Edelherren von Schoeneberg

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In der Geschichte des nördlichsten Hessen traten im Hochmittelalter die Edelherren von Schoeneberg (auch: von Schonenberg) hervor.

Geschichte

Aus der Stammliste

Als Stiftsvögte von Neuenheerse und Paderborner Lehnsmannen besaßen die Schöneberger Edelherren im Reinhardswald bereits zum Ende des 11. und zum Anfang des 12. Jahrhunderts bedeutenden Grundbesitz.

Stammvater war Haold von Eberschütz, der in einer Urkunde des Klosters Helmarshausen aus dem Jahre 1089 genannt wird. Auf ihn folgten seine Söhne Konrad, Robert und Berthold, der sich ab etwa 1170 "Berthold von Schoeneberg" nannte.

Auf Berthold I. (Vogt des Damenstifts in Neuenheerse und Vizevogt Heinrichs des Löwen in der Abtei Helmarshausen) folgten sein Sohn Konrad I. sowie dessen Sohn Bertold II., der Adelheid (auch: Alheid) von Dassel heiratete. Adelheid aus dem Geschlecht der Grafen von Dassel war eine Tochter des Grafen Ludolf II. von Dassel. Zu ihrer Aussteuer gehörten die Rechte über mehrere Orte, darunter Hümme, Ostheim oder Gut Dinkelburg bei Körbecke. Damit erweiterte sich 1212 die Basis der Schöneberger Herrschaft beträchtlich.

Auf Berthold II. folgte dessen Neffe, Konrad II., der für das Erzbistum Mainz ein wichtiger Lehnsmann war und dem der mainzische Erzbischof Siegfried III. 1240/41 die Burghut auf dem Schöneberg und zu Gieselwerder anvertraute.

Streitigkeiten mit der mainzischen Herrschaft in der Stadt Hofgeismar führten zur Zeit von Konrad III. im Jahre 1249 zu einer bewaffneten Auseinandersetzung, in der sich die Stadt Hofgeismar durchsetzte. Einige Jahrzehnte später im Jahre 1303 mußte Konrad V. in einem erneuten Sühnetermin dem Erzstift Mainz sogar das Öffnungsrecht für den Schöneberg und die um 1300 erbaute Burg Trendelburg einräumen. Dennoch blieben die Edelherren von Schoeneberg, nicht zuletzt aufgrund ihres umfangreichen Allod- und Lehnsbesitzes, bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1428 ein politischer und wirtschaftlicher Machtfaktor im Gebiet des Reinhardswalds.

Auf Konrad V. (1302–1370), der mit Helena von Schwalenberg verheiratet war, folgte sein Bruder Konrad VI. (1302–1372), danach Burkhard I. (1348–1417). Als letzter der Herren von Schoeneberg wird in alten Urkunden der Edelherr Heinrich II. von Schoeneberg genannt, der 1428 (nach anderer Darstellung 1419) ohne männliche Erben verstarb.

Quelle:


Besitz und Einfluss

Auf der Burg Trendelburg

Der Schöneberg bei Hofgeismar beheimatete einst die "Burg Schöneberg" (auch: Schoeneberg oder Schonenburg), die hier im Auftrag von Graf Hermann von Winzenburg im Jahre 1151 auf dem damals noch unbewaldeten Berg errichtet wurde.

Als Graf Hermann nur kurze Zeit nach der Errichtung der Burg ermordet wurde, war ein Teil der Burg der Sitz der Herren von Eberschütz, deren Herrschaft sich zunächst über einen Teil des Diemel- und Essetals erstreckte und die sich später "von Schoeneberg" nannten. Den anderen Teil der Burg und des Territorialbesitzes erbten die verwandten Grafen von Dassel.

Als erster wurde der Edelherr Berthold von Eberschütz vom Erzstift Mainz mit der Burg Schöneberg belehnt. Zur weltlichen Macht der Mainzer Bischöfe im Bereich von Diemel und oberer Weser gehörte seinerzeit auch die nahe der Stadt Hofgeismar gelegene Schutzburg.

Durch Streitigkeiten mit der mainzischen Herrschaft in der Stadt Hofgeismar verloren die Edelherren von Schöneberg allerdings ihren dortigen Besitz und Einfluss. 1272 wurde die Schöneburg auf Druck der Stadt Hofgeismar an das Erzbistum Mainz verkauft. Daraufhin wichen die Schöneberger auf die Trendelburg aus und versuchten durch Rodungen am Ostrand des Reinhardswalds wieder zu Eigenbesitz und Vogteirechten zu kommen. In dieser Zeit entstanden acht Siedlungen, darunter die nicht mehr existenten Siedlungen Horode und Herboldissen nahe dem heutigen Veckerhagen.

Nachdem im Jahre 1300 die Burg Trendelburg ohne Zustimmung des Paderborner Erzbistums auf dem linken Diemelufer errichtet worden war, suchte Konrad von Schöneberg Rückhalt bei dem damaligen Erzbischof Gerhard II. von Mainz, dem er 1303 seine Burgen öffnete.

Im Jahre 1304 beurkundete der Edelherr Konrad von Schöneberg, dass der Ort Vaake an der Weser zum Kloster Hilwartshausen gehöre. Zwei Schwestern von Konrad IV. - Gisela und Adelheid - waren Nonnen des Klosters.

Nach dem Tod des letzten Schoenberger Edelherrn, Heinrich II., kaufte Landgraf Ludwig I. von Hessen im Jahre 1429 die verbliebenen Güter an der Diemel.

An die ehemalige Burg unweit des heutigen Dorfes Schöneberg erinnern heute nur noch wenige Überreste der ehemals umfangreichen Burganlage. Im Jahre 1589 sollen die letzten Steine der Burg bei der Errichtung des Mauerparks am Fuße der Sababurg Verwendung gefunden haben.

Schöneberger Hof

Am Schöneberger Hof in Gottsbüren

Spuren der "Schönerberger Dynastie" finden sich auch in dem Örtchen Gottsbüren, mitten im Reinhardswald gelegen. Der urspünglich zur Grafschaft der Grafen von Dassel gehörende Ort kam im Jahre 1272 zum Erzbistum Mainz und wurde weitere 60 Jahre später dem Kloster Lippoldsberg übertragen.

Der ursprüngliche Hof der Edelherren von Schöneberg - woran heute die Straßenbezeichnung "Am Schöneberger Hof" erinnert - war ab 1328 der Klosterhof eines Filialklosters des Lippoldsberger Klosters.

Literatur

siehe auch

Weblinks