Sababurg

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Sababurg
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Die Sababurg im Reinhardswald

Die Sababurg (nahe der Stadt Hofgeismar) entstand auf den Ruinen der im Jahre 1334 unter der Herrschaft der Mainzer Erzbischöfe erbauten "Zapfenburg". Damals diente die Burg dem Schutz der Pilger des nahen Wallfahrtsorts Gottsbüren. Zu jener Zeit gehörten zur weltlichen Macht der Mainzer Erzbischöfe auch große Bereiche an der Diemel und der oberen Weser, darunter auch die nahe der Stadt Hofgeismar gelegene Schutzburg auf dem Schöneberg oder die Stadt Hofgeismar selbst.

Erst unter den Landgrafen Wilhelm I. und Wilhelm II. von Hessen entstand auf den Ruinen der "Zapfenburg" - in den Jahren 1490 bis 1492 - wieder ein befestigtes Haus, und in späteren Jahren - etwa ab 1508 - unter Landgraf Wilhelm II. die Sababurg als Jagdschloss im Reinhardswald.

Landgraf Wilhelm IV. gründete dann im Jahre 1571 am Fuße der Burg den Tierpark Sababurg, einen der ersten in Europa. Der Tierpark wurde im Jahre 1971 wieder eingerichtet und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. In der Nähe befindet sich im Reinhardswald der Urwald Sababurg.

Auch die Sababurg wird heute gern besucht. Nach dem Siebenjährigen Krieg (bis 1763) verfiel das Schloss zunächst und 1826 wurden sogar drei Flügel der Burg abgerissen. 1959 wurde dann die Ruine zu einem Hotel umgebaut.

Erhalten geblieben sind die Wallgräben, der östliche Treppenturm sowie Teile der Ringmauern mit den Flankentürmen, die sich nach Sanierungs- und Umgestaltungsarbeiten in den letzten Jahren wieder in attraktiver Form präsentieren.

Heute ist die Burg insbesondere als Dornröschenschloss nach einem Märchen der Brüder Grimm bekannt.

Sababurg ist aber auch der Name des an der Burg gelegenen Ortsteils von Beberbeck, einem Stadtteil von Hofgeismar.

Dornröschenschloss Sababurg

Dornröschen

Sababurg - Ruine des Palas

In der Sagenwelt Nordhessens galt die Sababurg längst nicht zu allen Zeiten als Dornröschenschloss. Und so erinnert heute am Fusse der Sababurg eine aus Holz gefertigte Statue an die Riesin „Saba" als Namensgeberin der Burg.

Doch nicht nur in der Tourismus-Werbung ist der Reinhardswald in erster Linie ein Märchenwald, wie man ihn schöner kaum träumen kann.

Entsprechend gibt sich Nordhessen zwischen Weser und Diemel ganz märchenhaft.

Hier, inmitten der deutschen Märchenstraße, schlief Dornröschen auf der Sababurg, warf Rapunzel (auf der Burg Trendelburg) ihr Haar herab und trieben Riesen, Kobolde und Trolle ihr Unwesen.

Über 200 Kinder- und Hausmärchen trugen die Gebrüder Grimm zusammen, darunter auch das Märchen von Dornröschen.

Hundert Jahre soll Dornröschen auf der Sababurg verschlafen haben, die in späteren Jahren zu einem Hotel und Restaurant ausgebaut wurde.

Dornröschen ist wahrscheinlich das bekannteste Grimmsche Märchen. Ihm wurde von einer bösen Fee prophezeit, es werde sich an seinem 15. Geburtstag an einer Spindel stechen und in einen todesähnlichen Schlaf fallen. Und so geschah es, bis ihr Prinz kam und sie wach küsste.


Sammlung Dornröschenschloss Sababurg

Aus der HNA - Ausgabe Hofgeismar vom 5. Mai 2007 (Autorin: Antje Thon):

2007: Dornröschen Jenny Range und Hotelinhaber Günter Koseck
Ansicht der Sababurg

Es ist ein kleiner Schatz, der hinter den Mauern der Sababurg schlummert. Alles, was irgendwie mit Dornröschen zu tun hat, bewahrt Günther Koseck in Stahlschränken auf. Eine Sammlung, die bislang noch niemand in ihrer ganzen Breite zu Gesicht bekommen hat. Ausstellungen scheiterten bislang an geeigneten Räumen für eine Präsentation.

