Eco-Pfad Ahlberg-Mariendorf

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Der Ahlberg

Seit Herbst 2007 führt ein weiterer Rundweg des EcoMuseums Reinhardswald unter der Bezeichnung „EcoPfad Ahlberg-Mariendorf“ über den Ahlberg im Reinhardswald.

Der Weg ist von der Bushaltestelle Ahlberg aus gut beschildert und bei trockener Witterung problemlos begehbar.

Der Rundweg

Der Rundweg beginnt am Parkplatz an der Reithalle am Nordrand von Mariendorf. Er führt durch die Siedlung am Ahlberg, über eine 394 m hohe Basaltkuppe, ins „Bärenloch“ und durch einen Hohlweg - vorbei an einem Hutestein - zurück nach Mariendorf.

Mehrere Schautafeln an verschiedenen Stationen erläutern die geologischen und archäologischen Besonderheiten des Ahlbergs, darunter gibt es Hinweise zur Geschichte des Braunkohlebergbaus am Ahlberg und zu den Bergbaustätten (1755 - 1925), zu Tongruben und Ziegelhütte sowie zur Keramikherstellung im Spätmittelalter (13. - 15. Jahrhundert), zum Ringwall und zur Warte (8. - 10. Jahrhundert), zur Wüstung Reinersen (11. - 16. Jahrhundert), zu den Tongruben und der Ziegelhütte sowie zu Hutestein, Landwehr und Wildgraben.

Die Kohle wurde am Ahlberg in geringer Tiefe unter Tage abgebaut. Mit der Kohle belieferte man seinerzeit auch die Garnison in Hofgeismar, Branntweinbrennereien oder die Ziegelhütte am Ahlberg.

Neben dem noch vorhandenen etwa zehn Meter hohen Pyramidenstumpf des ehemaligen Schüttelwerkes befand sich der 29 m tiefe Förderschacht. Daneben ist eine Lore aufgestellt, die einst dem unterirdischen Transport der Kohle diente. Nicht mehr vorhanden ist das ehemalige Steigerhaus, ein Fachwerkhaus mit wechselvoller Geschichte.

HNA – online vom 17.8.2010:

Investor und Hessen-Forst ziehen sich aus Plänen zurück
Steigerhaus wird nicht wieder aufgebaut

Reinhardshagen/ Holzhausen. Das Projekt Steigerhaus ist gestorben. Das vor zwei Jahren bei Renovierungsarbeiten eingestürzte Gebäude am Gahrenberg im Reinhardswald wird nicht wieder aufgebaut.

Wie der Leiter des Forstamtes Reinhardshagen, Dr. Norbert Teuwsen sagte, habe sich der Investor aus dem Vorhaben zurückgezogen. Strenge baubehördliche Auflagen, nicht akzeptable Forderungen des Landes Hessen als Eigentümer des Baugrundes und die Ansprüche der politischen Parteien aus Reinhardshagen hätten den privaten Geldgeber dazu bewogen, vom Wiederaufbau des Steigerhauses Abstand zu nehmen.

Nach dem Einsturz des etwa 150 Jahre alten Hauses hatte sich Hessen-Forst als Bauherr und der Kasseler Investor für einen Neubau eingesetzt, der dem originalen Steigerhaus nachempfunden sein sollte.

Als Betriebsstützpunkt des Forstamtes Reinhardshagen und Jagdhaus hatte das Gebäude ausgebaut werden sollen. Zudem hatte der Investor die Immobilie privat nutzen wollen. (ant)

Zu den Bodenschätzen am Ahlberg gehörte auch der hochwertige Ton, der in früherer Zeit zur Gebrauchstöpferei und Ziegelherstellung benötigt wurde. Eine weitere Station des Eco-Pfads verweist auf die im Gelände sichtbaren vielen Vertiefungen (Pottkaulen) und erinnert an die Töpfereien des im Mittelalter nahe gelegenen Töpferdorfs Reinersen.

Ebenso informiert eine weitere Station des Eco-Pfads über den Ringwall und die ehemalige Warte am Ahlberg. Bereits aus der Eisenzeit (Hallstatt- und Latènezeit) ist die Wallanlage auf dem Ahlberg im Reinhardswald als Siedlung bekannt.

In späterer Zeit entstand im späten Mittelalter auf dem Gipfelplateau eine Warte, deren Turm 1686 abgebrochen wurde und dessen Steine als Baumaterial bei der Anlage von Mariendorf gebraucht wurden.

Galerie

Literatur

  • Rolf Gensen, „Die Ringwallanlage auf dem Ahlberg bei Immenhausen-Mariendorf“ in: Stadt und Landkreis Kassel. Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 7, Stuttgart 1986, S.129ff.
  • Jörg Lindenthal, „Kulturelle Endeckungen - Archäologische Denkmäler in Hessen“, Darmstadt 2004, S.95, ISBN 3-934377-734
  • Nobert Lippenmeier, Das Steigerhaus am Ahlberg, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2006, S. 11 ff.
  • Region Kassel Land e.V. (Hrsg.), Unterwegs im Reinhardswald - 52 Wege und Ziele, Wolfhagen 2011

siehe auch

Ahlberg - Relikt aus dem Bergbau

Weblinks