Eco-Pfad Gottsbüren

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Hinweisschild zum "EcoPfad Gottsbüren"

Von der Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Gottsbüren wurden historische Pilgerwege in der Umgebung von Gottsbüren als Rundwanderwege angelegt und mit Hinweistafeln zu geschichtlichen Ereignissen ausgestattet.

Der Eco-Pfad Gottsbüren vermittelt darüberhinaus zahlreiche Informationen etwa zur Gottsbürener Wallfahrtskirche, zu mittelalterlichen Siedlungen im nördlichen Reinhardswald oder zum Gottsbürener Orgelbau.

Geschichte

Nur 3 bis 4 Kilometer westlich von Gieselwerder und nördlich von Gottsbüren existierten im Mittelalter drei Dörfer. Aber auch bronzezeitliche Hügelgräber, mittelalterliche Wölbäckerfluren, Hutesteine aus der Zeit der Waldweide, der Eselsbaum an einer Wegescheide, Sand- Ton- und Eisenerzgruben, ein Basaltsteinbruch, Relikte älterer Eisenschmelzöfen und zwei Glashüttenplätze sind zu entdecken. Eine solche Vielfalt verschiedener Bodendenkmäler auf engstem Raum, die Menschen in vier Jahrtausenden hinterlassen haben, ist einzigartig in Nordhessen und darüber hinaus.

Die Wallfahrtskirche in Gottsbüren

Gottsbüren ist heute ein Stadtteil der Kleinstadt Trendelburg im Landkreis Kassel. Der Ort im Reinhardswald lag im Mittelalter an der "Königsstraße", einer alten Handelsstrasse, die von der Fulda im Süden, über Grebenstein, Hombressen und Gottsbüren zur Weser führte.

Historische Wallfahrtskirche

Der urspünglich zur Grafschaft des Grafen Ludwig von Dassel gehörende Ort kam im Jahre 1272 zum Erzbistum Mainz und wurde weitere 60 Jahre später dem Kloster Lippoldsberg übertragen. Der ursprüngliche Hof der "Schönerberger Dynastie" - woran heute die Straßenbezeichnung "Am Schöneberger Hof" erinnert - war ab 1328 der Klosterhof (Filialkloster) des Lippoldsberger Klosters.

Bekannt wurde Gottsbüren im 14. Jahrundert durch das "Wunder von Gottsbüren".

Angeblich wurde der Leichnam Christi in den Wäldern um Gottsbüren gefunden und in der Kirche aufgebahrt, nach anderer Darstellung wurde eine geweihte Hostie, die "Heilig-Blut-Hostie" aufgefunden. Vermutet wird auch, dass damals in der Monstranz der zum Kloster Lippoldsberg gehörenden Kirche von Gottsbüren „blutige Tropfen“ gefunden wurden. Nach heutigen Erklärungsversuchen hinterlässt oftmals ein roter Schimmelpilz in feuchten Kirchen derartige Spuren, was das vermeintliche Wunder erklären könnte.

Jedenfalls fanden schon bald Wallfahrten nach Gottsbüren statt, nachdem Erzbischof Balduin von Trier im Jahre 1331 die kirchliche Erlaubnis erteilt hatte.

Innenansicht der ehemaligen Wallfahrtskirche

Bis zum Jahr 1399 wurden Wallfahrten nach Gottsbüren durchgeführt. Das Kloster Lippoldsberg versuchte mit der Entsendung von Nonnen der Flut von Pilgern gerecht zu werden und ein Großteil der Einnahmen aus dem Pilgerstrom fiel an die „Mutterkirche“ in Lippoldsberg.

Im Ort steht bis heute die 1330/ 31 erbaute Wallfahrtskirche, die im 14. Jahrhundert zu der heutigen dreischiffigen Hallenkirche erweitert wurde. Die zunächst vorhandene kleine Dorfkirche konnte die Wallfahrer schon bald nicht mehr fassen, so dass auch mit deren Spenden eine grosse Wallfahrtskirche gebaut wurde.

Dem Schutz der Wallfahrer diente die schon 1334 ganz in der Nähe errichtete Zapfenburg (Sababurg).

Durch das nur kurze Langhaus der Kirche entfaltet diese auf den Besucher eine besondere Raumwirkung. Im Jahre 1961 wurden in den Seitenschiffen Wandmalereien freigelegt.

siehe dazu auch:

Historische Wasserleitung nach Sababurg

Eine weiter Station am Eco-Pfad sind die Informationen zur historischen Wasserleitung nach Sababurg.

Über 4,8 km führte einst die Wasserleitung vom Oedelsheimer Born zur Sababurg. Sie bestand aus konischen - in Großalmerode hergestellten - Tonröhren und übernahm ab 1592 die Wasserversorgung der Burg.

Gottsbürener Orgelbau

Wallfahrtskirche Gottsbüren – Orgelempore

Ein Hinweisschild zum Eco-Pfad an der Wallfahrtskirche in Gottsbüren verweist auf die Gottsbürener Orgelbauer-Familien Kohlen, Heeren, Kuhlmann und Euler und deren Wirken vom frühen 17. Jahrhundert bis zum Umzug der Orgelbaufirma Euler nach Hofgeismar im Jahre 1910.

In der ehemaligen Wallfahrtskirche in Gottsbüren befindet sich mit der Heeren-Euler - Orgel aus dem 18. Jahrhundert, ein Zeugnis des Gottsbürener Orgelbaus.

Auf der Mitte des 18. Jahrhunderts errichteten Orgelempore fand die von Stephan Heeren um 1755 geschaffene Orgel ihren Platz, die im Jahre 2004 aufwändig restauriert wurde.

Pilgerwege

Alte Pilgerwege wurden rund um Gottsbüren als Rundwanderwege gekennzeichnet und mit Hinweistafeln ausgestattet:

Rundwanderwege

Literatur

  • A. Schreiber, Die Sage von der Auffindung des heiligen Leichnams Christi bei Gottbüren und die Entstehung des Wallfahrtsortes, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1959, S. 76 ff.
  • J. Lips u.a., EcoPfad - Pilgerwege zum Wallfahrtsort Gottsbüren, herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Gottsbüren e. V. 2006
  • Region Kassel Land e.V. (Hrsg.), Unterwegs im Reinhardswald - 52 Wege und Ziele, Wolfhagen 2011
  • Gero Lenhardt, Mein Reinhardswald, Wandern - Kultur - Freizeit, 1. Auflage, Calden 2013

siehe auch

Siedlungen im nördlichen Reinhardswald um 1330
Wallfahrtskirche - rückwärtige Ansicht

Weblinks