Eberschützer Klippen

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Auf einem steil ansteigenden Bergrücken, südlich des Dorfs Eberschütz (heute ein Stadtteil von Trendelburg) liegen die Eberschützer Klippen.

Sie bestehen aus Kalkstein und erheben sich über das Tal der Diemel. Von hier bietet sich ein weiter Blick auf den gewundenen Flußlauf.

Fluchtburg über der Diemel

Auf einer Kalkstein-Felsnase befinden sich in etwa 120 m Höhe über dem Diemeltal die Überreste einer alten frühgeschichtlichen Fluchtburg der Karolinger aus dem 8./ 9. Jahrhundert. Nach der Legende soll der heilige Sturmius, ein Schüler von Bonifatius, hier seine erste Missionspredigt gehalten haben.

Einen Gedenkstein mit der Sage vom grünenden Pilgerstab hat der Heimatverein Eberschütz in 1997 auf den Eberschützer Klippen aufgestellt (siehe dazu weiter unten!).

Die frühmittelalterliche Burganlage ist offenbar an die Stelle einer Befestigung getreten, die hier schon während der älteren Eisenzeit (der sog. Hallstattzeit) entstanden war.

Die Burganlage aus dem 8. bis 9. Jahrhundert gliederte sich seinerzeit in eine besiedelte Hauptburg und eine kaum bewohnte Vorburg. Von hier hatte man einen Überblick auf das tiefer gelegene Siedlungsgebiet und und offenbar auch auf eine Furt durch die Diemel.

Große Gräben und Wälle schützten die hier einstmals vorhandene Burganlage aus dem Frühmittelalter.

Landschaftsschutzgebiet

Die Eberschützer Klippen und der Dingel wurden im Jahre 1987 als Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet mit einer Fläche von 147,85 ha ausgewiesen, davon sind 112,25 ha Naturschutzgebiet.

Die Bahnlinie von Hümme über Liebenau nach Warburg führt heute an den Eberschützer Klippen vorbei. Unmittelbar danach schließt sich der etwa 335 m hohe Olmesberg an, über den der nahegelegene Heuberg zu erreichen ist.

In der Nähe der Eberschützer Klippen – zwischen Eberschütz und dem Hofgeismarer Stadtteil Hümme – liegt der Dingel, ein Segelfluggelände auf etwa 200 m Höhe.

Literatur

  • Region Kassel Land e.V. (Hrsg.), Unterwegs im Reinhardswald - 52 Wege und Ziele, Wolfhagen 2011

Sage vom grünenden Pilgerstab

Nach der Legende soll der heilige Sturmius, ein Schüler von Bonifatius, am Ort seine erste Missionspredigt gehalten haben.

Seit ewigen Zeiten findet der traditionelle und musikalisch umrahmte Himmelfahrtsgottesdienst mit reger Beteiligung auf den Eberschützer Klippen statt.

Nach dem Gottesdient und einem guten Frühstück geht es dann wieder talabwärts. Ein im Jahr 1997 vom Heimatverein Eberschütz aufgestellter Gedenkstein erinnert an die Sage vom grünenden Pilgerstab:

Zu den Menschen, die einst hier lebten, kam ein Mann, der sie zum Christentum bekehren wollte. Bei einer ihrer Versammlungen trat er in ihre Mitte, hielt einen großen Pilgerstab in der Hand und begann von Jesus zu erzählen, der als Gottes Sohn genau an diesem Tag vor langer Zeit gen Himmel gefahren sei. Als der Pilger die Versammlung aber wegen ihres Glaubens an ihre Götter schalt, erregte er Unmut. Doch er ließ sich nicht beeindrucken und rief mit lauter Stimme, wobei er seinen Pilgerstab in die Erde stieß: "Das was ich Euch verkünde ist so wahr, wie dieser dürre Stab durch Gottes Allmacht Knospen und Blätter treiben wird".Und der Stab bekam Blüten und Blätter, so dass die versammelten Heiden ihrem Glauben abschworen und Christen wurden.

Die Sage kann heute auf dem Gedenkstein nachgelesen werden, der am Rande der Klippen steht.

Literatur und Quelle:

  • Heinrich Rohde, Weserwellen und Diemelgrand - Geschichten und Sagen aus dem Gebiete der oberen Weser, der Diemel und der Esse, 5. Auflage aus Anlaß seines 50. Todestages, herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Micha Röhring, Hofgeismar 1995, S. 53 f.

siehe auch

Wandern

  • Wandertipp rund um die Eberschützer Klippen (Länge 14 km) mit Start und Ziel am Bahnhof in Hümme: von dort führt der Wanderweg über Dingel, Eberschützer Klippen und Eberschütz und an der Diemel entlang zum Ausgangspunkt zurück.

Weblinks