Dieter Wedel

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Dieter Wedel in Bad Hersfeld
Dieter Wedel, eigentlich Dieter von Wedel (geboren am 12. November 1942 in Frankfurt am Main), ist ein deutscher Regisseur und Drehbuchautor. Für die Spielzeiten 2015 bis 2018 wurde Wedel Ende September 2014 als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele verpflichtet.


Leben

Dieter Wedel wurde als Sohn des Ingenieurs Karl Wedel und der Pianistin Ada Wedel in Frankfurt am Main geboren. Er wuchs in Bad Nauheim auf und besuchte dort die Ernst-Ludwig-Schule. An der Freien Universität Berlin studierte er Theaterwissenschaft, Publizistik und Geschichte. Während seines Studiums leitete er die dortige Studentenbühne. Daneben war er als Lektor und Theaterkritiker tätig. Später inszenierte er am Berliner Amerika-Haus sowie am Hebbeltheater. 1965 erfolgte seine Promotion zum Dr. phil. über „Expressionismus an Frankfurter Bühnen“.

Wedel lebte in einer polyamoren Beziehung mit der Filmproduzentin und Lehrerin Uschi Wolters in Hamburg und der Schauspielerin Dominique Voland auf Mallorca. Er hat sechs Kinder, unter anderem je einen Sohn mit Dominique Voland und mit der Schauspielerin Hannelore Elsner.

Karriere

Wedel begann seine berufliche Laufbahn im Jahr 1966 als Autor und Hörspielregisseur bei Radio Bremen. 1967 wurde er bei Dieter Meichsner in Hamburg Hausregisseur des NDR. Sein erster großer Film war "Gedenktag" (1970) über den Aufstand vom 17. Juni 1953.

1972 hatte Wedel seinen ersten großen Erfolg mit dem Dreiteiler "Einmal im Leben – Geschichte eines Eigenheims". 1976 wurde das Konzept in "Alle Jahre wieder – Die Familie Semmeling" erneut aufgegriffen, diesmal wurde der Urlaub der fiktiven deutschen Durchschnittsfamilie kritisch porträtiert. 2001 versuchte Wedel, an die erfolgreichen "Semmeling"-Filme der 1970er Jahre mit dem Mehrteiler "Die Affäre Semmeling" über die deutsche Finanzbürokratie anzuknüpfen. 1978 machte Wedel sich selbständig und drehte als Regisseur und Produzent zahlreiche sozialkritische Fernsehspiele.

In den Jahren 1980 bis 1985 inszenierte er am Hamburger Thalia-Theater unter anderem "Macbeth" von William Shakespeare und "Die Frau des Bäckers" von Marcel Pagnol.

Als Fernsehregisseur machte sich Wedel einen Namen mit aufwendigen Mehrteilern wie "Der große Bellheim" (1992), "Der Schattenmann" (1995)und "Der König von St. Pauli" (1998).

Seit 2002 leitet Wedel die Nibelungenfestspiele in Worms, zunächst als Regisseur, danach auch als Intendant in Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Karin Beier oder Gil Mehmert. In den Jahren 2011 und 2012 erweiterte Wedel erfolgreich mit zwei Stücken über "Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß" und "Das Vermögen des Herrn Süss" das Repertoire, bevor er im Jahr 2013 mit Hebbels "Nibelungen - born to die" zu den Wurzeln der Festspiele zurückkehrte. Für das Jahr 2014 hat er bereits seine letzte Inszenierung in Worms angekündigt. Der Versuch, in Dresden mit den Zwingerfestspielen einen ähnlichen Erfolg wie in Worms zu starten, endete vorläufig nach einer Saison im Sommer 2011 mit John von Düffels "Die Mätresse des Königs".

Wedel ist Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg.

Für die Spielzeiten von 2015 bis 2018 konnte Wedel Ende September 2014 als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele verpflichtet werden. Bekannt wurde dies am 22. Spetember 2014.[1]

Preise

Wedel wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: Goldene Kamera (1993), Adolf-Grimme-Preis (1993), Goldener Gong (1985), Goldene Romy (1996), Bambi (2002). 2007 erhielt er die Alzeyer Georg-Scheu-Plakette und 2009 die Ehrenmitgliedschaft im Verein Deutsche Sprache.

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Aus HNA.de vom 22. September 2014: Wedel wird Festspiel-Intendant – Eklat um verfrühte Mitteilung

Video: Wedel bei der HNA in Kassel