Eco-Pfad Calden

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Schloss Wilhelmsthal

Der Eco-Pfad Archäologie - Calden ermöglicht eine Zeitreise über knapp 5500 Jahre – von der Jungsteinzeit bis zum 18. Jahrhundert.

Ausgangspunkt: Schloss Wilhelmsthal

Der heutige Eco-Pfad umfasst 9 Stationen mit Ausgangs- und Endpunkten am Parkplatz von Schloss Wilhelmsthal. Das Schloss auf dem Gemeindegebiet von Calden nahe der Stadt Kassel wurde Mitte des 18. Jahrhunderts als Sommerresidenz für Landgraf Wilhelm VIII. von Hessen-Kassel erbaut und gehört es zu den bedeutensten Rokokoschlössern in Deutschland.

Der Streckenverlauf

Der Eco-Pfad führt auf etwa 6 km Länge von Schloss Wilhelmsthal über die Lindenallee zum historischen „Thiergarten“ und dem ehemaligen Eingang am Lindenrondell. Der von Landgraf Friedrich II. angelegte Wildpark ist mit seinen Jagdsternen ein Beispiel höfischer Jagdgeschichte. Der Rundweg verläuft weiter über die Buchenallee zum Sababurgrund, vorbei an einer bronze- und jungsteinzeitlichen Grabstätte zum Erdwerk Calden direkt am Waldrand. Von dort aus geht es zum Cafe am See (am Hegerweg), weiter über die Waldstraße und vorbei am Galeriegrab I. zum Quellgebiet der Calde und schließlich auf der Buchenallee zum Schloss zurück.

Erdwerk Calden

Informationen am Caldener Steinkistengrab

Seit 2007 bestand der Eco-Pfad Calden zunächst aus 3 Stationen mit Ausgangspunkt am Flughafen Calden. Von dort führte er in etwa einer halben Stunde zum Caldener Erdwerk.

Sowohl das Caldener Erdwerk als auch zwei Galeriegräber weisen auf eine frühe Siedlungsgeschichte in Calden hin und sind auch über den heutigen Eco-Pfad zu erreichen.

Das drittgrößte Erdwerk in Deutschland und die beiden Steinkistengräber belegen, dass schon während der Steinzeit - im 4. Jahrtausend v. Chr. - Menschen hier lebten.

Das Galeriegrab Calden I aus der Jungsteinzeit wurde im Jahre 1948 entdeckt und ist heute ein wichtiger Baustein für das Verständnis der älteren Wartbergkultur. Es lag 750 m südlich der Ortsmitte. Die erhaltenen Steine wurden in den 50er Jahren im Süden der Fundstelle im Bereich der heutigen Mittelpunktschule in Calden wieder aufgebaut.

Galeriegrab II und das Erdwerk befinden sich südlich des Flughafens in Calden. Die mehr als 14 ha große Anlage des Erdwerks wird durch ein Doppelgrabensystem begrenzt und wurde in früher Zeit von den damaligen Ackerbauern der umliegenden Dörfer errichtet. Offenbar lag die Anlage an einer Handelsstraße zwischen der Fritzlarer Bucht und der Warburger Börde. Sie wurde 1976 aus der Luft entdeckt und gehört zu den wenigen gut erhaltenen Bauwerken aus dieser Zeit in Europa.

Literatur

  • Region Kassel Land e.V. (Hrsg.), Unterwegs im Reinhardswald - 52 Wege und Ziele, Wolfhagen 2011

Thiergarten

In einem Waldstück bei Wilhelmsthal, das in alten Urkunden „Källerholz“ genannt wird, befand sich der „Thiergarten“, ein ehemaliges Jagdgebiet der Landgrafen von Hessen-Kassel. Der Wald wurde hier als Hochwildgatter für die Parforcejagden genutzt und war damit vor Rodung geschützt.

Beeindruckend ist bis heute die Artenvielfalt und die Vielzahl prächtiger Buchen in dem Wald bei Wilhelmsthal, einer der prächtigsten Buchenwälder in der Kasseler Umgebung.

Neben dem Marstall, dem Jäger- und Kavaliershaus (neben dem Schlosshotel Wilhelmsthal) erinnern heute drei Flurnamen und die Jagdsterne an die Zeit des landgräflichen Thiergartens.

Artikel aus HNA-online vom 22.12.2009

5500 Jahre in zwei Stunden

Der Eco-Pfad Archäologie Calden wurde eröffnet - als zertifizierter Wanderweg

Calden. In zwei Stunden Gehzeit durch fast 5500 Jahre Geschichte streifen: Diese Gelegenheit bietet sich Spaziergängern auf dem Eco-Pfad Archäologie Calden, der jetzt offiziell eröffnet worden ist. Prähistorische Zeugnisse wie das durch Steinstelen in seinen riesigen Abmessungen kenntlich gemachte jungsteinzeitliche Erdwerk, Steinkammergräber und bronzezeitliche Grabhügel sind ebenso Stationen der kulturgeschichtlichen Zeitreise wie das Rokoko-Schloss Wilhelmsthal und der für die höfische Jagd angelegte Tiergarten mit seinem so genannten Jagdstern.

Auf dem gut sechs Kilometer langen Rundkurs geben acht Informationstafeln den aktuellen Kenntnisstand über die jeweiligen historischen Stätten in ihrem geschichtlichen Kontext wieder. Wer auf der Tour durch abwechslungsreiche Landschaftsteile ein Päuschen einlegen will, findet sechs Ruhebänke vor. Startpunkte für den Eco-Pfad sind je nach Wahl das Café am See im Hegerweg oder der Parkplatz vor Schloss Wilhelmsthal, hier mit Einkehrmöglichkeit im benachbarten Schlosshotel.

Bewirtung am Wegesrand
Die Ergänzung des historischen Rundwegs durch Gastronomieangebote war wesentliche Voraussetzung für ein begehrtes Prädikat: Der Eco-Pfad Archäologie Calden ist als vierter von insgesamt 13 seiner Art im Landkreis durch den Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatverein (HWGHV) als Qualitätswanderweg zertifiziert worden. Er stelle eine Bereicherung für die Bewohner der Region, aber auch für touristische Gäste dar, wurde bei der Einweihung betont.

Die Federführung vor Ort lag bei Caldens Gästeführer Klaus-Dieter Wiedemann, der mit den Vorbereitungen für die Ausweisung des Caldener Eco-Pfades bereits im Jahr 2003 begonnen hatte und durch Ex-Landrat Dr. Udo Schlitzberger in historischen Fragen unterstützt wurde. Die Kosten von rund 12 000 Euro für den Archäologie-Pfad teilen sich die Gemeinde und das Land Hessen, das die Eco-Pfade als touristische Infrastrukturmaßnahmen fördert.

Der Eco-Pfad Calden wird auf längere Sicht Gesellschaft bekommen. Die Geschichts-, Kultur- und Heimatvereine der Großgemeinde arbeiten derzeit gemeinsam am Konzept "Kulturwege". Mit Themenpfaden, wie etwa einem Mühlenweg, sollen verborgene oder in Vergessenheit geratene Besonderheiten der Ortsteile wieder ins öffentliche Blickfeld gerückt werden. (pbb)

siehe auch

Weblinks

Wegweiser im Habichtswald