Documenta-Lexikon: F

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Das documenta-Lexikon
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Inhaltsverzeichnis

Begriffe

Fairytale

Ai Weiwei, Künstler aus China, hatte 1001 Chinesen und 1001 aus der Qing-Dynastie stammende Stühle während der 100 Tage dauernden Weltkunstausstellung nach Kassel zur documenta 12 geholt.[1]

Farbfeldmalerei

Farbfeldmalerei ist eine Technik in der Malerei. Ziel ist, der Umgang mit unterschiedlicher Farbkonsistenz, Schichtungen, weichen und harten Übergängen. Farbe wird als Komposition eingesetzt.

Die Stilrichtung wird auch als Colourfield Painting bezeichnet. Sie entwickelte sich in den 1950er-Jahren.[2]

Fauvismus

Der Fauvismus ist eine Stilrichtung der französischen Malerei und mit dem Expressionismus verwandt.[3] Erstmals wurde diese Bezeichnung für einen neune Kunststil aus Anlass des Pariser Herbstsalons im Jahr 1905 benutzt. Der Kunstkritiker Louis Vauxcelles, der auf dem Salon zugegen war, sah eine Bronzeskulptur inmitten der Arbeiten von André Derain, Henri Matisse und Maurice de Vlaminck und äußerte sich leicht aufbrausend mit den Worten: "Das ist Donatello in der Meute wilder Tiere."[4] Der Fauvismus besaß keine feste Theorie. Die Künstler verband eine gemeinsame allgemeine Auffassung. Diese bestand im wesentlichen aus der Ablehnung des Impressionismus und des Naturalismus sowie der Radikalisierung der Ideen von Paul Gauguin, Georges Seurat und Vincent van Gogh.

Findungskommission

Die Findungskommission ist ein Gremium, dass den künstlerischen Leiter der jeweils nächsten documenta bestimmt.[5]

Fluxus

Fluxus ist eine Kunstrichtung, die in den 1960er-Jahren entstanden ist. Das zugehörige Künstlerkollektiv (1962) und der Begriff (1960) stammen vom Litauer George Maciunas. Fluxus ist eng mit Musik, Aktion und Happening verbunden. Es handelt sich um collageartig komponierte Aktionsabläufe, die wegen des Zusammentreffens von akustisch-musikalischen und choreographischen Ausdrucksformen als "Konzert" bezeichnet wurden und oft von mehreren Künstlern im Kollektiv aufgeführt wurden.[6]

Fotografie

Bis in die 1970er-Jahre wurde in Deutschland diskutiert, ob Fotografie Kunst sei. Dabei hatten Museen wie das Museum of Modern Art in New York bereits in der Zeit vor Beginn des Zweiten Weltkrieges eine Fotosammlung angelegt, die künstlerisch-experimentelle Arbeiten ebenso umfasste wie dokumentarische.

Die documenta 5 (1972) führte vorsichtig fotografische Arbeiten ein - als Teile der Konzeptkunst. Man sah die Industriebauten, die Hilla und Bernd Becher fotografiert hatten, oder die Fotoarbeiten von Gilbert & George. Auch plädierten die Gemälde des Fotorealismus für eine stärkere Berücksichtigung der fotografischen Sichtweise.

Den Durchbruch erzielte die documenta 6 (1977), die sich selbst als Mediendocumenta verstand. In ihr wurde das Panorama der künstlerischen Fotografie seit 150 Jahren entfaltet. Außerdem wurden in der Neuen Galerie aktuelle Künstlerfotos präsentiert.

Von nun an waren Fotoarbeiten aus der documenta nicht mehr wegzudenken. Eine neue Dimension stellte Jeff Wall mit seinen monumentalen Fotolichtkästen vor, in denen die Bilder wie Dias leuchten.

Mit der documenta X setzten sich auch stärker rein dokumentarische Fotoserien durch.

Fotorealismus

Fotorealismus ist ein Stil der Malerei. Entstanden ist dieser Stil um die 1960er-Jahre. Die Grundidee besteht darin, Fotos malerisch zu kopieren, allerdings meist in einem größeren Format. Die Maler projizierten dazu ein Diapositiv auf einen Bildträger und fertigten eine möglichst genaue Kopie an.[7]

