Eco-Pfad Muschelkalk

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Eco-Pfad Muschelkalk - Hinweistafel

Der Eco Pfad Muschelkalk verläuft als Rundweg über die Höhezüge und durch das Diemeltal zwischen Lamerden, Körbecke und Ostheim.

Inhaltsverzeichnis

Auf Tauchgang im Muschelkalkmeer

Mit dem länderverbindenden Eco-Pfad Muschelkalk im Diemeltal zwischen Lamerden, Körbecke und Ostheim begeben sich die Besucherinnen und Besucher auf den Boden eines ehemaligen subtropischen Muschelkalkmeeres. Denn zu Beginn des Erdmittelalters lag das heutige Mitteleuropa in einer riesigen Senke, dem Germanischen Becken und war von einem flachen, subtropischen Binnenmeer überflutet.

Der imposante Prallhang des Schwiemelkopfs an der Landesgrenze zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen stellt die Kulisse für eine Entdeckungsreise unter freiem Himmel. Hier verläuft heute grenzenlos der Eco-Pfad und beflügelt eine Zeitreise durch 240 Millionen Jahre Erdgeschichte.

Er ist ein länderübergreifendes Gemeinschaftsprojekt der Kreise Höxter und Kassel sowie der Städte Borgentreich und Liebenau.

Besonders zu Beginn des Frühlings präsentiert sich die Muschelkalklandschaft des Diemeltals in frischen Farben. Auf dem einzigen länderübergreifenden Pfad gilt es dann einen vielfältigen Naturraum mit Frühlingsblühern im Buchenwald und Knabenkräutern auf der Wachholderheide zu entdecken. Spannend sind zudem archäologische Spuren aus vergangenen Zeiten, etwa eine Schanzenanlage aus dem Siebenjährigen Krieg oder Burgrelikte aus dem 11. Jahrhundert.

Der Rundweg

Der Rundweg führt auf zehn Kilometern und in circa drei Stunden über die Höhenzüge und durch das Tal der Diemel. Zu entdecken sind naturkundliche sowie archäologische Schätze entlang des Pfades und auf einer Landschaftsliege kann entspannt die herrliche Aussicht genossen werden.

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Steinreich ist der Einstieg in Lamerden (Haus Reining, Meierhof). Zu Beginn des Erdmittelalters lag das heutige Mitteleuropa in einer riesigen Senke, dem »Germanischen Becken«. Von den Lebensgemeinschaften dieser Zeit vor 240–230 Millionen Jahren in einem flachen, subtropischen Binnenmeer zeugen gut erhaltene Versteinerungen (Fossilien) in den Muschelkalkaufschlüssen.

Durch Niederwald und Kalk-Buchenwälder mit farbenprächtigen Frühlingsblühern schlängelt sich der Pfad hin bis zur so genannten »Nase« des Schwiemelkopfs. Im Tal sind längs des Diemelradwegs die geologischen Aufschlüsse des Unteren Muschelkalk sichtbar.

Am gegenüberliegenden Stenderberg wird über Keramikscherben und Mauerreste aus vergangenen Zeiten berichtet. Zur Sicherung der Diemelfurten wurden im Siebenjährigen Krieg (von 1756 bis 1763) zwischen Warburg und Trendelburg mehrere militärische Feldbefestigungen angelegt, eine auf dem schmalen Geländerücken des Opferberg.

Weiter in Ostheim darf eine beeindruckend schöne sowie artenreiche Wacholderheide durchquert werden. Im Bereich der Ostheimer Hute sind Wacholderheiden und im Frühjahr zahlreiche Knabenkräuter und Ragwurze zu bestaunen, im Herbst dagegen blauviolette Enziane.

Steinblöcke gaben übrigens schon in den 1980iger Jahren den Anstoß für archäologische Untersuchungen auf dem Bergsporn gegenüber des Schwiemelkopfs. Hier können Zusammenhänge zwischen der Burg auf dem Stenderberg und dem verschollenen Dorf "Steinern Zwergen" gewonnen werden. Archäologische Untersuchungen in den 1980er Jahren auf dem Bergsporn gegenüber dem Schwiemelkopf weisen auf Zusammenhänge zwischen der Burg und dem verschollenen Dorf hin, ebenso Keramikscherben und Mauerreste.

Eco-Pfad - Galerie

Eröffnung

Die offizielle Eröffnung erfolgte am Samstag, 5. Mai 2012 um 11 Uhr an der Diemelbrücke bei Ostheim.

Geführte Sternwanderungen zum Eröffnungsort ab 9 Uhr erfolgten von:

Zum Eröffnungsprogramm gehörten Kinderaktionen, Kaffee und Kuchen, Würstchen, Getränke und ein Platzkonzert.

Wandern im Kalk-Meer

Eco-Pfad Muschelkalk eröffnet - EU förderte länderverbindendes Projekt[1]

Artikel aus HNA-online vom 6.5.2012

Ostheim. Natur kennt keine Landesgrenzen. Diesem Gedanken folgten vor einigen Jahren die Verantwortlichen in den Landkreisen Kassel sowie Höxter und gingen die Planung eines ersten länderverbindenden Themen-Wanderweges an. Am Samstag wurde der Eco-Pfad Muschelkalk im Diemeltal an der Ostheimer Diemelbrücke mit der Enthüllung einer Informationstafel eröffnet.

Das gemeinsame Projekt sei eine Investition in den Tourismus mit Symbolkraft und es habe neben naturkundlichen auch andere Schätze zu bieten, stellten die Landräte Friedhelm Spieker (Landkreis Höxter) und Uwe Schmidt (Landkreis Kassel) fest. Ihr, wie auch der Dank der Bürgermeister Peter Lange (Liebenau) und Bernhard Temme (Borgentreich), galt den „Motoren“ des Projektes: Landschaftsarchitektin Christiane Sasse (Lamerden) und Dr. Burkhard Beinlich (Landschaftsstation im Kreis Höxter e.V., Borgentreich).

Zu der Eröffnungsfeier kamen Gruppen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad in Lamerden, Ostheim, Körbecke, Liebenau, Hofgeismar und Warburg gestartet waren. Kinder der Grundschule Diemeltal umrahmten die Veranstaltung mit Gesang.

Der neue Eco-Pfad führt zwischen Lamerden, Körbecke und Ostheim über den Boden eines ehemaligen subtropischen Muschelkalkmeeres. Am Rand des zehn Kilometer langen Rundweges sind geologische Aufschlüsse des „Unteren Muschelkalk“ sichtbar.

Auf den Höhenzügen bietet sich Wanderern eine herrliche Aussicht in die Landschaft. Die für Kalkböden typische Vegetation ist Heimat für rund hundert Tagfalterarten. Zu den verschiedenen Jahreszeiten führt der Pfad entlang an Buschwindröschen und Lerchensporn, Weißdorn und Schwalbenwurz wie an Knabenkräutern und blauvoilettem Enzian.

Daneben gibt es noch geschichtlich interessante Orte zu entdecken. Wie die Schanze auf dem Opferberg oder den Stenderberg, der in den 80iger Jahren Anstoß für archäologische Untersuchungen gab.

Der Wanderweg setzt auf hessischer Seite eine Reihe von Eco-Pfaden fort, die dazu anregen, sich mit der Geschichte der Region zu befassen. Auf westfälischer Seite ist er unter der Überschrift „Erlesene Natur“ Bestandteil eines europaweiten Netzes mit Refugien der Erholung für Mensch und Tier (Natura 2000).

von Ingrid Vossen

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 6.5.2012 Wandern im Kalk-Meer

Weblinks

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