Ecopfad Kulturgeschichte Wolfhagen

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Eco-Pfad Kulturgeschichte Wolfhagen

Der Eco-Pfad Kulturgeschichte Wolfhagen führt in die Umgebung der Stadt Wolfhagen (gegründet um 1226) im Landkreis Kassel.

Der rund acht Kilometer lange Eco-Pfad, Bonifatiusweg genannt, führt vom Bahnhof über den Judenbrunnen nach Elmarshausen, von dort über den Schützeberg und die Papiermühle Scheuermann zum Ofenberg und zurück zum Bahnhof.

Eco-Pfad - Stationen

Stationen sind der ehemalige Standort des rituellen Tauchbads der jüdischen Gemeinde, die Spuren des mittelalterlichen Dorfs Langel (erstmals 1015 erwähnt), das Wasserschloss Elmarshausen, der Schützeberg (ehemals der Standort der älteste Kirche im Wolfhager Land), die Schützeberger Mühle, die "Kolonien" sowie die Vertriebenengedenkstätte am Ofenberg.

Ehemalige jüdische Gemeinde

An der ehemaligen Mikwe der Jüdischen Gemeinde in Wolfhagen

Bis 1938/ 39 bestand in Wolfhagen eine jüdische Gemeinde, deren Geschichte vermutlich bis zum Mittelalter zurückgeht. Eine neuzeitliche Gemeinde entstand im 17. Jahrhundert, der im 19. Jahrhundert bis zu 258 Personen (im Jahre 1861) angehörten. Etwa 40 Wohnhäuser waren in dieser Zeit in jüdischem Besitz, die alle im Zentrum der Stadt lagen. An Einrichtungen bestanden eine Synagoge, eine jüdische Schule (Elementarschule/ öffentliche israelitische Volksschule bis 1933), ein rituelles Bad (unter dem Schulhaus) und ein jüdischer Friedhof in der Wilhelmstraße.

In der Mittelstraße unweit vom Marktplatz und von der Stadtkirche entfernt, stand die Synagoge, die 1938 zerstört und in Brand gesetzt wurde. Die Tora-Rolle, die fünf Bücher Moses und die Psalmen wurden geschändet und durch die Gassen in die Landgrafenstraße geschleift. 51 Menschen wurden wegen ihres jüdischen Glaubens zu Unrecht verfolgt, vertrieben, deportiert und getötet.

1834 entstand das rituelle Tauchbad (hebräisch: Mikwe) der jüdischen Gemeinde von Wolfhagen. Die Stelle wird auch "Hölzertrögerborn" genannt. Die Gemeinde hatte im Jahr zuvor den Maurermeister Hölzer aus Ehringen mit dem Bau beauftragt. Das Bad war 25 Jahre im Gebrauch, bevor das Gebäude des alten Bades 1859 abgerissen wurde. Es wurde dann in die Judenschule (Gerichtsstr. 3) verlagert. Dort bestand es bis 1934.

Brücke bei Elmarshausen

Elmarshausen

Das Wasserschloss Elmarshausen stammt aus dem 13. Jahrhundert und liegt im gleichnamigen Stadtteil von Wolfhagen.

Die urkundlichen Erwähnungen einer Siedlung finden sich in den Jahren 1123 (als Egelmareshusen), 1150 (als Elimareshusen), 1255 (als Eilmarshusen) und 1314 (als Elmershusen).

Nach den Herren von Helfenberg und von Gudenberg erhielt Hermann von der Malsburg das Gut 1534 zu Lehen, das seither in Familienbesitz ist. Von der Malsburg ließ die Burg der Herren von Gudenberg zum Schloss umbauen.

Schloss Elmarshausen entstand im Stil der so genannten Weserrenaissance. Deutlich wird dies u. a. an der teilweise erhaltenen Ostfassade des Schlosses, deren Zwerchhäuser mit Halbkreisaufsätzen ("welsche Giebel") abschließen. Elmarshausen ist damit das südlichste Beispiel dieses Baustils.

Verschiedene Umbauten des 18. und 19. Jahrhunderts veränderten die 1563 abgeschlossenen Arbeiten. Die renaissancezeitlichen Giebel wurden teilweise durch flache Dreiecksgiebel ersetzt.

Schloss Elmarshausen war als Gutsbezirk selbstständig und ist seit 1928 ein Stadtteil von Wolfhagen. Die Schlossanlage beherbergt heute ein bedeutendes Trakehnergestüt.

