Documenta-Lexikon: T

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Das documenta-Lexikon
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Inhaltsverzeichnis

Begriffe

Tachismus

Beim Tachismus handelt es sich um einen Malstil, der in den 1950er-Jahren vornehmlich in Frankreich prägend wurde. Gemeint ist eine abstrakte Malerei, deren Komposition sich aus Flecken und Klecksen (also auch Zufällen) ergibt. Der Tachismus kann als eine europäische Spielart des aus den USA kommenden Abstrakten Expressionismus angesehen werden.

Template

Vor dem Gewittersturm
Nach dem Gewittersturm
Die 12 Meter hohe Arbeit Template des Chinesen Ai Weiwei war 2007 die einzige klassische Skulptur im Außenbereich der documenta 12. Die in einer Art Innenhof des Aue-Pavillons aufgestellte Skulptur, die ein Mittelding zwischen einem Tor und einem offenen Tempel mit oktogonaler Grundstruktur darstellte, bestand aus hölzernen Fenstern und Türen, die aus Häusern der Ming- und Qing-Dynastie stammten, die abgerissen werden sollten. Die turmartige Arbeit hätte zu einem Zeichen der documenta 12 werden können. Sie wurde es auch - aber auf andere Weise: Nur vier Tage nach der Eröffnung, riss ein orkanartiger Gewittersturm "Template" um und ließ ihn in sich zusammenfallen. In den Trümmern blieb allerdings die Ursprungsform noch annähernd erkennbar.

Ai Weiwei, der durch sein documenta-Projekt "Fairytale" sohon berühmt geworden war, überraschte die Kunstwelt mit der Meinung, nun sei sein Kunstwerk besser als zuvor. So gut hätte er selbst das nicht hingekriegt. Indirekt bestätigt wurde er dadurch, dass erst nach dem Zusammenensturz "Template" zu einem Publikumsmagnet wurde. Ai Weiwei ließ die "Template"-Ruine genau dokumentieren und ließ nach Schluss der Ausstellung die Trümmer nach China zurückbringen, wo die Ruine wieder installiert werden sollte.


Temporärer Bau: Aue-Pavillon

Weil Roger Buergel und Ruth Noack die Werke der documenta 12 großzügig präsentieren und den Besuchergruppen Raum für Begegnungen und Gespräche geben wollen, brauchten sie mehr Flächen als je zuvor. Deshalb entschieden sie sich, als temporären Bau einen 12.000 Quadratmeter großen Pavillon auf der Karlswiese vor der Orangerie errichten zu lassen. Der von Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal entworfene Pavillon bestand aus Gewächshausmodulen mit Runddächern. Innen waren großzügige Ausstellungslandschaften entstanden mit Freiflächen und "Palmenhainen" (Stuhlkreise aus alten chinesischen Stühlen, die Ai Weiwei nach Kassel gebracht hatte.

Außenansicht
Ein Blick nach innen
Zwei Monate vor dem documenta-Start gab es Streit zwischen den Architekten und der documenta-Leitung. Die Architekten wehrten sich dagegen, dass ihr transparenter Bau durch Planen und Vorhänge abgedunkelt und klimatisiert werden sollte. Ihrer Meinung nach sei der Pavillon mit seiner Durchlüftung so konstruiert, dass er auch bei starker Sonneneinstrahlung nicht überhitzt werde. Roger Buergel hingegen verwies auf konservatorische Bedenken. Ohne die Planen und Vorhänge würde eine Lichteinstrahlung bis 100.000 Lux entstehen. Viele Werke vertrügen aber nur 150 Lux. Aus dem von Buergel versprochenen Kristallpalast wurden, wie er sagte, Favelas - mit geschwärzten Wänden, mit wuchtigen Verschalungen für die Klima-Aggregate, die dann mit Goldfolie beklebt wurden und mit Schlauchsystem, die das Regenwasser ableiten mussten. So enttäuschend die äußere Form war, so gut funktionierte der Pavillon im Innern.

Das erste Mal waren 1992 für eine documenta in der Karlsaue temporäre Bauten errichtet worden. Paul Robbrecht entwarf die gläsernen, an Eisenbahnwagen erinnernden Bauten, die einen Bezug zur Landschaft herstellten und sehr leicht wirken. Heute stehen die auf Stelzen errichteten Hallen in Almere (Niederlande).

Theater

Treppe auf dem Königsplatz

siehe: Königsplatztreppe[1]

Treppe im Fridericianum

Rekonstruierte Treppe
Altes Treppenhaus mit Rosenquist-Bild (1968)
Einen mittlerweile legendären Ruf genießt die zentrale Treppe im Museum Fridericianum, die in der Rotunde spiralförmig nach oben führte. Vor und im Treppenhaus waren seit der documenta 1955 immer wieder zentrale Kunstwerke oder Installationen aufgebaut worden.[2] Im Zuge des endgültigen Ausbaus des Museums Fridericianum wurde die Treppe beseitigt, weil es zu dem Zeitpunkt (um 1980) den Plan gab, das Museum Fridericianum zu teilen und in der einen Hälfte das Astronomisch-Physikalische Kabinett einzurichten. Deshalb brauchte man für die beiden Gebäudehälften eigene Treppen. Mitte der 1980er-Jahre war der Plan einer teilweisen musealen Nutzung endgültig vom Tisch. Doch der Ausbau war nicht rückgängig zu machen.

Roger Buergel, der sich stark auf die documenta-Anfänge und Bodes Inszenierungs-Ideen bezog, bemühte sich um eine Annäherung an die ursprüngliche Form: In abgewandelter Form ließ er die zentrale Treppe rekonstruieren. Nach Ende der documenta 12 wurde die Treppe zurückgebaut.

Turm der Heiligen

siehe: Zwehrenturm

Personen

Künstler















































































siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Aus Baunetz.de: Treppe auf dem Königsplatz in Kassel bei Nacht und Nebel abgerissen
  2. Internetauftritt des Fridericianums
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