Eco-Pfad Bergbau Holzhausen Reinhardswald

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Hinweisschild am Bürgerhaus in Holzhausen

Der Eco Pfad Bergbau Holzhausen Reinhardswald führt in drei Teilstrecken zu den einstigen Zechengeländen am Gahrenberg, Kleeberg und Osterberg.

In der Gegend um Holzhausen im Reinhardswald wurde fast 400 Jahre lang bis 1970 unter Tage Braunkohle abgebaut.

Der Eco-Pfad Bergbau führt auf insgesamt rund 17,2 km zu den einstigen Zechengeländen. Er kann von den Parkplätzen „Roter Stock“ oder „Bürgerhaus“ in Holzhausen aus erwandert werden. [1]

Geschichte

Bereits im Mittelalter war Holzhausen ein Bergbau-Standort und noch heute sind Spuren des Kohleabbaus zu finden. Besonders im südlichen Reinhardswald wurde Braunkohle abgebaut, am Ahlberg, am Gahrenberg und am Möncheberg.

Erstmals wurden 1592 und 1611 Kohlenbergwerke zu Holzhausen erwähnt. Bald darauf betrieben die Landgrafen von Hessen die Zechen von 1617 bis 1666, um Kohle für die Eisenhütte in Knickhagen zu gewinnen. Diese frühesten Bergwerke befanden sich vermutlich am Osterberg. Entlang des östlichen Osterbachtals befand sich ein Braunkohlenvorkommen von ca. 1,5 km Länge und 200 bis 300 m Breite.

Während der Braunkohlenabbau hier bis zum Ende des 19. Jahrhunderts aufgegeben wurde, wurde die ebenfalls im Reinhardswald gelegene Zeche Gahrenberg bis zum Jahre 1970 betrieben.

Schon im 16. Jahrhundert baute Johann Pfeffer aus Kassel am Gahrenberg einen Stollen zur Kohlegewinnung. Hier fand er auch Alaunerde, ein schwefelhaltiges Mineral, das unter anderem als Beize eingesetzt wurde. Besonders aber der Abbau der Braunkohle hat eine lange Tradition im südlichen Reinhardswald. Am Gahrenberg lagerte unter einer Basaltdecke ein Kohlenvorkommen von ca. 1,8 km Länge, 300 bis 500 m Breite und einer Mächtigkeit von ca. 10 m.

Andere Zechen kamen hinzu. Am Ahlberg wurde, ähnlich dem Gahrenberg, zumindest vom 18. Jahrhundert an bis 1925 Braunkohle untertage mit Hilfe eines Schrägstollens abgebaut (siehe dazu auch die Regiowiki-Artikel zum Ahlberg und zum Eco-Pfad Ahlberg-Mariendorf).

Und in der Zeche Wilhelmshausen wurden in der Zeit von 1900 bis 1922 etwa 780000 Tonnen Kohle gefördert, bevor die Vorräte in diesem Areal als abgebaut galten.

Nach der Stilllegung der Zeche Wilhelmshausen nahm die Firma Wegmann die Zeche Kleeberg (zum Eigenbedarf) in Betrieb.

Von 1923-1955 baute die Kasseler Firma Wegmann Braunkohle ab. Häufige Wasser- und Schlammeinbrüche erschwerten den Abbau in dieser Zeche erheblich und stellten eine Gefahr für die Bergleute dar.

Wegen eines Grubenbrandes im Jahr 1949 konnte der westliche Bereich allerdings nicht vollständig abgebaut werden.

Für dieses neue Bergwerk war die Seilbahnstrecke vom Osterberg um ca. weitere 3 km erweitert worden. Bereits 1893 war eine ca. 4 km lange Kohlenseilbahn vom Osterberg zum Verladebahnhof Speele auf dem rechten Fuldaufer errichtet worden, um von dort die Kohle per Eisenbahn weiter nach Kassel zu transportieren.

Schon im 16. Jahrhundert begann der Braunkohlenabbau am Osterberg. Die hessischen Landgrafen gewannen dort im 17. Jahrhundert Kohle für ihre Eisenhütte in Knickhagen. Vom 18. Jahrhundert bis 1964 gab es eine Vielzahl von Zechenbetreibern an unterschiedlichen Standorten. 1893 entstand dann eine ca. 4 km lange Kohlenseilbahn zum Verladebahnhof Speele, die später zu den Zechen an Gahrenberg und Kleeberg erweitert wurde.

Ebenfalls durch die Kasseler Firma Wegmann wurde in den Jahren 1954 bis 1955 nördlich der Gewerkschaft Holzhausen ein 3,5 m dickes Flöz in 9 m Tiefe abgebaut und 1954 konnte in südlicher Richtung ein weiteres, 12 m mächtiges Flöz, erschlossen werden, das den Namen Zeche Neue Hoffnung erhielt. Hier fand Bergbau bis zum Jahr 1964 statt.

Streckenabschnitte

  • Streckenabschnitt Gahrenberg (ca. 8,5 km)
  • Streckenabschnitt Kleebert (ca. 4,2 km)
  • Streckenabschnitt Osterberg (ca. 4,5 km)

siehe auch

Start für den Eco-Pfad: das Bürgerhaus in Holzhausen

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 19.10.2013: Eco Pfad zu fast 400 Jahren Braunkohleförderung

Weblinks