Eco-Pfad Bergbau in der Söhre

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Die Kirche in Söhrental - Wellerode

Der 9,5 km lange Eco Pfad "Bergbau in der Söhre" ermöglicht eine Zeitreise in die Bergbaugeschichte.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Söhrewald Braunkohle gefunden – und bis 1967 am Stellberg im Tagebau und unter Tage Kohle abgebaut.

Eco-Pfad - Streckenverlauf

Streckenverlauf:

Kohlenbergbau am Stellberg, Karlstollen/ Zeche Tiefenrod, Seilbahn, Wiesenschacht, Tagebau, Wattenbacher Kohlenwerk.

Entlang der Strecke bieten Informationstafeln zahlreiche Informationen zum ehemaligen Bergbau in der Söhre:

Braunkohle am Stellberg

Die Bergkuppe des Stellbergs (495 m hoch) bildet eine 50 m starke Basaltdecke, darunter liegen Braunkohlenschichten, in der Berrgmannsprache Flöze genannt.

Im Jahre 1823 erhielt der Kasseler Oberhofbaurat (nach anderer Darstellung Hofbaumeister) J. K. Bromeis die Genehmigung zur Förderung von Braunkohle von der Kurfürstlichen Ober-Berg- und Salzwerksdirektion, denn der Landesherr war zunächst Eigentümer aller Bodenschätze.

Der Stollen lag an der Südseite des Stellbergs im Bereich des heutigen Stellbergsees. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen weitere Abbaufelder im Osten hinzu.

Ehemalige Förderanlagen

Bereits 1860 entschloss sich die Zeche "Wattenbacher Kohlenwerk", die Felder Stellberg II und III im Osten abzubauen. Südlich des Hambühlskopfs wurde ein 180 m langer Stollen in den Berg getrieben. 1900 wurde eine doppelgleisige Strecke zum Abtransport der Kohlen in nordöstliche Richtung angelegt. Zum Einsatz kam eine Kettenbahn – die erste im deutschen Kohlenbergbau.

Nach der Stilllegung im Jahre 1907 wurde 1910 westlich von Wattenbach - an der Straße nach Wollrode gelegen - die Grube "In der Lache" angelegt und durch einen 700 m langen Stollen erschlossen. Diese Grube bestand bis 1933.

Eine weitere bekannte Förderanlage ( von 1932 bis 1967) war der „Wiesenschacht“. Erst nach der Errichtung eines 63 m tiefen Wetterschacht, der für die Frischluftzufuhr unter Tage sorgte, wurde ein 300 m langen Förderstollen geschaffen.

Von 1934 bis 1940 wurden hier 475.000 t Kohle aus einem bis zu neun Meter mächtigen Flöz gefördert, zusammen mit weiteren Abbaufeldern waren es bis 1962 insgesamt 2,4 Millionen t Kohle.

Ehemalige Zeche Tiefenrod und Tagebau

Bei der ehemaligen Zeche Tiefenrod befand sich der Eingang zum 325 Meter langen Karlstollen, von dem heute keine sichtbaren Überreste mehr vorhanden sind.

Der Braunkohlen-Tagebau ersetzte 1962 die Grube Tiefenrod, nachdem diese im Jahr 1958 zweimal von Wassereinbrüchen betroffen war.

Seilbahn

Mit der Eröffnung der Söhrebahn im Jahr 1912 zwischen Kassel-Bettenhausen und Wellerode-Wald verbesserte sich der Kohlentransport erheblich und es entstand ein Hochbunker mit den eingelagerten Kohlen.

Weiterhin entstanden Seilbahnen zwischen den Gewinnungsorten und der Verladestation. Am Stahlseil eingehängte Loren transportierten die Kohle bis zum Verladebunker.

Stellbergsee

Das Ende des Bergbaus in der Söhre war die Einstellung des Braunkohlen-Tagebau im Jahre 1967. 43 Bergleute (1954 noch 186) verloren ihre Arbeit.

Der ehemalige Tagebau hat sich inzwischen mit Wasser gefüllt und es ist der Stellbergsee, im Volksmund der Mondsee, entstanden, heute ein beliebter Badesee zwischen Wattenbach und Wollrode.

Geschichte

Der erste Eco-Pfad in Söhrewald informiert über die Bergbautradition in der Söhre. Hier spielten die Vorkommen an Kohle und Basalt eine besondere Rolle.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich vor allem Wattenbach mit der Zeche Stellberg zu einem Bergmannsdorf. Im Jahre 1836 wurde das Braunkohlenbergwerk am Stellberg in der Söhre gegründet und erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (1967) die Förderung eingestellt. Die Gesamtfördermenge soll nach Schätzungen etwa 5 Millionen Tonnen betragen haben.

Die Bergmannstradition wird bis zum heutigen Tag gepflegt. Bei örtlichen Veranstaltungen kann man noch Bergleute in ihren schmucken Uniformen bewundern.

Söhrebahn

Soehrebahn letzte.jpg

Die Söhrebahn AG wurde 1910 von den drei Söhregemeinden und den wichtigsten Hauptaktionären Casseler Basaltindustrie (CBI), Hessische Braunkohle (HBZ) und Henschel und Sohn gegründet. Auch die Stadt Kassel besaß Anteile.

Ab 1912 wurde eine normalspurige Bahn vom Bahnhof Kassel-Bettenhausen bis Wellerode-Wald auf einer 10,6 km langen Strecke betrieben.

Vordergründiger Anlass für den Bau war wohl das Ziel die Braunkohle, die am Stellberg gefördert wurde, zu den Abnehmern nach Kassel zu transportieren. Aber auch zahlreiche andere Betriebe siedelten sich längs der Strecke an und bekamen Anschlussgleise.

Die wirtschaftliche Entwicklung führte am 1. September 1966 zur Einstellung des Personenverkehrs und eines Teils des Güterverkehrs. Nachdem die Basalt- und Braunkohlenindustrie das Interesse an der Bahn verloren hatte, übernahm die Deutsche Bundesbahn am 1. Januar 1970 den restlichen Güterverkehr. Dieser ging in den folgenden Jahren auf neu errichtete Anschlussbahnen und andere Verkehrsträger.

Literatur

  • Geschichtskreis Söhrewald (Hrsg.), „Glück auf am Stellberg“ (das Buch beschäftigt sich mit dem Kohlebergbau rund um die Söhre) [1]

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 11.10.13: Neues Buch zeigt Bergbau in der Söhre

Weblinks