Eco-Pfad Helmarshausen

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Start und Ziel am Klosterhof

Der Eco-Pfad Archäologie Helmarshausen führt interessierte Besucherinnen und Besucher unter anderem zum Gelände des ehemaligen Klosters Helmarshausen (im Mittelalter ein bedeutendes Kunstzentrum ), zur Krukenburg mit der ehemaligen Krukenburgkirche oder zum Steinbruch am Carlsplatz.

Der Eco - Pfad beginnt am Parkplatz an der Klostermauer in Helmarshausen (am Ortseingang) und endet auch hier wieder. Er ist etwa sechs Kilometer lang und in mehrere Stationen unterteilt. Für die gesamte Strecke werden etwa zwei Stunden benötigt. Etwa nur halb so lang ist der Klosterweg vom ehemaligen Klostergelände zur Krukenburg und zurück.

Archäologische Fundstätten am Wegesrand

EcoPfad Helmarshausen
Am Klosterhof

Der Pfad führt überwiegend durch eine heute landwirtschaftlich genutzte Kulturlandschaft und macht auch auf solche archäologische Fundstätten am Wegesrand aufmerksam, die im heutigen Landschaftsbild nicht mehr offen zu Tage treten, wie das steinzeitliche Erdwerk in der Nähe der Krukenburg oder ein mögliches Winterlager von Karl dem Großen aus den Jahren 797 und 798.

Erinnert wird auch an die ehemalige Neustadt von Helmarshausen, die im 13. Jahrhundert auf einer Hochfläche westlich von Helmarshausen als „Alt Cöln“ durch Erzbischof Engelbert von Köln entstand. Das Gelände ist hier nach Süden, Osten und Norden durch steile Hänge begrenzt und war einst nach Westen hin durch einen Wall mit vorgelagertem Graben gesichert.

Das ehemaligee Kloster Helmarshausen und die oberhalb von Helmarshausen gelegene Krukenburg befanden sich im Mittelalter wechselweise und anteilig im Besitz der Paderborner, Kölner und Mainzer Erzbischöfe, deren weltlicher Machtbereich sich seinerzeit bis zur Diemel und oberen Weser erstreckte.

Bis zum Ende des 14./ Anfang des 15. Jahrhunderts bestand diese Siedlung, die auf einem alten Stich von Dilich dargestellt wird und auf deren Gelände heute wieder überwiegend Ackerbau betrieben wird (Flurname: „Auf der Neustadt“).

Das ehemalige Kloster Helmarshausen

Das ehemalige Kloster Helmwardeshusen wurde im Jahr 997 gegründet und erhielt den Status einer freien Reichsabtei.

Aus dem ehemaligem Benediktinerkloster in Helmarshausen stammen bedeutende Kunstwerke, etwa das Evangeliar Heinrichs des Löwen (um 1188).

Bereits im Jahre 987 hatte Graf Eckhard von Reinhausen den Benediktinern einen befestigten Hof an der Diemel zur Errichtung eines Klosters übertragen und 1011 konnte die Abteikirche des Klosters von Bischof Meinwerk von Paderborn eingeweiht werden. Erste Ausgrabungen in den Jahren 1965 und 1966 brachten Erkenntnisse von der genauen Lage.

Im 12. Jahrhundert, zur Blütezeit des Klosters Helmarshausen, erfuhr die Klosterkirche mehrere Umbauten und der Grundriss wurde auf über 65 m verlängert. An die Kirche schlossen sich die Klostergebäude an.

Besonders Abt Thietmar II. (Ende des 11./ Anfang des 12. Jahrhunderts) führte das Kloster zur Blüte. In diese Zeit fällt auch die Goldschmiedetätigkeit des Mönchs Rogerus, der heute als bedeutenster mittelalterlicher Künstler anerkannt ist. Berühmt war das ehemalige Kloster in Helmarshausen aber auch wegen seiner Buchmalereien (u. a. dem Evangeliar Heinrichs des Löwen).

Nachdem das Kloster Helmarshausen im Zuge der Reformation 1538 aufgelöst worden war, verfiel auch die Klosterkirche zunehmend, aus deren Steinen die noch auf dem Gelände erhaltene Scheune erbaut wurde. Die Klosteranlage diente in den Folgejahren offenbar als bequemer "Steinbruch". Auch die Krukenburg verlor ihre Bedeutung und verfiel.

Nicht nur die Grundmauern der ehemaligen Klosterkirche in Helmarshausen sind inzwischen wieder rekonstruiert. Mit der Ausstellung "Buchmalerei im Mittelalter" und einer Faksimilie-Ausgabe des Evangeliars Heinrichs des Löwen im alten Rathaus erinnert das Museum in Helmarshausen an die bedeutetende Epoche des Klosters in Helmarshausen. In der von dem Mönch Rogerus gegründeten Kunstwerkstatt der Benediktinerabtei wurden Buchmalereien und Goldschmiedearbeiten hergestellt.

Um 1188 schuf der Mönch Herimann das prachtvolle Evangeliar Heinrichs des Löwen, das die Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes enthält und ursprünglich für die Braunschweiger Stiftskirche St. Blasius bestimmt war.

Die Krukenburg

Die Krukenburg

Die Krukenburg wurde seit Anfang des 13. Jahrhunderts als Befestigungsanlage mit Ringmauer, Bergfried und Wohngebäuden auf dem Krukenberg errichtet. Sie diente dem Schutz der schon zu Beginn des 12. Jahrhunderts errichteten Bergkirche, der Krukenburgkirche (auch: Johannis-Kapelle).

Bei der heute noch vorhandenen Ruine der Krukenburgkirche handelte es sich ursprünglich um einen Nachbau der Grabeskirche von Jerusalem im Auftrag des Bischofs von Paderborn. Dazu gehörte auch eine Nachbildung der Krypta mit dem Heiligen Grab.

Die Krukenburg diente aber auch dem Schutz des ejemaligen Klosters in Helmarshausen am Fuße des Krukenbergs.

Nach der Auflösung des Kloster Helmarshausen im Zuge der Reformation in Hessen verlor die Krukenburg ihre Bedeutung und verfiel.

Von dem bis heute erhaltenen Bergfried der Krukenburg, der im Jahre 1968 zum Aussichtsturm ausgebaut wurde, überblickt man das Diemeltal und den Reinhardswald bis hin zum Solling.

In der Nähe der Krukenburg wird an den ehemaligen Steinbruch am Carlsplatz erinnert, der bis in die 1950-er Jahre betrieben wurde.

Literatur

  • Thilo F. Warnecke, Der Eco Pfad Archäologie Helmarshausen - Spurensuche in Nordhessen - in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2007, S. 100 ff.
  • Hermann Schmidt, Die Abteikirche des Benediktinerklosters Helmarshausen, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1968, S. 30 ff.
  • Region Kassel Land e.V. (Hrsg.), Unterwegs im Reinhardswald - 52 Wege und Ziele, Wolfhagen 2011
  • Gero Lenhardt, Mein Reinhardswald, Wandern - Kultur - Freizeit, 1. Auflage, Calden 2013

siehe auch:

siehe auch

In der Nähe der Krukenburg liegt der ehemalige Steinbruch am Carlsplatz

Weblinks