Documenta 14

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Zentrum der Stadt Kassel zur Zeit der documenta 14

Die documenta 14 fand vom 10. Juni bis 17. September 2017 in Kassel statt.


Documenta 14

Infos und Hintergründe

Sie war umstritten und hat viele Menschen gleichgültig gelassen, lauteten erste Kritiken zum Ende der Weltkunstausstellung. Doch am Ende galt die Documenta 14 besonders am Co-Standort in Athen als Erfolg - und auch in Kassel sprachen die Zahlen für sich. Mit mehr als 12.000 Tickets wurde hier der Rekord im Dauerkartenverkauf geknackt. Viele Bewohnerinnen und Bewohner und noch mehr Kunstfreunde sind hier mit der Schau vertraut. Anders als in Athen. Dort musste die Documenta erst bekanntgemacht werden. Offenbar ein Grund für ein Defizit von rund sieben Millionen Euro, das die documenta-Verantwortlichen erwirtschafteten, trotz höherer Einnahmen als geplant.

Die Ausstellung in Kassel wurde von 891.500 Personen besucht und die Ausstellung in Athen zählte 339.000 Besuche.

Künstlerischer Leiter

Adam Szymczyk bei der Pressekonferenz zu seiner Ernennung als künstlerischer Leiter der documenta 14

Adam Szymczyk war der künstlerische Leiter der documenta 14 in Kassel. Er wurde am 22. November 2013 vom documenta-Aufsichtsrat berufen und der Presse vorgestellt und trat sein Amt am 1. Januar 2014 an. Der gebürtige Pole war ab 2003 Direktor und Chefkurator der Kunsthalle Basel.[1] Er wurde Nachfolger von Carolyn Christov-Bakargiev, die 2012 die documenta 13 geleitet hatte.

Der documenta-Aufsichtsrat berief Adam Szymczyk einstimmig und folgte damit dem Vorschlag der achtköpfigen Findungskommission.[2] Das international besetzte Gremium bestand aus

  • Chris Dercon (Direktor der Tate Gallery of Modern Art in London),
  • Susanne Gaensheimer (Direktorin des Museums für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt),
  • Matthias Mühling (Kurator und designierter Direktor im Lenbachhaus in München),
  • Osvaldo Sánchez (Direktor von inSite05, Mexiko-Stadt),
  • Suzanne Cotter, Direktorin des Serralves Museum of Contemporary Art (Porto)
  • Joanna Mytkowska, Kuratorin am Museum für Modern Art Warschau.
  • Kim Hong-hee, Direktor des Seoul Museum of Art
  • Koyo Kouoh, Künstlerische Direktorin der Raw Material Company in Dakar (Senegal)[3]

Zur Entscheidung der Findungskommission sagte Koyo Kouoh, im Auswahlverfahren habe Szymczyk „die klarsten Pläne“ vorgestellt, die eine ganz frische, intellektuelle kuratorische Dimension vermittelt hätten. Szymczyks kuratorische Laufbahn stehe für unstillbare Neugier, Integrität und Recherche. Er habe mit großer Intensität und Dringlichkeit unerwartete künstlerische Praktiken sichtbar gemacht. [4]

Spaziergänge

Im sog. Education program wurden erstmals sogenannte Spaziergänge angeboten, d.h. Führungen in den Ausstellungsorten und zur documenta-Kunst. Ein Ansatz im Konzept der Spaziergänge der documenta 14 ging auf die Promenadologie (Spaziergangswissenschaft) von Lucius Burckhardt zurück.

Es gab vier Schwerpunkte, die bei den Spaziergängen angeboten wurden, die in unmittelbarem Zusammenhang mit den jeweiligen Ausstellungsorten standen: „Fridericianum“, „documenta Halle und Friedrichsplatz“, „Alte Hauptpost und Gottschalk-Halle“ und „Neue Galerie zum Palais Bellevue“.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler

Werke und Aktionen

Einzelne Werke:

siehe auch:

Veranstaltungsorte in Kassel:

1 KulturBahnhof | 2 Neue Neue Galerie (Neue Hauptpost) | 3 Tofufabrik | 4 Gießhaus (Universität Kassel) | 5 Gottschalk-Halle (Universität Kassel) | 6 Kulturzentrum Schlachthof | 7 Narrowcast House | 8 Nordstadtpark | 9 Henschel-Hallen | 10 Glas-Pavillons an der Kurt-Schumacher-Straße | 11 Königsplatz | 12 Peppermint | 13 Friedrichsplatz | 14 Zwehrenturm | 15 Fridericianum | 16 Naturkundemuseum im Ottoneum | 17 Presse- und Informationszentrum (ehemaliges Leder Meid-Geschäft) | 18 Leder Meid-Apartment | 19 documenta Halle | 20 Westpavillon (Orangerie) | 21 Karlsaue | 22 Kunsthochschule Kassel | 23 CineStar | 24 Neue Galerie | 25 Palais Bellevue | 26 Grimmwelt Kassel und Weinberg-Terrassen | 27 Museum für Sepulkralkultur | 28 Hessisches Landesmuseum | 29 Torwache | 30 Gloria-Kino | 31 Stadtmuseum Kassel | 32 BALi-Kinos | 33 Ballhaus | 34 Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe | 35 Filmladen Kassel e. V.

