Eco-Pfad Gläsnertal
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Im Jahre 2009 fertiggestellt wurde der Eco-Pfad Gläsnertal bei Nieste am historischen Standort der Großen Niestehütte.
Weiden-Iglus stehen symbolisch für große Glasöfen. Der Eco-Pfad erinnert den Wanderer in einer heute stimmungsvollen Waldwiesen-Landschaft daran, dass der Kaufunger Wald seit dem späten Mittelalter ein Zentrum der deutschen Glasproduktion war.
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Geschichte
Glasproduktion im Gläsnertal
Im Kaufunger Wald bei Nieste fällten einst Holzfäller Bäume, legten Köhler Kohlenmeiler an, und bauten Glasbläser aus Ton ihre Öfen, die sie mit der Holzkohle heizten, um ihr Quarzsandgemisch mit Pottasche zu verflüssigen. Daraus entstand dann das grünlich schimmernde Waldglas, das mit Fuhrwerken und auf der Fulda zu Händlern und Märkten abtransportiert wurde.
Belegt sind die Glashütten im Kaufunger Wald von 1446 bis gegen 1700, bevor die Geschicht der Gläsnerei endete und große Teile des Waldes abgeholzt waren. In den größeren der etwa 90 Hütten dürften bis zu 50 Menschen gearbeitet haben. Und aus Großalmerode ist überliefert, dass die Gläsnerzunft hier einmal im Jahr bei einem Treffen Verstöße gegen die Zunftordnung ahndete.
Zeitreise im Kaufunger Wald
Am Freitagnachmittag wurde in Nieste der Eco-Pfad Archäologie Gläsnertal eingeweiht
von Tina Hartung
Nieste. Wie wird eigentlich Glas hergestellt? Heißt Waldglas so, weil es grün ist? Diese und viele andere Fragen zum Thema Gläsnerei beantwortet der Eco-Pfad Archäologie Gläsnertal. "Als elften Eco Pfad kann man nun auch in Nieste eine Wanderung mit einer Zeitreise verbinden", freut sich Landrat Dr. Udo Schlitzberger. Zusammen mit Niestes Bürgermeister Edgar Paul weihte er am Freitagnachmittag den Eco-Pfad Archäologie Gläsnertal ein. Der Kaufunger Wald war im Mittelalter eines der wichtigsten Gebiete der Waldglasherstellung in Deutschland. Der neun Kilometer lange Pfad umfasst fünf Stationen, die Wanderern die Tradition der Waldglasherstellung in Erinnerung rufen sollen.
Vor der Einweihung des Eco-Pfads wird natürlich ein Stück des Weges zu Fuß zurückgelegt. Am Wanderparkplatz Bunte Bock kurz hinter dem Ortsausgang von Nieste in Richtung Witzenhausen beginnt die spannende Entdeckungsreise. Neben Schlitzberger und Paul waren auch 30 Wanderfreunde gekommen. Darunter Dr. Thilo Warneke. Er ist für die wissenschaftliche Bearbeitung sowie die Textinhalte und Bilder auf den Tafeln verantwortlich.
Interessiert versammeln sich die Wanderer vor der ersten Tafel und hören zu, was Warneke über die Bedeutung des Kaufunger Waldes für die Gläsnerei berichtet. "Besonders die letzte Station möchte ich Ihnen ans Herz legen", sagt er. Dort sei mit 70 Metern Durchmesser der größte Schutthügel einer Waldglashütte in Europa zu sehen. Roland Petrowsky, Gesamtvorsitzender des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatvereins, befindet den Pfad für gut. Der Lohn: das Siegel "geprüfter Wanderweg".
aus: HNA-online vom 23.6.2009
Museum
Im Glas- und Keramikmuseum in Großalmerode erhalten Besucher einen Einblick in die Geschichte der Glasherstellung im Gebiet des Kaufunger Walds.