Eco-Pfad Diemel

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Der Hafen in Karlshafen – Aquarell von 1792
Diemelkraftwerk Wülmersen
Wasserschloss Wülmersen
Die Diemel bei Trendelburg
Der Turm der Sichenkirche in Trendelburg
Diemelwehr in Sielen

Der Eco-Pfad Diemel folgt als Rad- und Wanderweg etwa 25 km lang "gegen den Strom" dem Verlauf der Diemel von Bad Karlshafen bis nach Sielen.

Stationen sind eingerichtet mit Informationen am Wegrand zum Landgraf-Karl-Kanal, zum Wasserkraftwerk in Wülmersen, zum Wasserschloss Wülmersen oder zur Friedrich-Wilhelms-Nordbahn.

Geschichte

Landgraf Karl verfolgte den Plan, die Weser bei Sieburg (dem späteren Carlshaven) mit der Fulda durch einen Kanal zu verbinden, etwa ab dem Jahr 1713, offenbar um das Hannoversch-Mündener Zollrecht zu umgehen und Waren direkt von Karlshafen (an der Weser) in die Residenzstadt Kassel bringen zu können.

Dort wo die Diemel in die Weser mündet, war die Stadt Karlshafen als Hafenstadt am Ende des von Kassel aus führenden Karlskanal geplant worden, woran das zentral gelegene Hafenbecken und die Hafenschleuse bis heute erinnern. Der Hafen der Stadt sollte das Tor zur Nordsee sein und mit einem abkürzenden Kanal Kassels Schifffahrt von der Fulda zur Weser erheblich befördern.

Die Pläne des Landgrafen erwiesen sich aber als wenig erfolgreich, so dass nach seinem Tod im Jahre 1730 der weitere Kanalausbau aufgegeben wurde. Nachdem zunächst die Diemel schiffbar gemacht worden war, soll der Landgraf zwar im Jahre 1717 stolz festgestellt haben, er sei bis nach Stammen "geschiffet". Ein von zwei Pferden gezogenes kleines Marktschiff, so heißt es aus dem Jahre 1727, brauchte aber von Karlshafen bis Trendelburg einen ganzen Tag, weil es immer wieder flottgemacht werden musste.

Eine Güterverbindung von Kassel nach Karlshafen auf dem Lande wurde gut ein Jahrhundert später mit der Eröffnung der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn von Kassel bis zum Hofgeismarer Stadtteil Hümme und der Carlsbahn von Hümme nach Karlshafen geschaffen, nachdem man zunächst - unter der Herrschaft des Landgrafen Friedrich II. - eine gut ausgebaute Straße für Transporte von Kassel über Karlshafen bis nach Bremen gebaut hatte. Der Streckenverlauf der Eisenbahnlinie, der Carlsbahn folgte dabei fast genau dem Verlauf des Landgraf-Carl-Kanals.

Zum Eco-Pfad Diemel gehören aber auch Informationen zur Diemel selbst, zum Wasserschloss Wülmersen oder zum Wasserkraftwerk in Wülmersen, das im Jahre 1924 als Laufwasserkraftwerk am Oberlauf der Diemel entstand . Heute kann hier die Technik im E-ON - "live-Museum" Wülmersen besichtigt werden.

Eco - Pfad in neuem Gewand

Im Jahre 2009 wurde der Eco-Pfad zum ersten Mal umgestaltet. In einem Artikel in HNA-online wurde auf das neue Faltblatt hingewiesen:

Der Eco Pfad Diemel umfasst zwölf Stationen. Er ist zu Fuß und mit dem Fahrrad zu bewältigen. Der Eco Pfad Diemel ist mit 25 Kilometern der längste Eco Pfad. Er führt zu den Resten des Landgraf-Carl-Kanals in Bad Karlshafen, Trendelburg und Hümme. Mit diesem nie vollendeten Bauwerk wollte Landgraf Carl die Grundlage für einen Schifffahrtsweg von der Nordsee bis zum Rhein schaffen.

Das Thema Technikgeschichte spielt auch an den anderen Stationen des Pfades eine Rolle. Das Wasserkraftwerk und Live-Museum Wülmersen, die Reste der Friedrich-Wilhelm-Nordbahn und die agrarhistorische Sammlung der Jugendbegegnungsstätte Wasserschloss Wülmersen informieren über Zeugnisse der Technik- und Industriegeschichte in Hessens Nordspitze. Das Thema Natur steht in Trendelburg im Mittelpunkt. Von dem Aussichtsturm der Siechenkirche lassen sich die renaturierten Altarme der Diemel überblicken.

aus: HNA-online vom 21.1.09 (eg/ant)

Inzwischen ist eine erneute Umgestaltung erfolgt. Nachdem das Wasserkraftwerk und Live-Museum Wülmersen geschlossen wurden - wurde hier eine neue Infotafel zum Weiler Wülmersen und seiner Entstehung aufgestellt". Eine neue Infotafel findet sich auch an der Siechenkirche bei Sielen.

siehe auch

Tunnel zwischen Trendelburg und Wülmersen

Angang September 2013 wurde ein neuer Weg zum Südportal des Tunnels bei Deisel eröffnet. [1] Er ermöglicht Wanderern und Radfahrern ein leichtes Erreichen eines bislang kaum zugänglichen Baudenkmals, dem Carlsbahn-Tunnel (auch: Deiseler Tunnel).