1990 sei damit begonnen worden, Material rund um die weltweit bekannteste Märchenfigur der Grimms systematisch aufzubewahren, sagt Koseck, Inhaber des Dornröschenschlosses Sababurg. Inzwischen kann der 39-Jährige allein auf 250 Bücher verweisen, die sich mit der schönen Königstochter befassen. Bei den Büchern handelt es sich oft um Originale. Werke, die vergriffen sind und nicht mehr verlegt werden, liegen als Kopien vor.

Wissenschaftliche Arbeiten und märchenpsychologische Deutungen komplettieren die Sammlung ebenso wie Gesamtausgaben, Bilder, Ansichtskarten, Plakate, Programmhefte, Münzen und Briefmarken. Selbst Kataloge von Kostümherstellern bewahrt Koseck auf und, wie er sagt, der Vollständigkeit halber auch allen Kitsch. Zwischen 1000 und 1200 Exponate, schätzt Koseck, seien bisher zusammengetragen worden. Deren Wert beziffert er vorsichtig mit 35 000 Euro.

Vor allem Studenten, Volkskundler, Märchen- und Sprachforscher schätzen die Sammlung. Sie klopfen bei Koseck an, um zwischen all den Stücken auf die Suche nach interessanten Details zu gehen. Schulbuchverlage rufen an und fragen nach Illustrationen für ihre Lehrbücher. "Mir ist ein Dornröschen in einem Schulbuch lieber als irgendeine andere Märchenfigur", sagt Koseck.

Inzwischen denkt der Geschäftsführer des Hauses darüber nach, die Sammlung einer größeren Öffentlichkeit zu zeigen. Ein Datum hierfür hat er bereits im Blick. Denn im kommenden Jahr feiert Dornröschen ihren 200. Geburtstag. Bis dahin muss allerding ein Ausstellungsraum gefunden sein. Der Gewölbekeller, den Koseck ursprünglich vorgesehen hatte, ist zu feucht. Und das Land Hessen hat sich bis jetzt nicht bereit erklärt, sich an den Kosten für die Trockenlegung zu beteiligen.


Das Ruine kann von März bis Oktober besichtigt werden. - Kontakt: Tel. 05671 / 8080.


Galerie


Geografie

Die Sababurg erhebt sich auf einem 346 m hohen Basaltkegel etwa 4 km östlich von Beberbeck und 5 km südöstlich von Gottsbüren entfernt.

Geschichte

Geschichte und Geschichten

Längst nicht zu allen Zeiten galt die Sababurg als märchenhaftes Dornröschenschloss. Am Fusse der Sababurg erinnert eine aus Holz gefertigte Statue an die Riesin „Saba" als Namensgeberin der Burg, eine Schöpfung aus der reichhaltigen heimischen Sagenwelt.

Die Sage von Brama, Saba und Trendula erzählt von den Töchtern des Riesen "Kruko" (von der Krukenburg). Der Sage nach soll Saba, die Erbauerin der Sababurg, in der Mordkammer von ihrer Schwester Trendula ermordet worden sein. Zwischen Helmarshausen und Wülmersen heißt der an Wülmersen angrenzende Teil des Waldes daher auch "die Mordkammer". Die Riesin "Trendula" (von der benachbarten Burg Trendelburg) soll daraufhin von einem Blitz auf freiem Feld erschlagen worden sein, nachdem sie ihren Schwestern „Saba" und „Brama" (von der Bramburg) schon lange Zeit arg zugesetzt hatte. Und so entstand in der Nähe von Trendelburg der Nasse Wolkenbruch, ein auch heute noch imposanter Erdsturztrichter.

Für weniger phantasievolle Zeitgenossen wurde mit dem Bau der Sababurg am 19. April des Jahres 1334 begonnen, zur Zeit der Herrschaft des Erzbischofs von Mainz. Nachdem in den Jahren 1330/ 1331 eine Wallfahrtskirche im benachbarten Gottsbüren entstanden war, diente die Burg insbesondere zum Schutz des Wallfahrtsorts und der zahlreichen Pilger und wurde 1336 dem Ritter Arnold von Portenhagen "zur Verwahrung anvertraut".

Die Burg entstand allerdings gegen den erheblichen Protest des damaligen Landgrafen von Hessen, des Herzogs von Braunschweig und des Bischofs von Paderborn, auf deren Boden der Bau errichtet worden war.

