Dr. Johann Andreas Eisenbarth

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Dr. Johann Andreas Eisenbart (1663 - 1727)

Doktor Johann Andreas Eisenbart (auch Eisenbart, Eysenbarth, Eysenparth) (* 27. März 1663 in Oberviechtach; † 11. November 1727 in Hann. Münden) war ein zu seiner Zeit berühmter Wundarzt. Die letzten Wochen seines Lebens wirkte er in der Stadt Hann. Münden, wo bis heute auf vielfältige Weise an ihn erinnert wird.

Berühmte Mündener

Als „Frembder“ wurde er am 11. November 1727 in der St. Aegidienkirche beigesetzt. Dafür, dass Doktor Eisenbart heute eine der Hauptwerbefiguren der Stadt Hann. Münden ist, mag das verwundern. In der Tat verbachte der seinerzeit berühmte Wundarzt nur die letzten Wochen seines Lebens in Münden, wo er im Gasthof „Zum wilden Mann“ Quartier genommen hatte. Der 1663 (und nicht 1661, wie es sein Sohn fälschlich auf den Grabstein gravieren ließ) in Oberviechtach geborene Johann Andreas Eisenbart war seinerzeit einer der berühmtesten Wundärzte und Chirurgen. „Er war anders als sein Ruf“, steht auf der Tafel vor seinem Sterbehaus in der Langen Straße. Im Gegensatz zu den damals massenhaft umherziehenden Kurpfuschern war Eisenbart aufrichtig um das Wohl seiner Patienten bemüht.

Die teilweise marktschreierischen Methoden waren eben Teil des Berufsbildes. Die Begleitung der öffentlichen Behandlungen mit einer Musikkapelle und das Verteilen von Flugblättern als Werbung waren damals nichts Außergewöhnliches. Bei den Auftritten des Doktors gab es für das Publikum Operationen hautnah zu sehen. Und die Schreie zu hören. Denn Narkose- und auch Desinfektionsmittel gab es im 17. Jahrhundert noch nicht. Dennoch ist überliefert, dass Eisenbart (den man in seinem Geburtsort übrigend mit „th“ am Ende schreibt) seine Patientenweitgehend schmerzfrei behandelte.

Der offenbar erfolgssüchtige Eisenbarth war Zeit seines Lebens auf der Jagd nach immer neuen Privilegien: 1717, auf der Höhe seines Ruhmes, wird er sogar zum Preußischen Hofrat und Hof-Augenarzt ernannt. Wenige Jahre später wird Eisenbart selbst krank. Die Gicht und ein Schlaganfall machen ihm die Arbeit in seinen letzten Jahren schwer. (rud)

Hinweis: In der Langen Straße 79 findet sich das Sterbehaus des Doktor Eisenbarts. Sein Grabstein befindet sich an der Nordseite der St. Aegidienkirche.

Literatur

  • Ein ausführlicher Text über Doktor Eisenbart (Autor: Eduard Quellhorst) findet sich in: „Mündener Persönlichkeiten aus sechs Jahrhunderten“, hrsg. vom Heimat- und Geschichtsverein Sydekum, 26,50 Euro

siehe auch

Wide wide witt - bum bum

Figurengruppe des Glockenspiels in Hann. Münden.

Der Wundarzt Johann Andreas Eisenbarth wurde am 27. März 1663 in Oberviechtach (Oberpfälzer Wald) geboren. Jeden Sommer finden hier die Eisenbarth-Festspiele statt.

In Oberviechtach aber auch in Hann. Münden, Bamberg oder Magdeburg wurden Strassen und Schulen nach ihm benannt. In der Stadt Magdeburg kaufte Eisenbarth im Jahre 1703 das Haus "Zum güldenen Apfel" und errichtete hier eine Arzneimittel-Manufaktur. Auch in der Stadt Göttingen wird mit einer Gedanktafel im Schwarzen Bären an ihn erinnert.

All dieser Ruhm ändert nichts daran, dass Doktor Eisenbarth bis heute besonders durch ein um 1800 verfasstes Spottlied bekannt geblieben ist, dessen Inhalt sich mit den durchaus unzuverlässigen Heilungserfolgen der damaligen Zeit beschäftigt.

In dem Lied heißt es unter anderem:

Ich bin der Doktor Eisenbart, wide wide witt bum bum.
Kurier' die Leut' auf meine Art, wide wide witt bum bum.
Kann machen, dass die Blinden geh'n, wide wide witt juchheirassa,
und dass die Lahmen wieder seh'n, wide wide witt bum bum.

Weblinks