Videos:

Geschichte

Geschichte der documenta

100. Geburtstag Arnold Bode, Sonderpostwertzeichen Deutschland, Erstausgabe 09.11.2000

Die documenta ist die weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Sie findet seit 1955 ursprünglich alle vier, inzwischen alle fünf Jahre für die Dauer von 100 Tagen in Kassel statt.

Arnold Bode (1900-1977) gilt als der Vater der documenta. Der Maler, Ausstellungsgestalter und Kunstprofessor hatte bereits in den 1920er-Jahren wegweisende Ausstellungen in der Orangerie in Kassel mitorganisiert.

1955 nutzten er und seine Freunde die Bundesgartenschau, um im Museum Fridericianum die erste documenta zu organisieren, die die Kunst der Moderne seit 1900 vorstellte. Bode blieb bis 1968 maßgeblicher Organisator der documenten.

"Allein die documenta wird die Stadt für Jahrzehnte in die europäische Kulturdiskussion einschalten." Als Friedrich Herbordt dies in seinem Rückblick auf das Jahr 1955 schrieb, konnte er nicht ahnen, daß die Kunstausstellung, die im Sommer 134 850 Besucher in das Fridericianum gelockt hatte, einmal zur festen Adresse im internationalen Ausstellungskalender werden sollte. Allerdings hatte Arnold Bode - zusammen mit anderen Kunstfreunden - die documenta von Anfang an als eine im festen Rhythmus wiederkehrende Ausstellung gedacht. Doch zu jener Zeit war es undenkbar, daß Land und Stadt für sie eine dauerhafte Geschäftsstelle einrichten würden.

Die erste documenta kam mit dem bescheidenen Etat von 379 000 Mark aus. Wäre mehr Geld vorhanden gewesen, hätte Bode die Ausstellung um Architekturbeiträge, Konzerte, Theateraufführungen und Filme ergänzt. Er hatte ursprünglich ein Festival europäischer Kultur im Sinn gehabt. Daraus wurde nichts. Aber Bode schaffte es, drei weitere Male die documenta mitzugestalten.

Entscheidend aber war die Initialzündung. Wie schrieb Herbordt im Rückblick? "Es war eine Lust, in Kassel zu leben, in diesem Jahr..."

Rückblick und Ausblick

Arnold Bode - Preis

Die Stadt Kassel hat den Arnold Bode-Preis an den documenta-Künstler Olu Oguibe vergeben. Mit seinem Kasseler Obelisk, der am Köngisplatz aufgestellt wurde, wendet sich Oguibe gegen die zunehmende Anti-Einwanderungs-Politik, sein Obelisk steht für die Anerkennung der lebensrettenden Gastfreundschaft und Zuflucht.

In Kassel wird allerdings darum gestritten, ob für eine relativ schlichte Steinsäule als dauerhaftes documenta-Kunstwerk im öffentlichen Raum ein höherer sechsstelliger Ankaufbetrag gerechtfertigt ist.

Finanzielles Defizit

Trotz höherer Einnahmen als geplant hat die documenta 14 ein Defizit von rund sieben Millionen Euro erwirtschaftet.

Der Gesamtetat war anfangs auf 37 Millionen Euro ausgelegt, wobei auf die Stadt Kassel und das Land Hessen jeweils 7 Millionen Euro und die Kulturstiftung des Bundes 4,5 Millionen Euro entfielen. Die verbleibenden 18,5 Millionen sollte die Ausstellung selbst durch Eintrittsgelder und Sponsorenzahlungen erwirtschaften. Im August 2017 meldete die Geschäftsführung dem Aufsichtsrat der documenta gGmbH drohende „finanzielle Engpässe“, gleichzeitig wurde ein sich abzeichnender Fehlbetrag von 7 Millionen Euro prognostiziert, daher übernahmen die Stadt Kassel und das Land Hessen als Gesellschafter der documenta gGmbH Bürgschaften für Darlehen in gleicher Höhe. [5]

Rückblick in Bildern

Die Geschichte der documenta ist vielfach geschildert worden, nun zeichnet erstmals ein Buch ihre Entwicklung umfassend in Bildern nach: Helmut Plate und Harald Kimpel, documenta. Eine Bildgeschichte. Oktogon-Verlag 2017, 288 S.

Termin der Documenta 15

Die documenta 15 findet vom 18. Juni bis 25. September 2022 in Kassel statt.

siehe auch

Weblinks und Quellen

Einzelnachweise

  1. Mark-Christian von Busse, Adam Szymczyk wird küstlerischer Leiter der documenta 14", HNA vom 23. November 2013
  2. Mark-Christian von Busse, "Adam Szymczyk wird küstlerischer Leiter der documenta 14", HNA vom 23. November 2013
  3. Mark-Christian von Busse,"Wie wird man Leiter der documenta?", HNA vom 20. November 2013
  4. Mark-Christian von Busse, "Adam Szymczyk wird küstlerischer Leiter der documenta 14", HNA vom 23. November 2013
  5. Leiter setzte Geld in den Sand: documenta-Pleite war schon in Sicht hna.de, 12. September 2017

Weblinks



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Dirk Schwarze führt durch die documenta-Geschichte

Einleitung in unsere Serie "Führung durch die documenta" (Hinweis: Diese exklusiven Autorenbeiträge sind nicht editierbar.)

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Unser documenta-Führer Dirk Schwarze