Bei der folgenden kriegerischen Auseinandersetzung unterlagen die Truppen des Erzbischofs von Mainz und die Burg gelangte zur Hälfte an den Landgrafen von Hessen. Die Pfandschaft über die weitere Hälfte fiel später vorübergehend an die Edelherren von Schoeneberg. Als der letzte der Herren von Schoeneberg 1428 ohne männliche Erben verstarb, wurde die Pfandschaft im Jahre 1429 an Hessen verkauft.

Nachdem die politische Bedeutung des "Vorpostens" im Reinhardswald entfallen war, verfiel die Burg zunehmend und lag bereits im Jahre 1455 nach einem Bericht im Trendelburger Salbuch "wüst".

Burgtürme
Burgtor
Auf der Sababurg
Aufgang zum Palas

Erst unter den Landgrafen Wilhelm I. und Wilhelm II. von Hessen entstand in den Jahren 1490 bis 1492 wieder ein befestigtes Haus, in späteren Jahren - etwa ab 1508 - dann ein Jagdschloss, das erst unter der Herrschaft von Landgraf Philipp I. von Hessen, fertiggestellt wurde.

Unter seiner Regentschaft entstand auch 1516 bei dem Jagdschloss eine kleine Wassermühle im Donnebachtal (vgl. Egon Haake, Landgräfliche Wassermühle zu Sababurg, in: Jahrbuch für den Landkreis Kassel 2008, S. 31).

Im 16. Jahrhundert begann dann ein großer Zeitabschnitt für die Burg, die auch von den Gästen des Kasseler Hofes zu Jagden besucht wurde.

Und 1571 entstand unter der Herrschaft des Landgrafen Wilhelm IV. in unmittelbarer Nähe der Burg ein über 500 Morgen großer Tierpark, einer der ersten in Europa.

Eine frühe Pferdezucht (der "Sababurger Wilden") gab dem Landgrafen offenbar Anlaß zur Gründung des Tiergartens unterhalb der Sababurg, um eine wertvolle Stutenherde, die in der warmen Jahreszeit im Freien gehalten wurde, einigermaßen sicher unterzubringen.

Für Landgraf Wilhelm IV. war die Anlage aber auch ein Ort zur Erforschung unbekannter Tierarten. Fremde Tiere bis hin zu Rentieren wurden eingeführt, nicht immer mit Erfolg.

Als im Dreißigjährigen Krieg 1623 das Heer des Generals Johann t'Serclaes Graf von Tilly in Hessen einfiel, wurde auch die Sababurg besetzt und geplündert und die Zuchtpferde des Gestüts wurden erbeutet.

Erst ab dem Jahre 1651 wurde unter der Herrschaft des Landgrafen Wilhelm VI. mit dem Wiederaufbau begonnen, bevor die Burg dann im Siebenjährigen Krieg wieder starke Beschädigungen durch Plünderungen und Zerstörungen erfuhr.

Die Sababurg wurde anschließend nur noch wenige Jahre als landgräfliches Jagdschloss genutzt, nachdem sie unter Landgraf Friedrich II. noch einmal gründlich erneuert worden war.

Bereits im Jahre 1724 wurde unter Landgraf Karl von Hessen-Kassel die Pferdeherde aus dem Sababurger Mauerpark herausgenommen und fand im ehemaligen Klosterhof zu Beberbeck (ehemals im Eigentum des Klosters Lippoldsberg) eine neue Unterkunft. In den Gebäuden der heutigen Staatsdomäne Beberbeck war bis zum Ende der 1920-er Jahre das Gestüt Beberbeck untergebracht, unter der Herrschaft Preußens - neben Trakehnen, Neustadt an der Dosse, Graditz und Altenfeld - eines der fünf preußischen Hauptgestüte.

Das heutige "Dornröschenschloss" Sababurg verfiel dagegen ab dem frühen 18. Jahrhundert offenbar in einen mehr als 100-jährigen Schlaf.

Erst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts (ab 1959) wird ein Hotel und Restaurant auf der Sababurg betrieben.

Heute wird hier in vielfältiger Form die Erinnerung an Dornröschen wach gehalten, etwa mit zahlreichen Stahlschnitten des Künstlers Alfons Holtgreve, die der Märchenrundgang "Dornröschen" im Burggarten zeigt.

