Documenta-Lexikon: L

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Das documenta-Lexikon
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Inhaltsverzeichnis

Begriffe

Laien

Führungen auf der documenta 13 im Sommer 2012 sollen hauptsächlich von Menschen angeboten werden, die bislang nicht professionell mit Kunst zu tun hatten. Wesentliche Voraussetzung für die 100 gesuchten Vermittler ist ein Bezug zu Kassel. Bis 15. November 2011 läuft die Bewerbungsfrist für die sogenannten Companions, Begleiter, die Besuchern bei zwei- bis dreistündigen Führungen die Kunstwerke und auch die documenta-Stadt nahebringen sollen. Bei der documenta XII im Jahr 2007 gab es für die rund 750.000 Besucher 7500 Führungen. Die documenta wünscht Bewerber unterschiedlicher Generationen aus verschiedenen Berufs- und Wissensfeldern. „Den idealen Bewerber gibt es nicht“, sagt Dr. Julia Moritz, die seit 1. August 2011 die Abteilung „Vielleicht Vermittlung und andere Programme der dOCUMENTA (13)“ leitet. Beispielsweise sind auch Teenager, Ingenieure, Landwirte oder Physiker zu Bewerbungen aufgefordert - wenn sie ein Interesse an zeitgenössischer Kunst haben und motiviert sind, sich auf das Experiment einzulassen, Weggefährte der Weltkunstausstellung zu werden.[1]

Land Art

In den 60er- und 70er-Jahren setzte sich eine neue Kunstrichtung durch - die Land Art. Sie speist sich aus zwei Quellen: Zum einen begannen Künstler, die sich mit landschaftsbezogenen Skulpturen beschäftigten, in größeren Maßstäben zu denken und ganze Landschaften als Projektionsflächen für Zeichen und Formen zu benutzen, die zuweilen nur aus der Luft in ihren Dimensionen erkennbar waren. Zum anderen entwickelten Konzeptkünstler Vorschläge für zeichenhafte Eingriffe in die Landschaft. Zu den prominentesten Künstlern zählen Walter de Maria, Mike Heizer, Dennis Oppenheim und Robert Smithson. Walter de Maria schuf zur documenta 6 in Kassel den Erdkilometer, in dem sich Elemente der Land Art und Konzeptkunst mischen.

Laserscape

Laserscape ist die wohl erste permanente Laser-Licht-Skulptur im öffentlichen Stadtraum. Sie befindet sich in Kassel.


Lichtkunst

Die documenta III von 1964 gilt allgemein als die Ausstellung, die weit gehend die aktuelle Kunstszene ignorierte. Trotzdem konnte sie wichtige neue Strömungen in der Abteilung "Aspekte 1964" spiegeln, in der Künstler wie Joseph Beuys, Peter Brüning, Jasper Johns, Konrad Klapheck, Robert Rauschenberg und Günther Uecker vertreten waren. Uecker war aber noch in einer anderen Abteilung dabei, die Arnold Bode auf eigene Faust im Dachgeschoss des Museums Fridericianum untergebracht hatte:"Licht und Bewegung".

Diese Abteilung reagierte auf jene neue Tendezen in der Kunst, die auf optische Effekte, Lichtkugeln und -scheiben und motorgetriebene Objekte (Kinetik) setzte. Die Düsseldorfer Künstler Günther Uecker, Otto Piene und Heinz Mack hatten einen Lichtraum geschaffen, eine andere Gemeinschaftsarbeit kam von Le Parc, Morellet,Garcia Rossi, Sobrino, Stein und Yvaral.

Die auf optische Effekte und Spielereien setzende Kunst wurde Op-Art genannt. Gemeinsam mit der Pop-Art feierte sie in der 4. documenta Triumphe. Dabei überschnitten sich die Lichtkunst mit Elementen der Konzeptkunst (Bruce Nauman, Dan Flavin). In der documenta 5 dominierten die der Konzeptkunst zuzuordnenden Werke, die in der Abteilung "Idee + Idee/Licht" zu sehen waren.

1977 verließ die Kunst auf vielfältige Weise das Museum: Horst H. Baumann installierte auf dem Zwehrenturm am Fridericianum sein Laser-Environment (heute Laserscape genannt, das die hitorischen Stadtachsen (zum Herkules und zur Orangerie und Karlsaue) mit Hilfe von farbigen Laserstrahlen neu definierte. Die Arbeit wurde angekauft und 2007 auf Initiative des documenta forums mit Hilfe einer großen Bürger- und Spendenaktion technisch erneuert und neu ausgerichtet. Zur selben documenta 6 verwandelte Maria Nordman in der Frankfurter Straße ein leeres Geschäft in einen Lichtraum.