Friedrichsplatz

Seit 1955 ist der Friedrichsplatz in Kassel Entree für die documenta. Bis 1968 wurde der Platz zur documenta als Begrüßungsareal genutzt, auf dem Fahnen oder Plakate und Transparente auf das Kunstereignis hinwiesen. Seit 1972 wird der Friedrichsplatz regelmäßig zur Aufstellung von Kunstwerken (Skulpturen) und für Aktionen genutzt. Auch ist es seit der documenta IX üblich geworden, an den Begrenzungslinien in weißen Containern die Service-Einrichtungen wie Ticket- und Katalog-Verkauf, Garderobe, Buchhandlung und Bewirtungsbetriebe unterzubringen. Mittlerweile gilt der Grundsatz, dass der Friedrichsplatz in Gänze der documenta-Leitung zur freien Verfügung steht. Der documenta 12 gelang es als erster Ausstellung, den Friedrichsplatz während einer documenta in ein geschlossenes Bild zu verwandeln: Der Platzteil vor dem Fridericianum wurde durch Sanja Ivekovic in ein rot blühendes Mohnfeld verwandelt, mit dem auf dem anderen Platzteil die eigens aufgestellten roten Bänke korrespondierten.

Obwohl der Friedrichsplatz für künftige documenten frei zur Gestaltung sein soll, sind in und an ihm mehrere documenta-Werke zu sehen:

Der Friedrichsplatz in Kassel, benannt nach Landgraf Friedrich II., ist mit seiner Fläche von 340 x 112 Metern einer der größten Plätze Europas. Nach dem Schleifen der Befestigungsanlagen wurde der Friedrichsplatz in den 1970er-Jahren des 18. Jahrhunderts als Bindeglied zwischen Altstadt und Oberneustadt und als Vorplatz für das 1779 vollendete Museum Fridericianum von Simon Louis du Ry angelegt.

Personen

Alexander Farenholtz

Der Verwaltungswissenschaftler Alexander Farenholtz war Referent des Oberbürgermeisters von Pforzheim, als er 1989 zum ersten vollamtlichen Geschäftsführer der documenta berufen wurde. Seine Berufung erfolgte zeitglich mit der Kür von documenta-Leiter Jan Hoet. Nach der documenta IX wechselte Farenholtz 1993 als Referent ins Ministerium für Familie und Kunst in Baden-Württemberg. Für die Zeit von 1996 bis 2000 wurde er beurlaubt, um in Hannover mit Tom Stromberg das Kulturprogramm der Expo zu organisieren.

Seit 2002 ist er Vorstand und Verwaltungsdirektor der Kulturstiftung des Bundes und sitzt in dieser Eigenschaft zusammenen mit der künstlerischen Direktorin der Stiftung, Hortensia Völckers, im Aufsichtsrat der documenta.

siehe: Geschäftsführer

Rudi Fuchs

Rudi Fuchs
Nach dem Schweizer Harald Szeemann war der Niederländer Rudi Fuchs (* 1942) der zweite Ausländer an der Spitze der documenta. Er war der künstlerische Leiter der documenta 7 Fuchs hatte nach seinem Studium als Kunstkritiker gearbeitet, bevor er von 1969 bis 1974 als Assistent am Institut für Kunstgeschichte in Leiden tätig war. Danach übernahm er die Leitung des Van Abbemuseums in Eindhoven, das er zu einem Zentrum der Gegenwartskunst ausbaute. Fuchs lehnte für die documenta 7 theoretische Konzepte ebenso ab wie die Ausweitung der Ausstellung in den Stadtraum. Trotzdem expandierte die documenta 7 in nicht gekannter Weise in den Stadtraum - durch die Beuys-Aktion "7000 Eichen".

Für Fuchs war einzig die Qualität entscheidend. Die Hängung und Aufstellung der Werke im Fridericianum ordnete er hierarchisch. Die zentralen Plätze erhielten die Meister, die er seine „Helden“ nannte - wie James Lee Byars, A. R. Penck, Anselm Kiefer, Georg Baselitz, Jörg Immendorff, Jannis Kounellis und Mario und Marisa Merz. Die documenta von 1982 wurden zu einer großen Malerei-Ausstellung („Die Neuen Wilden“). Unter dem Druck dieser Malerei-Renaissance wurde die Ausstellung von der Künstlerzahl her größer und aktueller als geplant. Fuchs wechselte später als Direktor von Eindhoven an das Stedelijk Museum in Amsterdam.

Künstler















































































Weblinks und Quellen

  1. Aus HNA.de vom 15. April 2011: Unterschriftenaktion: 1001 Grüße an Ai Weiwei
  2. Homepage www.kunstunterricht.ch
  3. Fauvismus auf auftrags-maler.eu
  4. Quelle: www.schwarzaufweiss.de
  5. Art Das Kunstmagazin
  6. Erklärung auf www.kunstwissen.de
  7. Definition auf www.picspack.de
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