Ederauen-Radweg

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Hatzfeld steht vor dem Lückenschluss

HNA-Interview: Bürgermeister Uwe Ermisch zum Radwegebau - Ab Sommer 2007 werden die Fahrräder rollen können

Hatzfeld. Wahrscheinlich ab dem nächsten Sommer ist der Radweg im Hatzfelder Stadtgebiet komplett befahrbar. Darüber informierte Hatzfelds Bürgermeister Uwe Ermisch im HNA-Interview zum Radwegebau. Dabei stellte er das Konzept für die verschiedenen Bauabschnitte vor.

Herr Ermisch, der Lückenschluss des Ederauen-Radweges wird von verschiedenen Touristikverbänden, Bürgern und Politikern vehement gefordert. Wie ist der aktuelle Sachstand?

Ermisch: Vor wenigen Tagen sind die ersten zwei Abschnitte innerhalb der beiden Flurbereinigungsverfahren in Hatzfeld und Reddighausen ausgebaut worden. Der erste Abschnitt ist die grundlegende Sanierung des Weges von der Ortslage Hatzfeld in Richtung Bootshaus/Kanuclub. Der zweite Abschnitt ist der neu gestaltete Weg vom Standort der Kläranlage bei Reddighausen bis zur Stadtgrenze bei Dodenau (Hobe).

Über wie viele Kilometer wird sich der neue Ederauen-Radweg im Hatzfelder Stadtgebiet erstrecken?

Ermisch: Über 14 Kilometer.

Die markantesten Bauwerke sind die Ederbrücken bei Holzhausen und beim Reddighäuser Hammer sowie der Eisenbahntunnel zwischen Reddighausen und Dodenau. Warum kommen sie für einen Radweg nicht in Betracht?

Ermisch: Der Sanierungsaufwand ist zu hoch. Auch wenn für viele Bürgerinnen und Bürger kein großer Sanierungsaufwand sichtbar ist, so sind die vorgegebenen notwendigen Arbeiten im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht mit Kosten in einer sechsstelligen Größe verbunden. Hinzu kommt die Forderung der Deutschen Bahn AG, für den Erwerb der Bahnlinie rund 350.000 Euro haben zu wollen, die von keiner Seite bezuschusst werden. Nicht nur die beiden Brücken und der Tunnel stellen einen nicht unbeträchtlichen Bauaufwand da, sondern auch die vielen kleineren Durchlässe (rund 40 Stück) für Gewässerkreuzungen und Bachläufe.

Welche bautechnische Möglichkeit sehen Sie, die Eder bei Holzhausen mit dem Fahrrad überqueren zu können?

Ermisch: Ein so genannter Sommersteg, der im Frühjahr aufgebaut und im Herbst wieder abgebaut wird. Eine ähnliche Brückenkonstruktion steht in Bad Berleburg-Arfeld und dient ebenfalls als Radwegebrücke.

Welche Steigungen muss der Radler überwinden?

Ermisch: Die größten Steigungen sind im Bereich Bootshaus/Ortslage Hatzfeld und im Bereich Heiligenberg in der Gemarkung Holzhausen. Ich schätze, dass hier Steigungen über 300 Meter mit der Überbrückung von 20 Höhenmetern zu bewältigen sind.

Wird die Stadt Hatzfeld ein Konzept zur Darstellung des Ederauen-Radwegs in ihrem Bereich entwickeln?

Ermisch: Das Konzept ist vorhanden. Im Rahmen der Flurbereinigungen Reddighausen und Hatzfeld sind in diesem und werden im nächsten Jahr folgende Wege zu Radwegen ausgebaut:

Für den Bereich Oberau Hatzfeld bis zur nordrhein-westfälischen Landesgrenze wird zur Zeit das Baurecht geschaffen. Dieser Weg wird im nächsten Jahr gebaut. Die Flurbereinigungsbehörde (Amt für Bodenmanagement) hatte zwar die Absicht, diesen Weg auch in diesem Jahr noch zu bauen, aber es scheiterte an so genannten Bauerlaubnisverträgen mit einigen Landwirten. Somit kann erst im nächsten Jahr nach der Schaffung des Baurechts und der förmlichen Ausweisung dieses Weges gebaut werden.

Für den Bereich Hatzfeld - Holzhausen ist ein Vertrag mit Hessen-Forst in Vorbereitung, der das Wegerecht sichert. In der jüngsten Magistratssitzung wurde der Vertragsentwurf beschlossen. Ein Ausbau dieses Teilstückes soll bis zum kommenden Frühjahr erfolgen.

In der Gemarkung Reddighausen ist der Weg sowohl oberhalb der ehemaligen Eisenbahnlinie wie auch durch die Ederaue hergestellt. Das letzte Teilstück von der Ederbrücke bis zur Kläranlage bei Reddighausen soll ebenfalls im kommenden Jahr hergestellt werden, wenn die Bauarbeiten an der Kläranlage abgeschlossen sind.

Inwieweit wird die örtliche Gastronomie dabei einbezogen?

Ermisch: Da der Radweg sowohl die Ortslagen von Hatzfeld wie auch von Reddighausen erschließt und Holzhausen über die Verlängerung des so genannten Brückenweges angebunden ist, ist die örtliche Gastronomie mit einbezogen. Sobald der Weg in seiner ganzen Länge befahrbar und ausgeschildert ist, ist mit der örtlichen Gastronomie das weitere Vorgehen abzustimmen: Angebotserweiterung für Radfahrer/Hinweisbeschilderung/Werbung etc.

Wie hoch sind die Gesamtkosten für das Bauprojekt? Wer trägt die Kosten?

Ermisch: Der Wegebau in den Flurbereinigungsverfahren wird mit 90 Prozent vom Land bezuschusst. Die restlichen zehn Prozent werden über kostengünstige Landesdarlehen finanziert. Die Kosten für den Wegebau in den beiden Flurbereinigungsverfahren belaufen sich auf rund 280.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Herstellung des Waldweges zwischen Hatzfeld und Holzhausen, hier wird der Aufwand auf 30.000 bis 40.000 Euro geschätzt. Des weiteren ist an Hessen-Forst für die Wegenutzung eine jährliche Nutzungsentschädigung zu zahlen. Für den Ausbau des Waldweges erhoffen wir uns noch Zuschüsse vom Landkreis.

Wann werden die ersten Fahrräder auf dem neuen Radweg im Hatzfelder Stadtgebiet rollen können?

Ermisch: Voraussichtlich im kommenden Sommer 2007.

Von Klaus Jungheim (HNA; 27. September 2006)