Diemeltalsperre

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Blick zur Sperrmauer

Die Diemeltalsperre befindet sich im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Anlass zu Errichtung war der Bau des Mittellandkanals. Der See hatte in Zeiten niedriger Wasserführung der Weser das Speisungswasser für den Mittellandkanal zu liefern. Zudem sollte die Sperre vor Hochwasser schützen. Die Staumauer ist als gekrümmte Schwergewichtsmauer hergestellt worden, mit 42 m Höhe, einer Kronenlänge von 194 m und einer Kronenbreite von 7 m. Die Talsperre gehört der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.

Geschichte

Mit dem Bau der Diemeltalsperre unterhalb des Zusammenflusses von Itter und Diemel wurde in den Jahren 1912 bis 1914 begonnen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie 1923 fertiggestellt und 1924 in Betrieb genommen - zum Ausgleich des Wasserstands in Weser und Mittellandkanal.

Wie am Edersee, gab es keine offizielle Einweihung des Bauwerks, das die Region erheblich verändern sollte. Und das schließlich zu einer neuen Ausrichtung der Wirtschaft führte. Die Bedeutung der Landwirtschaft ging zurück – unter anderem, weil 180 Hektar Land überflutet wurden. Allein Heringhausen verlor 134 Hektar guten Ackerboden, dessen Wert mit 550.000 Mark beziffert wurde.

Im Gegensatz zum Edersee waren am Diemelsee nur einzelne Gebäude betroffen, die im Wasser untergingen. So verschwanden die Neue Mühle zwischen Heringhausen und Giebringhausen und ein tief gelegener Bauernhof in Heringhausen. Dort mussten drei Höfe mussten umgebaut werden.

Tourismus

Der Tourismus entwickelte sich im Laufe der Zeit zum wichtigsten Wirtschaftszweig im Gebiet rund um den See. Die Gäste kamen zumeist aus Kassel und dem Ruhrgebiet, vereinzelt auch schon aus den Niederlanden. In den Dörfern am See wurden Verkehrsvereine gegründet, um den Fremdenverkehr zu fördern. Um die Region besser anzuschließen, wurde die 1922 gegründete Kraftbuslinie Korbach-Bredelar an den See umgeleitet. Auch heute noch spielt der Fremdenverkehr rund um den See eine entscheidende Rolle.[1]

Lage

Hinter der hinter der Diemeltalsperre liegt der Diemelsee, ein Stausee an der Grenze von Hessen und Nordrhein-Westfalen. Der See erstreckt sich nordöstlich des Uplands in den nordöstlichen Ausläufern des Rothaargebirges. Er liegt überwiegend im Landkreis Waldeck-Frankenberg und nur der kleine Nordteil sowie die Staumauer im Hochsauerlandkreis, südlich von Helminghausen (ein südwestlicher Ortsteil von Marsberg).

Der höchste Berg am See ist das Köpfchen (610 m hoch), wenige Kilometer südlich des Sees liegt der Koppen (715 m hoch).

Energieerzeugung

Das Wasserpiegelgefälle an der Sperrmauer wird zur Energieerzeugung ausgenutzt. In dem unterhalb der Sperrmauer am linken Hang befindlichen Kraftwerk stehen zwei Spiralturbinen mit einem Durchlauf von insgesamt vier Kubikmetern pro Sekunde.

siehe auch

Heringhausen - Ansicht vom Diemelsee

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Aus HNA.de vom 25. November 2013: Am 24. November 1923 begann der Anstau des Diemelsees

Weblinks