Diemelstadt

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Diemelstadt
Rhoden-Kirchturm2.jpg Deutschlandkarte, Position von Bad Wildungen hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Höhe: 304 m
Fläche: 82,58 qkm
Einwohner: 5.317 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 34474
Vorwahl: 05694, 05641, 05642
Kfz-Kennzeichen: KB
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lange Straße 6
Website: www.diemelstadt.de
Bürgermeister: Elmar Schröder (CDU)

Diemelstadt ist die nördlichste Großgemeinde des Landkreises Waldeck-Frankenberg in Nordhessen.

Die Stadt - nach eigener Darstellung "das Eingangstor zum Waldecker Land" - hat etwa 6000 Einwohner.

Geografie

Lage

Diemelstadt ist die nördlichste Großgemeinde des Landkreises Waldeck-Frankenberg und liegt auf 51 Grad 28 Minuten nördliche Breite, 9 Grad 00 Minuten östliche Länge.

Durch den Flusslauf der Diemel, die der Stadt den Namen gab, ragt das Stadtgebiet wie eine Halbinsel in das benachbarte Nordrhein-Westfalen hinein. Auf ca. 35 km Länge sind die Gemarkungsgrenzen gleichzeitig die Landesgrenze von Hessen zu Nordrhein-Westfalen.

Über einen direkten Anschluss an die Autobahn A 44 (Dortmund – Kassel) sowie über die Bundesstraßen B 252 und B 7 mit Anbindung an die B 68 ist Diemelstadt gut erreichbar.

Landschaft

Die Landschaft ist eine typische Mittelgebirgslandschaft. Diemelstadt weist fast 40 % Waldgebiet auf (überwiegend Buchenmischwald) und ist Sitz eines der größten hessischen Forstämter.

Stadtteile

Wirtschaftsstruktur

Seit mehr als 100 Jahren bilden Papierfabriken ein wesentliches Standbein der Wirtschaft. Daneben gibt es weitere mittelständische Handwerks- und Gewerbebetriebe.

  • Land- und Forstwirtschaft: 10,4%
  • Industrie: 56,2%
  • Handel, Handwerk und Verkehr: 25,2%
  • Übrige Dienstleistungen: 8,2%

(Beschäftigte in %)

Geschichte

Grabhügel und Befestigungsanlagen am Rande der Gemarkung Wethen (Reste einer altgermanischen Fliehburg am Gaulskopf auf dem Quast und am Eichholz) weisen auf eine vor- und frühgeschichtliche Besiedlung in dieser Gegend hin.

Wahrscheinlich im 7. Jahrhundert entstanden die Siedlungen Audaxen und Wethen und im 8. Jahrhundert der Königshof Rekenen. Die Abtei Corvey, die Klöster Gehrden und Hardehausen, das Stift Neuenheerse, das Johannisstift in Mainz und das Bistum Paderborn sowie die Adligen von Spiegel, von Papenheim, von Canstein, von Gudenberg, von Calenberg und von der Malsburg erwarben Rechte, Güter und Zehnten. Sie wurden ab dem 13. Jahrhundert allmählich durch die Grafen von Waldeck abgelöst. Auch der heutige Stadtteil Rhoden blickt auf eine lange Siedlungsgeschichte zurück. Alt-Rhoden wurde bereits im frühen 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt und lag etwa einen Kilometer nördlich von der heutigen Stadt entfernt. In den Jahren 1228 bis 1230 wurde auf dem Hagenberg eine Burg errichtet. In deren Schutz entstand die neue befestigte Stadt Rhoden, im Jahre 1237 erstmals urkundlich von Graf Adolf I. von Waldeck und Schwalenberg (als Rothem in Castro) benannt.

Zur Zeit von Reformation und Gegenreformation wurde das waldeckische Gebiet evangelisch, das benachbarte westfälische Gebiet dagegen katholisch. Doch vor allem die wirtschaftlichen Beziehungen sind rege geblieben.

Große Verluste an Menschen und Gütern entstanden während des Dreißigjährigen Krieges durch Pest, Krankheit und durchziehende Truppen.

In der Mitte des 17. Jahrhunderts entstand Schloss Rhoden, ein barocker Sandsteinbau mit ehemaligem "Lustgarten", woran eine Straßenbezeichnung in Rhoden erinnert. Während der Regierungszeit des Grafen und späteren Fürsten Georg Friedrich war Rhoden Waldecker Residenzstadt, bevor der Fürst nach Arolsen umzog.

Auf den Grundmauern der ehemaligen Burg entstand das heutige Schloss nach den Plänen des französischen Architekten Belle-Roche, wobei die ursprüngliche Planung nur teilweise realisiert wurde. Der holländische Zimmer- und Baumeister Peter Jeanson aus Holland erhielt den Auftrag, den Bau nach den Plänen des französischen Architekten auszuführen. Während der Bauszeit wurden 1650 ein Tiergarten und eine Allee in Richtung "Stucks Forst" angelegt, weiter eine Wasserkunst und ein Jagdschloss. Und durch einen Bergmann wurde der „160 Ellen“ (etwa 98 m) tiefe und drei Meter breite Schlossbrunnen ausgehoben.

Etwa 1650 entstand auch die Neustadt in Rhoden, bevor der Fürst dann im Jahre 1664 nach Arolsen umzog, nachdem er dort die Regierungsgeschäfte nach dem Tode seines Neffen Graf Heinrich Wolrad übernehmen musste.

