Eco-Pfad Kulturgeschichte Hertingshausen und Kirchbauna

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Die evangelische Kirche in Hertingshausen
Foto: Günther Pöpperl

Der Eco-Pfad Kulturgeschichte Hertingshausen und Kirchbauna in Baunatal wurde am 16. Juni 2012 eröffnet. Er ist rund sieben Kilometer lang und kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden.

Geschichte

Die beiden ehemals selbstständigen Gemeinden Hertingshausen und Kirchbauna blicken auf eine Jahrhunderte lange Geschichte zurück. Auf dem Eco-Pfad soll der Wandel der beiden Baunataler Stadtteile begreifbar gemacht werden.

Einst landwirtschaftlich geprägt, bestimmen heute die Ansiedlungen von Industrie und Dienstleistungen die Landschaft. Der Eco-Pfad zeigt die alten Ortskerne mit ihren Fachwerkgebäuden, Berge mit zerfallenen Burgen, die heutige Stadt Baunatal und den Habichtswald.

Stationen

Am Eco-Pfad liegen sieben Stationen:

Backhaus

Bis in in die 1950er Jahre war das gemeinschaftliche Backen von Brot und Kuchen um Kirchbauner Backhaus üblich. Damals gab es noch keinen Bäcker im Ort. Daher versorgten sich die Haushalte selbst. Da aber der eigene Kohleherd zu klein war, betrieb man bis zu 40 Backhäsuer und Backöfen im Ort. Als ab den 1950er Jahren in immer mehr Haushalten der elektrische Küchenherd Einzug hielt, wurden die Backhäuser nicht mehr benötigt. Sie verfielen oder wurden abgebaut. 2006 entschloss sich die Vereinsgemeinschaft Kirchbauna, ein neues Backhaus zu bauen. Seitdem nutzen die Vereine das Backhaus regelmäßig für Veranstaltungen.

Wehrkirche von Kirchbauna

Kirchbauna ("Kilechbune") wird erstmals 1123 in einer Urkunde des Klosters Hasungen erwähnt. Die romanische Kirche wurde 1772 wegen Baufälligkeit zusammen mit dem Turm abgerissen. Anschließend begann der Bau der jetzigen Kirche. Das Kirchenschiff wurde wohl im Sockelbereich aus den Steinen der älteren Kirche errichet. Von dieser Stammen ebenfalls ein steinerner Christuskopf in der Außenmauer und ein Weihwasser-Becken. Den Kirchhof umgibt eine Wehrmauer, die bei Angriffen Schutz bot. In die Mauer sind Schlitzscharten eingelassen, aus denen die Verteidiger mit Feuerwaffen schießen konnten. An der Innenseite sind mehrere Konsolensteine, die auf einen umlaufenden Wehrgang schließen lassen. In der Umfassungsbauer befinden sich zwei Tore.

Besser Teichwiesen

Wo heute der Blick auf den Verkehrsübungsplatz fällt, erstreckte sich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ein 13 Haktar großer Fischteich. Landgraf Philipp der Großmütige (1504-1567) ließ den Teich anlegen. Die Fische zählten zum Besitz des Landgrafen. Noch im 18. Jahrhundert zählte man 150 Teiche im landgräflichen Besitz.

Junkermeierhof und Kapelle St. Barbara

Die Ritter von Hertingshausen warem im 15. Jahrhundert Amtmänner oder Verwalter des Erzbischofs von Mainz. Sie lebten auf der Weidelsburg und der Naumburg. Ihr Stammsitz in Hertingshausen bewirtschafte ein Verwalter oder Maier.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts stand in Hertingshausen eine kleine Kapelle, die der Hl. Barabara geweiht war. 1347 gehört sie zum Kloster Breitenau. Nach der Auflösung des Klosters im Verlauf der Reformation gingen Kapelle und Ländereien an die Pfarrei Kirchbauna.

Evangelische Elisabethkirche

Die ev. Elisabethkirche in Hertingshausen

Nach über 500 Jahren war die Kapelle St. Barbara so baufällig geworden, dass das Kurfürstliche Consistorium in Kassel eine Renovierung ablehnte und einen Neubnau hier an diesem Platz verfügte. Das Gebäude wurde 1855 abgetragen. Es entstand ein Gebäude, in dem 120 Gläubige Platz fanden. Zum 150. Jubiläum erhielt das Gotteshaus den Namen Elisabethkirche und ein Altarbild mit der Darstellung der Hl. Elisabeth.

Wilhelmsdamm

Die Alte Frankfurter Landstraße war seit dem Mittelalter eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen. Sie führte über Marburg bis nach Frankfurt. Kurfürst Wilhelm II. ließ sie erneuern und änderte den Trassenverlauf. Die Straße führte fortan über einen aufgeschütteten Damm. Dazu war eine neue 18 Meter hohe Brücke über die Bauna notwendig. Sie wurde 1826 vollendet.

Ehemalige Gasthäuser

In Kirchnbauna und Hertingshausen lagen die Gasthäuser meist entlang der großen Fern- und Handelsstraßen. An der alten Frankfurter Landstraße in Kirchbauna etwa stand 1730-1823 ein Gasthaus. Im Jahr 1866 erbaute Familie Siebert das Gasthaus "Zur Baune" an der 1826 neu angelegten Frankfurter Landstraße. Später wurde es zum "Hotel Baunerbrücke" ausgebaut.

siehe auch

Quellen und Links