Documenta-Lexikon: E

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Das documenta-Lexikon
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Inhaltsverzeichnis

Begriffe

Ehrenausschuss

Die erste documenta wurde von der Gesellschaft "Abendländische Kunst des XX.Jahrhunderts e.V." getragen. Arnold Bode und seine Mitstreiter hatten außerhalb der Gesellschaft für den Arbeitsausschuss namhafte Experten wie den Kunsthistoriker Werner Haftmann, Alfred Hentzen (Kunsthalle Hamburg), Kurt Martin (Kunsthalle Karlsruhe) und Prof. Hans Mettel (Staedelschule Frankfurt) gewonnen. Um der Ausstellung auch auf der internationalen politischen Ebene zu Geltung und Ansehen zu verhelfen, hatten die Organisatoren Bundespräsident Prof. Theodor Heuss als Schirmherrn und Repräsentanten der Stadt Kassel, des Landes Hessen, der Bundesregierung sowie Botschafter und Gesandte als Mitglieder eines Ehrenausschusses berufen. Ein vergleichbarer Ehrenausschuss wurde vier Jahre später zur II. documenta gebildet.

Das Vorbild für dieses Gremium hatte Arnold Bode in den 20er-Jahren bei den Orangerie-Ausstellungen kennengelernt. Beispielsweise gehörten 1929 dem Ehrenausschuss der Landeshauptmann, der Oberpräsident und der Kasseler Oberbürgermeister an.


Eintrittspreis

Angeboten werden in der Regel Tages-, 2-Tages-, Familien- und Dauerkarten. Außerdem gibt es schon seit der documenta 12 eine Abendkarte, die ab 17 Uhr gilt. Eine Dauerkarte für die documenta 13 kostet 100 Euro. Die Tageskarte kostet ohne ermäßigung 20 Euro.[1]

Environment

Enviroment ist die Bezeichnung für Arbeiten im künstlerischen Bereich, die sich mit der Beziehung und dem Zusammenspiel zwischen Umgebung und Objekt beschäftigen.


Okwui Enwezor, künstlereischer Leiter der documenta XI

Okwui Enwezor
Nach Catherine David als erster Frau an der documenta-Spitze war Okwui Enwezor (* 1963) der erste Nicht-Europäer in dieser Position. Enwezor war der künstlerische Leiter der documenta 11.

Der gebürtige Nigerianer ging 1982 in die USA, wo er Politik und Literatur studierte. Enwezor ist als Lyriker und Essayist hervorgetreten und ist Mitbegründer des Magazins „Nka“, das sich mit zeitgenössischer afrikanischer Kunst beschäftigt. Im Jahr 1997 war er verantwortlicher Leiter der zweiten Biennale von Johannesburg. In dieser Funktionwar er auch Gastreferent in der Veranstaltungsreihe "100 Tage - 100 Gäste" in der documenta-Halle. Zum Zeitpunkt seiner Berufung im Jahr 1998 plante Enwezor die Ausstellung „The Short Century“, die aus künstlerischer Sicht die Geschichte der afrikanischen Freiheitsbewegungen aufarbeitete und in München und Berlin gezeigt wurde. Zum Profil der documenta XI gehörte, dass Enwezor sie 15 Monate vor ihrem Start durch vier internationale Diskussionsforen (Plattformen) vorbereitete, die er als Teil der Ausstellung begriff. Die eigentliche Ausstellung war das die Plattform 5. Enwezor arbeitete eng mit einem internationalen Kuratorenteam zusammen.

Erdkilometer

Einbringung des Messingstabes
Das umstrittenste Kunstwerk der documenta war der Vertikale Erdkilometer von Walter De Maria. Wochenlang wurde im Frühsommer 1977 das Kunstprojekt öffentlich befehdet. Die Leserbriefspalten der HNA liefen über.

