Documenta-Lexikon: M

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Das documenta-Lexikon
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Inhaltsverzeichnis

Begriffe

Malerei

Zeichnung, Bildhauerei und Malerei sind die ältesten künstlerischen Techniken. Für die ersten drei documenten war es selbstverständlich, dass gemalte Bilder und Skulpturen den Schwerpunkt der Ausstellungen bildeten. Allerdings ließ die documenta III auch erkennen, dass die Maler den Rahmen und die flächige Bildebene überwinden wollten: Emilio Vedova und Bernard Schultze etwa gestalteten Räume, in denen sich Motive aus den Bildern verselbständigten und als bemalte Objekte oder Skulpturen hervortraten. Die so geschaffenen Räume nannte man Environments: Das Bild hatte die Wand verlassen und den Raum erobert. Andererseits schien sich mit der Zuspitzung der Abstraktion das Ende der Malerei anzukündigen.

Aber es entstanden immer wieder Gegenbewegungen, die in der documenta ihr Forum fanden: In den 60er-Jahren eröffnete die Pop-Art den Malern ein neues Feld (1968), dann folgte der Fotorealismus (1972) und 1982 schließlich überfluteten die "Neuen Wilden" die Ausstellung. Einen großen Auftritt der Maler gab es auch nochmals 1992, bevor dann die documenten von 1997 und 2002 die Malerei in den Hintergrund treten ließen. Die documenta 12 führte vor, dass die Malerei - von der erzählenden bis zur abstrakten und konkreten - in der Kunst ihren sicheren Platz hat.

Minimal Art

Die Minimal Art ist eine Kunstrichtung, die in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts vornehmlich in den USA entstand. Gemeint sind plastische Werke, die nicht länger als autonome Skulpturen verstanden werden wollen, sondern als Strukturen, die in den Raum hineinwirken. Die Arbeiten selbst wurde minimalisiert, also auf Grundformen (Platten, Quadrate, Kuben in Reihung, Würfel) reduziert wurden. Zu den wichtigsten Vertretern zählen Künstler wie Carl Andre, Dan Flavin, Robert Morris, Sol LeWitt und Donald Judd, die schwerpunktmäßig in den documenten 1968, 1972 und 1982 ihre Werke zeigten. Aus der Minimal Art entwickelte sich die Konzeptkunst.

Mischtechnik

Zu den entscheidenden Leistungen der Kunst des 20. Jahrhunderts gehört der Bruch mit der Tradition, die Malfläche als illusionistischen Bildraum zu gestalten. Die kubistischen Maler wie Pablo Picasso und Georges Braque reduzierten die Malerei auf das, was sie ist - auf eine Komposition aus Formen und Farben in der Fläche. Gleichzeitig führten sie ein neues Verhältnis zur Wirklichkeit ein: Tapetenmuster oder Ausschnitte aus gedruckten Seiten wurden nicht mehr mit Hilfe der Malerei nachgeahmt, sondern als konkrete Wirklichkeitsausschnitte eingefügt (geklebt). Das war um 1913/14 der Beginn der Collage, in der unterschiedliche Elemente zusammengefügt werden.Die Collage, die in der Fotografie eine Entsprechung in der Montage hat, ist eine Sonderform der Mischtechnik. Die Collage will oft überraschen, provozieren oder erzählerisch zuspitzen.

Generell spricht man bei Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen dann von Mischtechniken, wenn unterschiedliche zeichnerische und malerische Mittel sowie eigentlich artfremde Materialien, wie Sand, Erde, Stroh, Holz und Glas eingesetzt werden. Waren es anfangs die Kubisten, Dadaisten und Surrealisten, die sich der Mischtechniken (Collagen) bedienten, gehören heute Mischtechniken zum künstlerischen Alltag. Der prominenteste deutsche Künstler der Gegenwart, der besonders intensiv mit Mischtechniken arbeitet, ist Anselm Kiefer.

Bei Mischtechniken kann man auch von Mixed Media sprechen. Doch wird der Begriff Mixed Media vornehmlich im Zusammenhang mit Installationen gebraucht, in denen verschiedene künstlerische Techniken (Malerei, Skulptur, Video) in einer Arbeit eingesetzt werden.[1]


Museum der 100 Tage

Die Bezeichnung "Museum der 100 Tage" ist zum Synonym für die documenta geworden. Mit dem Schlagwort wird nicht nur die Dauer der Ausstellung beschrieben, sondern auch ihr Programm festgelegt. "Museum der 100 Tage" heißt: Die documenta ist eine befristete Ausstellung, die sich mit dem Selbstverständnis des Museums aueinander setzt. Arnold Bode schuf das Schlagwort 1964. Da schrieb er in seinem Katalogvorwort: "Ich möchte die documenta III das "Museum der 100 Tage" in Kassel nennen. Hier werden die Leistungen der Kunst des 20. Jahrunderts nicht in einem imaginären, sondern in einem realen Museum sichtbar vor Augen geführt." Im weiteren Text beschäftigt sich Bode mit dem "Pedantischen" und "Dünnblütigen" des Museums, um dagegen die Konzeption der documenta zu setzen. Nachdem die documenta 5 und 6 das Museum aufgebrochen und zum Teil verlassen hatten, blies Rudi Fuchs 1982 zum Rückzug ins Museum. Ruth Noack und Roger Buergel bekannten sich zum Museum und gestalteten die musealen Räume im Fridericianum und in der Neuen Galerie neu und suchten gleichzeitig Alternativen zum Museum.[2]


Museum Fridericianum

Das klassizistische Gebäude war 1779 als erster für die Öffentlichkeit bestimmter Museumsbau auf dem europäischen Kontinent vollendet worden. Das Fridericianum beherbergte Teile der landgräflichen Sammlungen und die Bibliothek. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Gebäude aus. Arnold Bode entdeckte die notdürftig gesicherte Ruine als Ort für die zeitgenössische Kunst. Seit 1955 sind das Fridericianum und der davor liegende Friedrichsplatz das Herzstück jeder documenta. Seit 1988 dient der Bau zwischen den documenten als Kunsthalle. Außerdem hat in ihm der Kunstverein seine Räume.[3]

Wichige Personen

Künstler












































































































































































siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Anleitung zu Mischtechniken auf kunst-malerei.info
  2. Museum der 100 Tage auf capital.de
  3. Homepage der Kunsthalle Fridericianum
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