Ebenso märchenhaft präsentieren sich die wilden Rosen, die auf der Sababurg wachsen, darunter die historischen Sorten Ayshire Queen, Malvina oder Duchesse de Bragance.

Historische Wasserleitung nach Sababurg

Über 4,8 km führte einst die historische Wasserleitung vom Oedelsheimer Born zur Sababurg. Die Wasserleitung verlief u. a. zwischen den Erhebungen des Langenberg und des Hahneberg. Sie bestand aus konischen - in Großalmerode hergestellten - Tonröhren und übernahm ab 1592 die Wasserversorgung der Burg.

Sanierung der Burg

Etwa 6,4 Millionen Euro hat das Land Hessen nach einer Mitteilung in HNA-online vom 5.5.2013 zwischen 2007 und Ende 2012 in die Sanierung der 679 Jahre alten Sababurg gesteckt, wobei die gesamte Ringmauer teilweise abgetragen und neu aufgebaut wurde. Die Mauern des Palas wurden von Bewuchs befreit, neu ausgefugt und der Treppenturm instandgesetzt. Bislang vier Hotelzimmer im Ostturm wurden entkernt, erneuert und hochwertig ausgestattet.

Für das Jahr 2013 war die Sanierung weiterer Hotelzimmer im Hauptgebäude zwar geplant, wurde trotz aller Notwendigkeit aber bis auf weiteres abgesetzt. [1]

Ende April 2018 war das Hotel dann zum vorerst letzten Mal geöffnet. Die Pächterfamilie zog nach der Kündigung durch das Land Hessen nach 61 Jahren aus. [2] Das Land kündigte umfangreiche Sanierungen an.

Literatur

Sababurg - Abendstimmung
  • Eduard Brauns, Die Sababurg und der Reinhardswald, Geschichte und Gegenwart, 2. Auflage, Kassel 1975
  • Eduard Brauns, Die Sababurg und der Reinhardswald, Kassel 1981
  • Helmut Burmeister u. a., Beberbeck zwischen Sababurg und Gesundbrunnen, Eine Zeitreise durch die Region, Kassel 2006
  • Egon Haake, Landgräfliche Wassermühle zu Sababurg, in: Jahrbuch für den Landkreis Kassel 2008, S. 31
  • Alt-Hofgeismar, Bilder aus einer vergangenen Zeit 1870 - 1925, herausgegeben und erläutert von Helmut Burmeister und Klaus-Peter Lange, Hofgeismar 1979, S. 55 f.
  • Reiseführer: Gastliches Weserbergland, Bautz-Verlag 2007
  • Region Kassel Land e.V. (Hrsg.), Unterwegs im Reinhardswald - 52 Wege und Ziele, Wolfhagen 2011
  • Gero Lenhardt, Mein Reinhardswald, Wandern - Kultur - Freizeit, 1. Auflage, Calden 2013

Märchenrundgang Dornröschen

Zahlreiche Stahlschnitte des Künstlers Alfons Holtgreve zeigt der Märchenrundgang "Dornröschen" auf Burg Sababurg, darunter auch ein modern gestaltetes Denkmal für die Brüder Grimm im Burggarten.

Sagen

Sagen zur Sababurg finden sich bei Heinrich Rohde, Weserwellen und Diemelgrand - Geschichten und Sagen aus dem Gebiete der oberen Weser, der Diemel und der Esse, 5. Auflage aus Anlaß seines 50. Todestages, herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Micha Röhring, Hofgeismar 1995, S. 38 ff.

siehe auch


Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Wandern

Wanderer im Donnebachtal (Reinhardswald bei Sababurg)

Märchenlandweg

Etappe 25 des Märchenlandwegs verläuft von Hofgeismar über Schöneberg, Carlsdorf und Hombressen zur Sababurg im Reinhardswald.

Etappe 26 des Märchenlandwegs verläuft von der Sababurg über Gottsbüren nach Bad Karlshafen.

Vom Tierpark durch den Reinhardswald

Von Sababurg nach Trendelburg

Weserberglandweg

Weblinks und Quellen

Ansicht vom Rosengarten

Quellen

  1. Stillstand für weitere Sababurg-Projekte
  2. Sababurg: Pächterpaar Koseck verlässt Hotel- und Gastronomiebetrieb

Weblinks