Drei Dinge kamen zusammen: Die Öffentlichkeit war auf ein Kunstwerk solchen Ausmaßes, das sich zwischen Konzept- und Land-Art bewegt, nicht vorbereitet. Der Bohrturm und der ihn umgebende Bauzaun, die zu Einbringung des 1000 Meter langen Messingstabes notwendig waren, war in der Tat alles andere als schön. Außerdem verursachte die Bohrung auch Lärm. Und schließlich galt bis dahin der Rasen auf dem Friedrichsplatz, der durch die Bohrung zur Wüste wurde, vorher wie Kassels gute Stube behandelt worden. Verschärft wurde der Konflikt dadurch, dass an anderer Stelle auf dem Friedrichsplatz aus rostendem Stahl Richard Serras "Terminal" errichtet wurde. Durch die Aufstellung wurde der Rasen weiter zerstört. Die Skulptur wurde als Kunstklo diffamiert. Walter De Maria hatte mit seinem 750.000 Mark teuren Projekt (Finanzierung DIA-Foundation/Heiner Friedrich)Bezug darauf nehmen wollen, dass das Fridericianum als Haus der Aufklärung auch die historischen Instrumente zur Vermessung der Welt barg. Der Messingstab mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern wurde in der Achse Portikus (Fridericianum) - Denkmal Friedrichs II. versenkt.

Nach der Fertigstellung wurde aus dem größten und lautesten Kunstwerk das stillste und unauffälligste: Auf dem Friedrichsplatz sieht man nur eine kleine Messingscheibe (als Endstück) in einer Sandsteinplatte. Das Werk, das die Kasseler am wenigsten gewollt hatten, ist am innigsten mit der Stadt verbunden. Waldforfschüler hatten zur Popularisierung des Kunstwerks beigetragen, indem sie in Gläschen Bohrlocherde für einen guten Zweck verkauften. Eine gute Ventilfunktion hatte eine Aktion, bei der die Besucher ihre Meinung zu dem Projekt auf einem Großbild des Bohrturms niederschreiben konnten. Dank der Bohrung konnte der Aufbau der Erdschichten unter dem Friedrichsplatz dokumentiert werden. Der Schichtenaufbau ist im Naturkundemuseum (Ottoneum) zu studieren.

Etat der documenta

Der documenta-Etat ist stetig gewachsen. Mehrere Gründe gibt es dafür. Zum einen sind die Material-, Transport- und Personalkosten ständig gestiegen. Außerdem ist die Ausstellung räumlich gewachsen. Noch entscheidender war, dass nicht nur die Versicherungskosten sprunghaft in die Höhe ginden, sondern auch die Anforderungen an den Transport (Klimakisten) und an die Präsentation (Klimatisierung) und die Bewachung sprunghaft stiegen.

Die Professionalisierung der Ausstellungsorganisation ließ die Anforderungen an die Verwaltung, Werbung und Pressearbeit steigen. Im Zeitalter des Internets müssen weltweit schon lange vor Ausstellungsbeginn Informationen platziert und Fragen beantwortet werden.

Die größten Etat-Sprünge erfolgten zur documenta IX und zur documenta 11. Offensive Sponsoring-Arbeit und intensives Marketing haben aber dazu geführt, dass in der Regel 50 % des Etats oder mehr selbst erwirtschaftet werden.

Zur ersten documenta trugen der Bund und die Stadt Kassel je 50.000 DM und das Land Hessen 100.000 DM bei. 1959 verteilten sich die Zuschüsse wie folgt: Kassel 250.000 DM, Hessen 150.000 DM, Bund 76.000 DM. 1964: Stadt und Land je 350.000 DM, Bund 100.000 DM. Das Defizit von 577.000 DM trugen die Stadt und das Land.

Zur documenta 12 trugen die Stadt und das Land je 3,5 Mio Euro bei; der Bund. der sich über die Bundeskulturstiftung beteiligt, erhöhte ebenfalls auf 3,5 Mio Euro. Vor der Gründung der Bundeskulturstiftung kamen die Bundeszuschüsse über die Kulturstiftung der Länder.


