Documenta-Lexikon: P

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Das documenta-Lexikon
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Inhaltsverzeichnis

Begriffe

Palais Bellevue

Das gegenüber der Neuen Galerie 1714 von Paul du Ry errichtete Palais Bellevue zeugt von der untergegangenen Oberneustadt, die Landgraf Karl vor 300 Jahren für die Hugenotten erbauen ließ. Heute beherbergt das Palais das Brüder Grimm-Museum. 1959 war das Gebäude neben Fridericianum und Orangerie dritter Ausstellungsort. Dort wurden Grafik und Buchillustrationen gezeigt. Zur documenta IX war eine einzelne Arbeit im Palais Bellevue zu sehen, die direkt auf das Grimm-Museum Bezug nahm: Rodney Graham hatte zu den beiden Gemälden, die die Arbeitszimmer von Wilhelm und Jacob Grimm in Berlin zeigen, zwei eigene Bilder dieser Zimmer geschaffen. Allerdings hatte er das Inventar der Zimmer kaum merklich verändert.[1]

Parallelausstellungen

Parcours

Performance

Die documenta von 1972 war die erste, die jenseits der festen Ausstellung eine Ereignisstruktur einschloss. Künstler nutzten die ihnen angebotenen Räume für inszenierte Aktionen, die allerdings nur zu bestimmten Terminen zu erleben waren. Mit dieser Aktionskunst wurde der aus den USA kommende Begriff der Performance (Aufführung) in Deutschland eingeführt.

Die Performance unterscheidet sich vom spontanen, provokativen Happening dadurch, dass sie geplant ist, zu festen Uhrzeiten zu sehen ist und in ihrem Ablauf wiederholbar ist. Die Performance ist mit einer Theateraufführung, insbesondere mit der Pantomime, verwandt.

Das erste eigenständige Performance-Programm wurde zur documenta 6 (1977) angeboten. Noch umfangreicher war die Performance zur documenta 8 (1987) zu erleben. Mit der Ausweitung der Video-Angebote begnügten sich vermehrt Künstler damit, ihre Performances filmisch zu dokumentieren.

Auch in der documenta 12 werden mehrere Arbeiten zu erleben sein, die aus Performances ("Triangle" von Sanja Ivekovic) entwickelt wurden.[2]

Plakate

Plastik

Mit dem Begriff Plastik bezeichnet man eine geformte (Ton, Gips, Wachs, Porzellan) dreidimensionale künstlerische Arbeit. In die deutsche Sprache wurde das Wort im 18. Jahrhundert aus dem Französischen übernehmen. Die sprachlichen Urspünge gehen ins Lateinische und Griechische zurück. Eine Plastik ist also eine mit der Hand aufgebaute Arbeit, die dann durch Guss auch in Bronze umgesetzt werden kann. Mit Plastik wird aber auch ein einzelnes bildhauerisches Werk bezeichnet.

Hingegen versteht man unter Skulptur eine dreidimensionale Arbeit, die aus Stein, Marmor oder Holz herausgehauen, gesägt oder geschnitzt worden ist. Diese strengen Unterscheidungen sind im 20. Jahrhundert aber zum Teil aufgegeben worden. Der Begriff Skulptur hat vielfach den Begriff Plastik verdrängt. Außerdem haben sich bei der Gestaltung dreidimensionaler Objekte auch andere Techniken durchgesetzt. Wie willkürlich die Bezeichnungen angewandt werden, beweist die documenta: In den Ausstellungen von 1955, 1959 und 1964 wurde nur von Skulptur gesprochen, auch wenn einzelne Arbeiten als Plastiken bezeichnet wurden. Die Ausstellungen von 1968 und 1972 verzichteten auf die Klassifizierungen (Malerei, Plastik, Skulptur, Objektkunst), weil die Grenzen aufgehoben wurden. Die documenta 6 bemühte zum letzten Mal mediale Unterscheidungen, um Abteilungen zu bilden. Dabei kehrte Manfred Schneckenburger zu dem klassischen Begriff Plastik zurück.[3]

Politische Kunst

Was ist Politische Kunst? auf indymedia.org

Pop Art

Die Pop Art hatte ihre Anfänge in den 1950er-Jahren und ihre Blüte in den 1960ern des 20. Jahrhunderts. Nahezu gleichzeitig wandten sich Künstler in den USA und England in Opposition zur vorherrschenden abstrakten Kunst Motiven der Konsum- und Massenkultur zu: Sie ließen sich von politischen Symbolen (Jasper Johns), Star-Fotos (Andy Warhol), Comics (Roy Lichtenstein) und Bildern vom Alltagsleben (Richard Hamilton) inspirieren und schufen Bilder, die einerseits enem neuen Realismus verpflichtet waren, die andererseits die benutzten Motive der Konsum- und Medienwelt ironisch und kritisch brachen. Robert Rauschenberg knüpften an die Dada-Bewegung an und reflektierte in seinen "Combine Paintings" (Collagen, Assemblagen und Malerei) verschiedene gesellschaftliche Wirklichkeiten. Auch Gerhard Richter und Sigmar Polke begannen unter dem Einfluss der Pop Art zu malen. [4]

Künstler wie Andy Warhol setzten mit ihrem eigenen Erfolg den ironischen Ansatz der Pop-Art außer Kraft. Mit seinen Bildserien von Suppendosen und Marilyn-Porträts wollte er den Bildfetischismus unterlaufen und die Klischees der Konsumwelt vorführen. Allerdings stellte er mit diesen Serien nicht die Klischees in Fragen, sondern schuf neue.

Die documenta verpasste es 1964, die sich schnell ausbreitende Pop Art-Bewegung vorzustellen. Sie musste das 1968 nachholen, als der Höhepunkt schon überschritten und die Pop-Art musealisiert war. Immerhin war Robert Rauschenberg schon 1959 in der documenta vertreten - aber nicht als Repräsentant der neuen Bewegung. Sein Bild-Objekt "The Bed" wurde als so provokativ empfunden, dass es nicht ausgestellt wurde. Ja, 1964 waren sogar mehrere Pop-Art-Künstler dabei: Robert Rauschenberg, R. B. Kitaj, Allen Jones und Larry Rivers dabei. Sie wurden aber nicht als Teile einer neuen Richtung gesehen, sondern, wie Werner Haftmann im Katalog betont, als einzelner Künstler-Persönlichkeiten.

Protest

Personen

Künstler






























































































siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Palais Bellevue auf www.kassel-ist-klasse-de
  2. Performance: Positionen zur zeitgenössischen szenischen Kunst auf www.theaterforschung.de
  3. Top 30 Künstler zeitgenössische Kunst Skulptur / Plastik auf www.art-report.com
  4. Definition für Pop Art auf art-directory.de
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