Documenta-Lexikon: O

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Das documenta-Lexikon
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Inhaltsverzeichnis

Begriffe

Oktogon-Projekt

Arnold Bode war längst nicht so ausschließlich auf das Fridericianum fxiert, wie später unterstellt wurde. Bereits 1959, als die II. documenta noch nicht stand, präsentierte er den Vorschlag, mit der documenta III im Jahr 1963 ins wiederaufzubauende Schloss Wilhelmshöhe umzuziehen. Doch daraus wurde nichts, weil sich die Wiederaufbau hinzog. Die Plastik wollte Bode, wie er 1959 schrieb, in den Gewölben des Oktogon-Schlosses im Herkules-Bauwerk präsentieren. Außerdem sollte dort Theater gespielt werden. Die behördlichen Einwände waren nicht nur bürokratischer Natur; das Oktogon hätte vor einer Nutzung grundlegend saniert werden müssen.

Bode hielt an seinem Traum fest und konkretisierte seine Vision 1976. Zu einer Zeit, in der er nur noch formell dem Planungsteam der documenta angehörte, entwickelte er detaillierte Vorschläge (mit Künstlerliste) für sein Oktogon-Projekt, das parallel zur documenta 6 laufen sollte. 1,2 Millionen Mark (documenta-Etat 4,8 Millionen Mark) sollten mit Hilfe von Sponsoren aufgebracht werden. Wäre der Plan gelungen, hätte man unter dem Herkules eine kleine Gegen-documenta gehabt. Das Vorhaben kam nicht zustande. Bode starb kurz nach Schluss der documenta 6.

Der Bode-Schüler Heiner Georgsdorf griff Bodes Idee zur Kulturhauptstadtbewerbung (2010) wieder auf. Nach dem Scheitern der Bewerbung wurde die Idee nicht weiter verfolgt. Die jetzt laufende Sanierung des Herkules-Bauwerkes macht eine Nutzung ab 2010 ernsthaft möglich. Daher gibt es Überlegungen, der kommenden documenta-Leitung die Einbeziehung des Oktogons nahe zu legen.

Op Art

Die in den 1960er-Jahren entstandene Op Art ist zu einem wesentlichen Teil aus dem Konstruktivismus und der Erforschung der Farbsystematik (Victor Vasarely) hervorgegangen. Die Op-Art-Künstler arbeiten mit Lichteffekten (Flirren, Bewegung, illusionistische Räume). Ähnlich wie die Impressionisten und Pointilisten nutzen sie dabei die Trägheit des menschlichen Auges. Werke, die der Op Art zuzurechnen sind, waren vor allem 1964 und 1968 in der documenta zu sehen.

Orangerie

In der Parkanlage Karlsaue liegt die Anfang des 18. Jahrhunderts als Gewächshaus und Lustschloss errichtete Orangerie. Sie wurde 1943 fast vollständig zerstört.[1] Die documenta-Ausstellungen von 1959, 1964 und 1968 bezogen die Orangerie als Kulisse für die Skulpturen und Großplastiken ein. Nach dem Wiederaufbau in den 1970er-Jahren war die Orangerie von 1977 bis 1987 dreimal zweitgrößter Ausstellungsplatz (nach dem Fridericianum). Seit der Einrichtung des Astronomisch-Physikalischen Kabinetts in dem Gebäude (1992) steht der documenta nur noch ein 300 Quadratmeter-Raum zur Verfügung. Zur documenta IX wurden in dem Raum verschiedene Werke gezeigt. 1997 war er Standort für experimentelle Kunst, die sich des Radios und des Internets bediente. Fünf Jahre später wurde in dem Raum die Klanginstallation von Simparch präsentiert. Und 2007 war in dem Raum eine documenta-Lounge eingerichtet.


Orangerie-Ausstellungen

Bereits 1922, 1925, 1927 und 1929 waren in der Orangerie Ausstellungen aktueller Kunst aus Hessen und Deutschland präsentiert worden. An allen Ausstellungen war Arnold Bode beteiligt. Die Struktur der Ausstellungsorganisation hatte Bode von den Orangerie-Ausstellungen für die documenta übernommen. So gab es (wie bei der documenta 1955 und 1959) einen Ehrenausschuss. Und die Ausstellungen gingen von Juni bis September. 1927 handelte es sich um eine "Jubiläums-Kunstausstellung aus Anlass des 150-jährigen Bestehens der Kasseler Kunstakademie. 1929 hieß die Schau "Neue Kunst in der Orangerie - Vierte große Kunstausstellung in Kassel". Allein in der Schau von 1929 (für deren Auswahl die Maler Bode und Heinrich Dersch verantwortlich waren) waren unter den deutschen Künstlern 17, die Bode und Haftmann 1955 auch zur documenta einluden: Josef Albers, Willi Baumeister, Lyonel Feininger, Werner Gilles, Erich Heckel, Karl Hofer, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Gerhard Marcks, Ewald Mataré, Otto Mueller, E. W. Nay, Max Pechstein, Hans Purrmann, Christian Rohlfs, Otto Schlemmer, G. H. Wolff.

Ottoneum

Das im 17. Jahrhundert erbaute Ottoneum – heute zwischen Fridericianum und Staatstheater – war der erste feste Theaterbau Deutschlands. Später barg es landgräflichen Sammlungen und diente unter anderem als Observatorium. Heute ist in dem Renaissance-Bau das Naturkundemuseum beheimatet. Die fällige Sanierung des Gebäudes ermöglichte es, dass das Ottoneum 1992 und 1997 von der documenta genutzt werden konnte.[2]

Künstler


































siehe auch


Weblinks und Quellen

  1. Infos zur Orangerie auf museum-kassel.de
  2. Homepage des Naturkundemuseums Ottoneum
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