Druselturm

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Druselturm Alt-Kassel

Vor 600 Jahren - im JAhre 1415 - wurde der Druselturm errichtet.

Er diente zur Verstärkung der Stadtmauer als Gefängnis mit tiefen Verliesen, in die die Gefangenen durch ein kreisrundes Loch - Astloch genannt - hinuntergelassen wurden.

Seinen Namen hat der Turm vom Druselbach, der hier an die Stadtmauer herangeleitet wurde, um den Stadtgraben und den Druselteich vor dem Turm (jetzt Druselplatz) zu speisen.

Durch die Einleitung des Druselkanals in die Stadt Kassel war die Stadtbefestigung an dieser Stelle geschwächt.

Geschichte

Der runde Druselturm wurde damals als Wehrturm in die Stadtmauer eingelassen. Als diese später abgerissen wurde, blieb der Druselturm stehen. Ursprünglich diente der Druselturm, der auch Teichturm hieß, als Wehrturm und Gefängnis. Die Gefangenen wurden durch ein Loch im Boden des Turms in die darunterliegenden Verliese herabgelassen. Landgraf Philipp der Großmütige, der zwischen 1547 und 1552 in den Niederlanden kaiserliche Gefängnisse von innen erleben musste, ließ die Verliese später mit einer Heizung versehen. Auch als Räucherkammer für den Hof, Materiallager und zuletzt als Fotogeschäft fungierte der Turm.

Nicht immer bedeckte den Druselturm das schlichte Kegeldach, das ihn heute behütet. Von 1906 bis 1943 trug der Turm ein schmuckes Dach mit vier Erkertürmchen, die lange Zeit das Stadtbild prägten. Im Zweiten Weltkrieg aber brannte der Turm aus und das Dach wurde zerstört. Zum zweiten Mal in seiner Geschichte, denn bereits 1905 war der Turm vollständig ausgebrannt. Man nimmt an, dass der Turm bereits bei seiner Erbauung mit Dacherkern ausgestattet wurde. 1686 aber war dieses Ur-Dach abgebrochen worden, weil es schadhaft war. Zu dieser Zeit erhielt der Druselturm jedenfalls ein schlichtes erkerloses Kegeldach.

Der Druselturm war übrigens bereits vor dem Zweiten Krieg in Gefahr. Bei dem Feuer im Jahr 1905 wurde der Turm erheblich beschädigt. Mit nur einer Stimme Mehrheit entschied damals die Stadtverwaltung, den Turm nicht abzureißen und ihn wieder aufzubauen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte hier der als Trümmerfotograf bekannt gewordene Walter Thieme sein - noch provisorisches - Geschäft.

Nach dem Krieg orientierte man sich am Vorbild des einst schlichten und erkerlosen Kegeldachs und war erst 1960 fertig mit dem Wiederaufbau.

Seit Januar 2007 war der Druselturm in grüne Netze eingepackt und mit einem Gitter abgesperrt. Der Grund: Der zum großen Teil jahrhundertealte Fugenmörtel bröckelte. Der einst höchste Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigung musste saniert werden.

Namensgebung

Seinen Namen verdankt der Druselturm der Drusel, die an dieser Stelle unter der Mauer in die Stadt hinein floss. Dieses Wasser wurde im Druselteich gespeichert und floss dort in steinernen Rinnen, die man "Drusel" nannte in die Straßen. Die Frauen nutzten dieses Wasser zum putzen und waschen, als Trinkwasser war es allerdings nicht geeignet. Er hat als einer der letzten mittelalterlichen Bauten der Stadt einige Brände und Sturmzeiten überlebt. Im Bereich Hedwigstraße zwischen Unterer Königsstraße und Oberster Gasse ist der Verlauf der alten Stadtmauer durch farbiges Pflaster kenntlich gemacht.

siehe auch

Verlorene Stadt

Ausstellung: Verlorene Stadt

Der Druselturm ist der letzte erhaltene Rundturm der mittelalterlichen Stadtmauer Kassels. In den Jahren 1414/1415 wurde er nachträglich in den Mauerring eingefügt. Der Zugang erfolgte nur über den Wehrgang der Stadtmauer. Unterhalb befand sich ein gewölbtes Verlies, und im obersten Geschoss wohnte ein Turmwächter.
In der Obersten Gasse, mit Blick auf Druselplatz und Druselturm, 1910. Links vorne das Eckhaus Druselplatz 6 / Oberste Gasse, im Hintergrund fällt der Blick auf die Hauptpost am Königsplatz. Im Rücken des Photographen führt die Druselgasse den Hang hinab bis zum Graben.
Das Mauerwerk war weiß verputzt, und am Turmhelm erhob sich über jedem der obersten sechs Fenster ein Wichhaus mit spitzem Helm. Diese Aufbauten wurden allerdings 1686 beseitigt, als man den Turmhelm erneuerte.

In der Neuzeit wurde der Druselturm funktionslos und diente zuletzt als Lager, bis er 1905 ausbrannte. Nur mit einer Stimme Mehrheit entschied sich der Magistrat gegen den Abbruch, und 1906 erfolgte der Wiederaufbau. Dabei erhielt der neue Turmhelm vier Wichhäuschen (statt der einstigen sechs), die allerdings beim Großangriff 1943 untergingen. Nach 1945 nutzte zunächst der Fotograph W. Thieme die Ruine als Atelier. Beim Wiederaufbau errichtete man wieder einen schlichten Helm nach dem Vorbild von 1686. Die letzten Reste des mittelalterlichen Verputzes wurden erst in jüngster Zeit abgeschlagen.

Weblinks

  • Druselturmim KasselWiki, mit Erläuterungen zum Namen