Hier die Übersicht:

Jahr - Gesamtetat - Zuschüsse

1955 - 379.000 DM - 200.000 DM

1959 - 991.000 DM - 476.000 DM

1964 - 2,4 Mio DM - 840.000 DM - Defizit: 577.000 DM

1968 - 2,1 Mio DM - 1,1 Mio DM

1972 - 3,4 Mio DM - 2,1 Mio DM - Defizit: 800.000 DM

1977 - 4,8 Mio DM - 3,0 Mio DM

1982 - 6,7 Mio DM - 3,1 Mio Dm

1987 - 10,2Mio DM - 5,4 Mio DM (davon 910.000 DM zur Defizit-Deckung)

1992 - 15,6Mio DM - 6,5 Mio DM (Gesamtkosten 21 Mio DM)

1997 - 25 Mio DM - 11,5Mio DM

2002 - 18 Mio Euro- 8,6 Mio Euro

2007 - 19 Mio Euro- 10,5Mio Euro

Erweiterter Kunstbegriff

Nach Joseph Beuys' Überzeugung kann jeder Mensch zum Künstler werden, allerdings nicht mit seinen alltäglichen Verrichtungen und seinen vielleicht selbstgemalten Bildern und selbst geschaffenen Plastiken. Künstler kann werden, wer es kraft geordneter Gedankenfolgen sowie theoretischer und tragfähiger Begründungen schafft, für seine Kreationen und Entscheidungen im weitesten Sinne die Verantwortung zu übernehmen.[2]

Europäische Kunst des 20. Jahrhunderts

Einige Stilrichtungen der Europäischen Kunst des 20. Jahrhunderts:

Bekannte Vertreter der Europäischen Kunst des 20. Jahrhunderts:

Expressionismus

Der Expressionismus ist eine europäische Kunstrichtung des ersten Viertels des 20. Jahrhunderts, dessen Anfänge im Deutschen Kaiserreich liegen. Die Künstler der Brücke (1905) und des Blauen Reiter (1911) sowie Maler wie Oskar Kokoschka, Emil Nolde, Paula Modersohn-Becker und Ludwig Meidner gehören zu den maßgeblichen Vertretern dieses neuen, vom offiziellen Kunstbetrieb wenig geachteten Stils.

Erreichten die Impressionisten die Grenze der objektiven Realität, so versuchten die Expressionisten die irreale, phantastische Welt des Unterbewußten, der Träume und des Alogischen hinter den Phänomenen zu ergründen und darzustellen. Man überschritt die Grenzen des Wachseins, suchte nach verdrängten Gedanken und unterbewußten Gefühlen und bannte sie auf die Leinwand. "Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar", sagt Paul Klee. Der expressionistische Malstil zeichnet sich durch eine von subjektiven Gefühlsempfindungen dominierte starke Farbigkeit sowie einen zur Abstraktion und Vereinfachung tendierenden Hang zum Plakativen und perspektivisch Verzerrten aus.

Obwohl es im engeren Sinne nie eine Bewegung der Expressionisten gegeben hat - der Name wurde zunächst von den Berliner Secessionisten auf die Maler der Brücke angewandt -, verlor der Expressionismus nach dem Ersten Weltkrieg nicht zuletzt durch den Tod von Franz Marc und August Macke an stilgebender Kraft. Die in den ersten Jahren des Krieges formierte Dada-Bewegung sowie das 1919 von Walter Gropius gegründete Bauhaus zogen mit ihren dem expressionistischen Kunstverständnis kritisch gegenüberstehenden Theorien die Aufmerksamkeit der Kunst-Avantgarde auf sich.[3]

Künstler










































Weblinks und Quellen

  1. Seite artinfo24.com
  2. Seite der Kunst-Uni Stuttgart mit Ausführungen von Antje Oltmann
  3. Definition für Expressionismus auf dhm.de
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