Documenta-Lexikon: G

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Das documenta-Lexikon
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Inhaltsverzeichnis

Begriffe

Geschäftsführer

Die documenta des Jahres 1955 wurde von der Gesellschaft "Abendländische Kunst des 20. Jahrhunderts e.V." ausgerichtet. Die Ausstellungsleitung hatte Prof. Arnold Bode, das Ausstellungssekretariat führte Dr. Herbert Freiherr von Buttlar. Eine eigene Geschäftsführung gab es nicht. Das änderte sich mit der zweiten documenta, die nunmehr von der documenta GmbH organisiert wurde, in der die Stadt Kassel Mehrheitsgesellschafterin war. Als Geschäftsführer wirkten 1959 Stadtrat Herbert Redl und Dipl.-Ing. Robert Völker. Nach Abwicklung der Ausstellung wurde die Geschäftsführung aufgelöst. Diese Regel galt bis nach der documenta 5. 1961 wurde das Land Hessen gleichberechtigt mit der Stadt Gesellschafter der GmbH. Geschäftsführer der folgenden Ausstellungen waren Dr. Theodor Ascher (documenta III), Karl Reuther und Willi Becker (documenta 4) sowie Dr. Karl Fritz Heise und Walter Olbrich (documenta 5).

Nach der documenta 5 reagierte die Politik. Einerseits hatte das voraussehbare Defizit der Ausstellung zu der Einsicht geführt, dass man langfristiger planen müsse, zum anderen erkannte man, dass die documenta zur Institution geworden war und folglich eine kontinuierliche Geschäftsführung brauchte. Der CDU-Politiker Dr. Rolf Lucas wurde 1974 zum ersten ständigen Geschäftsführer (mit halber Stelle) berufen. Er führte die Geschäfte bis zu seinem Tod im Jahre 1980. Ihm folgte der Rechtsanwalt und FDP-Politiker Dr. Wolfgang Ziegler, der im Wesentlichen die Organisation der documenta 7 betreute. Für die Vorbereitung und Durchführung der documenta 8 wurde 1983 Klaus Angermann aus der Kasseler Magistratsverwaltung berufen. Angermann stellte im Sommer 1988 sein Amt zur Verfügung. Dabei wurde in einer Erklärung von Oberbürgermeister Hans Eichel Wert darauf gelegt, dass der Rücktritt nicht im Zusammenhang mit dem Defizit in Höhe von fast einer Million Mark stehe.

Ein Neubeginn erfolgte im Vorfeld der documenta IX: Gleichzeitig mit Jan Hoet als künstlerischer Leiter wurde am 21. Januar 1989 Alexander Farenholtz, damals Referent des Oberbürgermeisters von Pforzheim, zum ersten vollamtlichen Geschäftsführer berufen. Er war nicht nur für die Vorbereitung und Abwicklung der documenta zuständig, sondern auch für die Geschäftsführung der Kunsthalle Fridericianum und die Vermarktung der documenta-Halle (ab Herbst 1992). Da Farenholtz im November 1993 nach Stuttgart wechselte, wurde im März 1994 zusammen mit Catherine David der Verleger Roman Soukup zum Geschäftsführer berufen. Soukup entwickelte zwar einige erfrischende Ideen zur Belebung des Fridericianums, überwarf sich aber im Frühjahr 1995 mit Kulturdezernetin Irmgard Schleier und wenige Monate später mit Catherine David, so dass er im Sommer 1995 abgelöst wurde.

Nachfolger von Soukup wurde am 1. Januar 1996 Bernd Leifeld, der bis dahin Schauspieldirektor am Theater in Basel gewesen war. Leifeld kannte die Kasseler Verhältnisse, da er von 1980 bis 1983 erst Dramaturg und danach Schauspieldirektor am Staatstheater gewesen war. Bernd Leifeld ist der erste Geschäftsführer, der drei documenta-Ausstellungen organisieren half und der die Abläufe strukturierte. So werden jeweils zum Ende einer documenta die Termine für die nächste bekannt gegeben. Auch hat er feste Formen und Abläufe für die Arbeit von Findungskommissionen für die künstlerische Leitung (auch der Kunsthalle) entwickelt.