Schützeberg

Der Schützeberg zwischen Wolfhagen und Nothfelden - ein zentraler Ort des Eco-Pfads Kulturgeschichte Wolfhagen.

Auf dem Schützeberg, zwischen Wolfhagen und Altenhasungen und an der fränkisch-sächsischen Sprachgrenze gelegen, stand in früheren Jahren die Erzpriesterkirche St. Peter, eine der ältesten Kirchen in Hessen.

Als ehemals weithin bekannter Wallfahrtsort hat der Schützeberg eine wichtige Bedeutung für die Geschichte und Kultur des Wolfhagener Landes.

Obwohl die Petrikirche auf dem Schützeberg vermutlich schon 752 oder sogar vorher erbaut wurde - wobei es sich zunächst nur um einen Holzbau gehandelt haben dürfte -, stammt die erste urkundliche Erwähnung erst aus dem Jahr 1074, als Erzbischof Siegfried II. von Mainz die Kirche dem neu gegründeten Stift und späteren Benediktinerkloster Hasungen schenkte.

In der Reformation 1526/27 wurde die Kirche aufgegeben und der Sitz der Pfarrei nach Altenhasungen verlegt. Danach verfiel die Kirche zunehmend und ihre Reste wurden abgebrochen.

Papiermühle Schützeberger Hof

Die Papierherstellung im Wolfhager Land begann 1619, als die Familie von der Malsburg den Papier­macher Matthias Schuerman aus Lemgo berief. Er gründete nahe Schloss Elmarshausen eine Papiermühle an der Erpe. Seine Söhne führten sie weiter und bauten weitere Betriebe auf und seine Nachfahren übten das Handwerk bis in die 1830er Jahre aus. Als maschinell hergestelltes Papier aus Holz billiger war, wurde die Papiermühle unrentabel und zu einem landwirtschaftlichen Betrieb umgewandelt.

Vom Bauwerk sind keine Überreste erhalten. Neben dem Friedhof liegende Schutthaufen zeigen ihren Standort an. Sie stammen vom Abbruch der Mauern im späten 16. Jahrhundert. Die Kirchenstätte ist ein geschütztes Bodendenkmal.

Philippinenburg, -dorf und -thal

Nach dem Siebenjährige Krieg lag die Fläche der heutigen Gemarkungen Philippinendorf, – thal und –burg fast nur noch brach. Solche Brachflächen ließ Landgraf Friedrich II. erfassen, um sie neu zu besiedeln.

Die neuen Siedler wurden begünstigt durch eine mehrjährige Befreiung von Steuern und Kriegsdienst und wurden außerdem mit Startkapital zum Hausbau und für die Anschaffung von Vieh ausgestattet. Allerdings mussten die Siedler Kenntnisse in der Landwirtschaft vorweisen und einen guten Leumund nachweisen. So entstanden bei Wolfhagen die drei „Philippinen-Kolonien“, benannt nach der zweiten Frau des Landgrafen, Philippine von Brandenburg-Schwedt.

Vertriebenen-Gedenkstätte

Der Bund der Vertriebenen errichtete 1955 am Ofenberg eine Gedenkstätte. Sie erinnert an die verlorene Heimat und an die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation. Das Mahnmal besteht aus drei Steinkreuzen und zwölf Steinen, die die Heimatländer der Vertriebenen bezeichnen.

Als Folge des verlorenen Kriegs wurden rund 15 Millionen Deutsche u. a. aus Ost- und Westpreußen, Schlesien, Pommern und dem Sudetenland vertrieben. Sie fanden Aufnahme in den westdeutschen Ländern. Da in den Ortschaften meist keine leer stehenden Häuser zur Verfügung standen, mussten sie in den bestehenden Haushalten vorübergehend Unterkunft finden. Verschiedene Förderprogramme halfen, den Heimatvertriebenen eine neue Existenz in Wolfhagen aufzubauen und damit den Prozess der Integration zu erleichtern.

Wüstung Langel

Eine Urkunde von 1015 erwähnt das Dorf Langel zum ersten Mal. Weitere Nennungen sind 1074 als Langele, 1151 als Langelach, 1268 als Lanchele und 1554 als Langeln. Zum Dorf gehörte eine Mühle, die heute auf der anderen Straßenseite als Wirtschaftshof fortbesteht.

siehe auch

Weblinks