Echte

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Wappen Karte
Wapechte.png Deutschlandkarte, Position von Kalefeld hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Northeim
Gemeinde: Kalefeld
Geografische Lage: 51° 78' N, 10° 6'
Höhe: 139 m ü. NN
Einwohner: 1255 (01.11.2011)
Ortsbürgermeister: Bernd-Andreas Herrmann (SPD)
Offizielle Webseite: www.echte.de

Echte ist ein Ortsteil der Gemeinde Kalefeld im Landkreis Northeim mit ca. 1.300 Einwohnern und liegt direkt an der Anschlusstelle 68 der A 7 zwischen Hannover und Kassel.

Die Bundesstraße 248 zwischen Seesen und Northeim durchquert den Ort in Nord-Süd-Richtung, die Bundesstraße 445 verbindet Echte mit Bad Gandersheim.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Durch Echte fließt die Aue, ein Nebenfluss, der südlich von Kreiensen in die Leine mündet.

Echte ist umgeben von den Erhebungen der Luhne (323 m) im Süden, des Bierbergs (268 m) im Südwesten und des Kahlbergs (371 m) im Norden.

Geschichte

Zu den ältesten Orten im westlichen Harzvorland gehört Echte. 826 wurde die Siedlung Eti zum ersten mal erwähnt. Aus Funden von römischen Münzen lässt sich schließen, dass die Siedlung Echte noch älter ist.

Seit der mittleren Steinzeit wurde das Gebiet um Echte vom Leinetal her besiedelt. Die erste Inkulturnahme erfolgte in der Bronzezeit, erkennbar durch heute noch auffindbare Hügelgräbergruppen südlich von Echte und bei Oldenrode. Vermutlich ist der größte teil des Alten Amtes spätestens seit dem 5. Jahrhundert n. Chr. waldfrei gewesen. Lediglich um Westerhof und Wiershausen ist später noch gerodet worden. Die Siedlungs- und Kulturformen sind heute noch an den Ortsnamen zu erkennen. Wir finden hier die Endungen -rode, -hausen, -feld und -hof.

Die Besiedlung von Echte steht in Zusammenhang mit der wichtigen Verkehrsverbindung von Frankfurt über Northeim nach Goslar, ebenso von Einbeck nach Osterode. Dieses ist der Grund für die spätere zentrale Entwicklung der Gemeinde Echte und der historischen Bedeutung für das Alte Amt. Da in Echte die Frankfurt-Braunschweiger Straße das Überschwemmungsgebiet der Aue durchzog, war hier ein Bohlenweg angelegt (heute gibt es noch den Namen Bohlweg).

Von 826 bis 1273 hatte die Siedlung folgende Namen: Eti, Ethe, Hechti, Ekte, Hechte, Echte. Bis 1583 existierten noch folgende andere Bezeichnungen: Eichte und Echtte. Das Zentrum der Siedlung dürfte die Bökequelle sein. Grund zu dieser Annahme liefert die Tatsache, dass hier über 1000 Jahre alte Eichen stehen und das sich hier bis heute unter anderem der Flurname Herrenwiese erhalten hat. Außerdem haben sich bis heute die Flurnamen Böke, Klausberg und Brobeck erhalten. Kaspul, eine Quelle in der Mitte des heutigen Dorfes, wird als Zentrum der sich früh entwickelnden Ortschaft gesehen. Hier gründete man einen Gerichtsplatz, den Thie. Dass dieser Platz Mittelpunkt dörflichen Geschehens und Gerichtsstätte war, bewiesen dort liegende Sitzsteine.

Am Klausberge im Südosten oberhalb von Echte lag die Echter Burg. Die Gründung der Burg ist unbekannt. Sie wurde in den Urkunden über den Herwingsberger Krieg zwischen dem Bischof Siegfried von Hildesheim und Heinrich II. (der Wunderliche genannt) erwähnt. Nach dem Sieg bei Einbeck 1290 zog Bischof Siegfried mit seinen Scharen vernichtend durch Grubenhagen. Fünf Burgen Heinrichs wurden dabei zerstört, unter anderem die Echter Burg 1291. Mauer- und Wallreste sowie ein fast verschütteter Brunnen waren noch bis 1900 zu sehen.

Im 13. Jahrhundert bestand das Dorf aus 4 Vollhöfen, 6 bis 8 Halbhöfen und etwa 12 Kothstellen, das erwähnen Urkunden aus dieser Zeit. Etwa 150 Bewohner mögen es gewesen sein.