Unvergesslich sind die provokativen Lichteffekte, die Tania Bruguera und Alfredo Jaar zur documenta XI einsetzten. In der documenta XII waren bei Dunkelheit am Aue-Pavillon konstruktiv-farbige Lichtprojektionen von Gerwald Rockenschaub zu sehen. Und im Kegel eines Scheinwerfers konnte man in der Neuen Galerie, wenn der Schatten eines Körpers auf die Wand fiel, den Satz von Gonzalo Diaz erkennen: "Du kommst zum Herzen Deutschlands nur um das Wort Kunst unter deinem eigenen Schatten zu lesen".

Lunch lectures

Die Gesprächsreihe "100 Tage - 100 Gäste", die Catherine David 1997 in der documenta-Halle etabliert hatte, kam einem tiefen Bedürfnis entgegen - über Kunst und deren Schaffensbedingungen zu reden und Problemkomplexe anzusprechen, die direkt oder indirekt mit der Gegenwart zu tun hatten. Ruth Noack und Roger Buergel wollten das Modell übernehmen, ohne es zu kopieren. So richteten sie die mittäglichen "Lunch Lectures" in der documenta-Halle ein, in der Künstler und Kuratoren zu Wort kamen. Die Veranstaltungen wurden zu einem wichtigen Forum für das Zeitschriften-Projekt der documenta 12 und den Austausch der einzelnen Redaktionen sowie für die Vermittlungsarbeit.

Wichtige Personen

Wolfgang Laib

Der 1950 in Metzingen geborene Künstler Wolfgang Laib studierte ursprünglich Medzin. Seit 1974 arbeitete er künstlerisch, wobei er die Einheit von Natur, Arbeit und Schönheit suchte. Beispielsweise sammelte er in aufwändigen Aktionen den gelben Blütenstaub des Löwenzahns, um Bilder aus leuchtendem Gelb zu gestalten. Desgleichen arbeitete er mit Reis, Honig und Harz, um alle Sinne zu mobilisieren. Laib war 1982 und 1987 an der documenta beteiligt. Den Arnold-Bode-Preis erhielt er am letzten Tag der documenta 8.

siehe: Arnold-Bode-Preis

Jean Leering

Der Holländer Jean Leering (1934 - 2005) übernahm nach dem Architekturstudium 1964 die Leitung des Van Abbemuseums in Eindhoven. Bei der Organisation der 4. documenta schlüpfte er insgeheim in die Rolle, die zuvor Werner Haftmann gehabt hatte. Er war der starke Partner an der Seite Bodes, saß im documenta-Rat und im Ausschuss für Ambiente und leitete den Malerei-Ausschuss. So trug die documenta des Jahres 1968 weit gehend Leerings Handschrift. Es war die erste documenta, die ganz auf die aktuelle Bestandsaufnahme ausgerichtet war und die ohne historische Rückblicke auskam. Die Pop-Art, Kinetik und Minimal-Art bestimmten das Bild. Ab 1973 war Leering in der Leitung des Amsterdamer Tropenmuseums tätig, später wechselte er zur niederländischen Denkmalschutzbehörde. Von 1992 bis 1999 war er Professor für Kunstgeschichte in Eindhoven.


Bernd Leifeld

1993 bis 1995 war Bernd Leifeld Dramaturg und Schauspieldirektor am Theater Basel. Seit dem 1. Januar 1996 ist er Geschäftsführer der documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs GmbH in Kassel.[2]

siehe: Geschäftsführer

Rolf Lucas

Rolf Lucas (1916 - 1980) war der Geschäftsführer der documenta 6. [3]

siehe: Geschäftsführer

Künstler







































































































siehe auch

Quellen


Literatur

München, 1983

In gleicher Ausstattung liegen Bände zur documenta 1959, 1964 und 1968 vor


Weblinks

  1. Aus HNA.de vom 18. September 2011: documenta sucht 100 Laien als Kunst-Führer
  2. Seite der Kunsthalle Fridericianum
  3. Artikel aus dem documenta Archiv
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