Der Drache im Tunnel

Der etwa 260 m lange "Deiseler Tunnel" der ehem. Carlsbahn

Aus einem Artikel in HNA-online vom 6.4.2011

Deisel. Ankommen, reingehen und den Drachen sehen ist eine Vision, die Denkmalpfleger Ulrich Köster (Denkmalschutzbehörde des Landkreises Kassel) von der touristischen Zukunft des historischen Eisenbahntunnels bei Deisel hat. Das denkmalgeschützte Relikt der 1848 in Betrieb genommenen und 1966 stillgelegten Kurfürst-Wilhelm-Nordbahn wird seit Mitte des vergangenen Jahres teilweise instandgesetzt. ...

Bereicherung für Tourismus

„Das Bauwerk ist einer der ältesten Eisenbahntunnel in ganz Deutschland“, stellte Landrat Uwe Schmidt fest. Schmidt sieht die geplante Nutzung des Tunnels nahe Diemelradweg und Eco-Pfad Diemel als Bereicherung für den Tourismus. Der nördlich gelegene Tunnelteil soll auf rund 25 Meter zugänglich gemacht werden und zum Beispiel als Rastplatz für Fahrradfahrer dienen. Der Rest des mehr als 200 Meter langen Bauwerks bleibt gesperrt. Hinter dem Südportal liegt ein FFH-Gebiet und im Tunnel haben geschützte Fledermäuse ihr Quartier.

Foto von der Maschine

Der „Drache“ war die erste Dampflokomotive, die 1848 in den Henschel-Werken in Kassel produziert wurde und die erste, die auf der Strecke zwischen Grebenstein, Hümme und Karlshafen durch den Tunnel stampfte. Ein auf Leinwand gezogenes großes Foto der Maschine soll nach den Vorstellungen von Ulrich Köster hinter dem zugänglichen Teilabschnitt zu sehen sein. „Wenn dann noch, ausgelöst durch einen Bewegungsmelder, das Geräusch der fahrenden Lokomotive zu hören ist, dann ist die Touristenattraktion perfekt“, so der Denkmalpfleger. Die Sanierungsarbeiten sollen Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. (ziv)

"Vorwärts Carl!"

An die ehemalige Carlsbahn von Hümme nach Karlshafen und das große Kanalprojekt des Landgrafen Carl soll das Brettspiel „Vorwärts Carl!“ erinnern. Dabei müssen die Spieler mit Strategie und Taktik versuchen, Bahn oder Kanal von Hümme aus in Richtung Norden zu bauen. Entscheidend sind aber auch Bonuspunkte, die es für den Bau von Bahnhöfen, Haltepunkten, Tunneln, Schleusen, Wehren und Hafenbecken gibt oder Siegpunkte für den Erhalt von Kulturgütern, Wäldern und Naturschutzgebieten oder für die Integration von Aussichtspunkten in die Strecke.

„Das ansprechend gestaltete Spiel ist eine gute Ergänzung zum Eco-Pfad Diemel und verdeutlicht die Bedeutung der Carlsbahn“, sagte Vize-Landrätin Susanne Selbert bei der Vorstellung des Spiels in der Alten Mühle Trendelburg im August 2011. Die Idee zu diesem Spiel stammt aus einem studentischen Projekt am Fachgebiet Landschaftsplanung/ Landnutzung des Fachbereichs Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung der Universität Kassel, wobei Prof. Klaus Röttcher die Erstellung des Spiels koordiniert hat.

Das Spiel "Vorwärts Carl!" kostet 9,90 Euro und ist im Tierpark Sababurg und im Museum im Wasserschloss Wülmersen erhältlich. Außerdem gibt es „Vorwärts, Carl!“ auch beim Sekretariat des Fachgebiets Landschaftsplanung/ Landnutzung der Universität Kassel.

Quelle: HNA-online vom 22.8.2011 (zlö)

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 5.9.2013: Neuer Pfad bringt Radfahrer und Fußgänger zum Carlsbahntunnel

Weblinks