Die Kirchenbücher sind seit 1635 lückenlos vorhanden.

Das handwerkliche Leben war in Echte schon sehr früh und stark entwickelt. 1657 entstanden in Echte 86 Wohnhäuser und der Ort zählte 362 Einwohner. Davon waren 16 Handwerker. Echte war eine aufstrebende Gemeinde. Dies beweist die Tatsache, dass im Jahre 1779 Echte 479 Einwohner hatte. An der Häuserzahl hatte sich nichts geändert. Jedoch waren in Echte 35 Handwerker (1 Chirurgus, 1 Rossarzt, 2 Müller, 4 Schneider, 6 Schuster, 8 Leineweber, je 1 Drechsler, Tischler, Fenstermacher und Rademacher, 5 Zimmerleute und je 2 Schmiede und Maurer). Die Höfestatistik weist 10 Meier und 60 Groß- und Kleinköthner auf. Auch weiterhin entwickelte sich Echte zu einer zentralen Gemeinde. Im Jahr 1821 waren es 694 Personen.

Die 944 Einwohner des Jahres 1845 verringerten sich innerhalb von drei Jahren auf 902. In den Letzten 10 Jahren, besonders aber während der Jahre 1845 und 1846, fand eine ziemlich starke Auswanderung – zum Teil noch von der Gemeinde unterstützt – nach Amerika statt; im ganzen von etwa 100 Köpfen, meistens grundbesitzlose Familien und einzelne Handwerker und Tagelöhner. Die Zahl der Wohnhäuser betrug 103.

Um 1880 wanderten erneut sehr viele Echter Bürger aus.

Während der Weimarer Republik zählte Echte 776 Einwohner und bot vielen Evakuierten aus dem Rheinland Unterkunft und Lebensunterhalt.

Nach der Errichtung der »Erzgrube Echte« zum Abbau von Eisenerz, dem Neubau von 32 Kleinsiedlerstellen und dem Zuzug von Bergmannsfamilien aus dem Revier hatte Echte 1.066 Einwohner im Jahre 1939. Fünf weitere Wohngebäude mit 20 Volkswohnungen und die neue Schule In der Trift wurden gebaut.

Nach Ende des 2. Weltkriegs verließen viele Evakuierte Echte, um ihre zumeist kriegszerstörten Heimstädte wieder aufzusuchen. Somit wurde Wohnraum für die Flüchtlinge, die aus allen Himmelsrichtungen kamen, geschaffen. Wie in den meisten Teilen von Deutschland wurde damit die gesamte Bevölkerungsstruktur verändert. Von 1945 bis 1948 stieg die Einwohnerzahl von Echte auf ca. 2.000 an, d.h. auf die doppelte Einwohnerzahl als vor Kriegsbeginn.

Am 01.03.1974 ging die bis dahin selbstständige Gemeinde Echte in der Einheitsgemeinde Kalefeld auf. Im Zuge der Kreisreform erfolgte im Jahre 1977 die Zuordnung vom Landkreis Osterode zum Landkreis Northeim.

Infrastruktur

Echte verfügt über eine gute Infrastruktur. So befindet sich hier ein Teil der Gemeindeverwaltung (Ordnungsamt, Einwohnermeldeamt und Standesamt), eine zweizügige Grundschule und ein Kindergarten (ca. 100 Plätze) mit Integrationsgruppe. Außerdem ist der Einrichtung eine Hortgruppe angegliedert, die im Haus der Kirche untergebracht ist.

Weiterhin sind im Ort 2 Ärzte, ein Zahnarzt, eine Apotheke, Einkaufsmärkte, Einzelhandelsgeschäfte, Gaststätten, eine Tankstelle mit Rastanlage und ein Seniorenheim sowie weitere Dienstleistungsbetriebe angesiedelt. Postalische Dienstleistungen können in einer Verkaufsstelle in Anspruch genommen werden.

Politik

Im Ortsrat sind in der Wahlperiode 2011 bis 2016 die SPD mit 5 Mandaten und die CDUmit 4 Mandaten vertreten. Der Ortsbürgermeister wird mit Bernd-Andreas Herrmann von der SPD gestellt.

Vereine und Verbände

In Echte tragen 11 örtliche und 3 überörtliche Vereine zu einem aktiven Dorfleben bei. Dies sind u. a.

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