Gescheiterte Projekte

Die Geschichte der documenta ist auch eine Geschichte des Scheiterns. Arnold Bode wollte immer mehr als bloß die Ausstellung. Er wollte die documnta als eine Manifestation der Künste organisieren, konnte diese Idee aber nur ansatzweise verwirklichen. Bode scheiterte zudem mit seinem Vorhaben, die Ausstellung in das Schloss Wilhelmshöhe zu verlagern, er selbst konnte seinen Plan einer documenta urbana nicht verwirklichen, und sein Traum von einer Ausstellung im Oktogon des Herkules blieb eine Vision.

Christo war im Sommer 1968 nahe dran, mit seinem Projekt "5600 Kubikmeter Paket" zu scheitern. Erst im vierten Anlauf gelang es ihm, den 85 Meter langen Ballon über der Karlswiese in der Luft zum Stehen zu bringen.

1972 scheiterten die intensiven Bemühungen, in die Übersicht über die Bildwelten auch Werke des Sozialistischen Realismus aus China und der Sowjetunion einzubeziehen. Im selben Jahr musste Günther Saree nach nur wenigen Tagen sein Vorhaben aufgeben, Besuchern durch Vollnarkose (unter ärztlicher Aufsicht) ein Stück bewusster Lebenszeit zu nehmen.

Fünf Jahre später erhielt Wolf Vostell nicht die Erlaubnis, auf dem Zwehrenturm ein Militärflugzeug vom Typ Starfighter (der durch eine einmalige Absturzserie in Verruf gekommen war) zu installieren. Vostell durfte nur seinen Raum im Museum Fridericianum einrichten, in dem er an Flugzeugabstürze erinnerte.

1987 scheiterte George Trakas bei seinem Versuch, den Königsplatz durch Brücken, Stege und Treppen neu zu definieren. Die Arbeit blieb unvollendet.

2007 pflegten Roger Buergel und Ruth Noack eine Kultur des Scheiterns. Dass der Aue-Pavillon, der als Kristallpalast angekündigt war, äußerlich zum Flickwerk wurde, verstanden sie als Teil ihres Experiments, zumal der Pavillon innen funktionierte. Doch vollends gescheitert ist das Projekt von Sakarin Krue-On, der am Hang unterhalb von Schloss Wilhelmshöhe Reisterrassen anlegen wollte. Trotz mehrerer Anläufe gingen die Setzlinge nicht an. Als gescheitert empfanden auch viele die Skulptur "Template" von Ai Weiwei, die im Gewittersturm zusammenbrach. Doch der Künstler fand die Ruine besser als das errichtete Werk, und alle Besucher wollten die eingestürzte Skulptur sehen.

Grafik (Druckgrafik)

Unter Grafik (Druckgrafik) versteht man gemeinhin eine Technik, die es erlaubt, ein Bildmotiv in einer Auflage herzustellen. Die vervielfältigte Kunst (ars multiplicata) dient einmal der größeren Verbreitung von Kunstwerken. Gleichzeitig haben zahlreiche Künstler grafische Techniken benutzt, um ganz andere Ausdrucks- und Gestaltungsformen zu entwickeln. Die prominentesten Beispiele sind die Holzschnitte, die die Expressionisten (Brücke-Künstler) anfertigten und die 60er/70er-Jahre später Künstler wie Georg Baselitz, Jörg Immendorff und Anselm Kiefer schufen. Kiefer integrierte Holzschnitte auch in seine Malerei. In diesem Fall war der Vervielfältigungsgedanke aufgehoben.[1]

Die wichtigsten grafischen Techniken:

Druckgrafik wurde in der documenta II (1959) in einer eigenen Abteilung im Palais Bellevue gezeigt. In der documenta 4 waren in der Neuen Galerie Auflagenkunstwerke (Lithografien, Serigrafien) im Dialog mit Objekten präsentiert.

Künstler























































































































siehe auch


Weblinks und Quellen

  1. Wikipedia-Eintrag zu Grafik
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