesberg | Knüllwald | Körle | Malsfeld | Melsungen | Morschen | Neuental | Neukirchen | Niedenstein | Oberaula | Ottrau | Schrecksbach | Schwalmstadt | Schwarzenborn | Spangenberg | Wabern | Willingshausen

Drittes Reich