Erwerbsquellen für die Bevölkerung waren die Land- und Forstwirtschaft, aber auch Hammerwerke (etwa der Pickhardshammer in Orpethal) und Mühlen an Orpe und Diemel oder die Kohlenmeiler in den Buchenwäldern.

Wiederholt wurde der heutige Stadtteil Rhoden ein Opfer der Flammen. Nach einem Stadtbrand im Jahre 1735, bei dem von 217 Wohnhäusern in Rhoden 149 abbrannten, wurde die evangelische Pfarrkirche neu errichtet. Der Wiederaufbau der Kirche wie auch der übrigen Stadt erfolgte unter der Bauleitung von Julius Ludwig Rothweil.

Ein jüdischer Friedhofs entstand in Rhoden um 1800. Hier finden sich annähernd 100 kulturhistorisch wertvolle Grabsteine und eine Gedenktafel für die Opfer des Holocaust.

Die heutige Stadt Diemelstadt entstand durch den freiwilligen Zusammenschluss von Rhoden und Wrexen am 1. November 1970. Im gleichen Jahr kamen Ammenhausen, Dehausen, Helmighausen, Neudorf und Wethen hinzu. 1971 folgten Hesperinghausen und Orpethal.

Kirchen

Blick zur Kirche in Rhoden
Die Kirche im Ortsteil Wethen

Literatur

Museen

Museum für Waldarbeit

Im Keller des Gemeinschaftshauses im Stadtteil Rhoden wird in einem Museum für Waldarbeit der Wandel in der Waldarbeit innerhalb des 20. Jahrhunderts dokumentiert. Eine Sammlung historischer Arbeitsgeräte der Waldarbeiter hatten der frühere Forstamtsleiter Heinz Scharf zusammen mit August Müller, Walter Stiene und dem verstorbenen Ludwig Friele zusammengetragen.

„Der Lehrbetrieb war die erste Schule weltweit. Wir waren in vielen Ländern bekannt. Das sollte nicht untergehen”, appellierte Scharf und erinnerte damit an die Geschichte der Waldarbeiterschule Rhoden.

Die historischen Arbeitsgeräte sind dem Geschichtsverein als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt worden.

Pickhardshammer

Im Ortsteil Orpethal hat sich der im Jahre 1997 gegründete „Förderkreis Pickhardshammer e.V.“ die Wiederherstellung des Baudenkmals Pickhardshammer nach denkmalpflegerischen Grundsätzen am ursprünglichen Standort zur Aufgabe gemacht. Weiterhin soll das Baudenkmal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und die kulturhistorischen Hintergründe erschlossen werden.

Partnerschaft

Partnerstadt von Diemelstadt ist Kranichfeld in Thüringen.

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister von Diemelstadt ist Rolf Emde.

Elmar Schröder (44) übernimmt im Februar 2012 das Amt des Bürgermeisters. Mit 52,4% zu 47,6% und mit 122 Stimmen Vorsprung konnte er gegenüber Mitbewerber Peter Lieder die Wahl für sich entscheiden. Der bisherige Amtsinhaber Rolf Emde trat nach 18 Jahren Dienstzeit nicht erneut zur Wahl an.

Wahlkreise

Bundestag

Sehenswürdigkeiten

Blick vom Quast in Richtung Ortsteil Rhoden

Sehenswert sind kulturhistorische Bauwerke wie die Reste einer altgermanischen Fliehburg (Gaulskopf auf dem Quast) oder die romanische Kirchenruine Alt-Rhoden, die aus dem 11. Jahrhundert stammt.

In Rhoden gehört auch der alte Stadtkern zu den Sehenswürdigkeiten, der durch zahlreiche Fachwerkhäuser geprägt wird, das Schloss Rhoden (heute zum Alten- und Pflegeheim umgebaut) und die barocke Kirche mit sehenswertem Westturm.

Sehenswert sind im Ortsteil Wethen die Kirche des Ortes mit einem romanischem Turm aus dem 13. Jahrhundert und der Krypta aus dem 11. Jahrhundert. Zeugen früher Vergangenheit sind hier aber auch das aus dem 18. Jahrhundert stammende Rathaus oder die Reste der Ossenburg im Nordwesten des Orts.

An die Entstehung im Mittelalter erinnert der mächtige Turm der Dorfkirche in Hesperinghausen, der in späterer Zeit eine barocke Turmhaube erhielt.

Der Aussichtspunkt Quastholle ist eine Plattform auf 397 m über NN. mit fantastischem Rundblick.

siehe auch

Das Rathaus im Stadtteil Rhoden

Wandern, Radwandern und Freizeitangebote

Diemel-Radweg

Dem Flußlauf der Diemel folgt der Diemel-Radweg mit Start in Willingen über Usseln, Diemelsee, Marsberg, Diemelstadt, Warburg, Liebenau, Trendelburg bis nach Karlshafen.

Drei-Seen-Radrundfahrt

Fahrtroute: Korbach Lelbach, Rhena, Bömighausen, Neerdar, Usseln, Willingen, Schwalefeld, Bontkirchen, Diemelsee, Heringhausen, Rhenege, Adorf, Vasbeck, Canstein, Udorf, Kohlgrund, Rhoden, Dehausen, Ammenhausen, Herbsen, Külte, Wetterburg, Twistesee, Braunsen, Elleringhausen, Niederwaroldern, Höringhausen, Strothe, Korbach.

(Quelle: RV 1896 Korbach e.V.)

Freibäder

Das Freibad in Rhoden wird von einem Förderverein betrieben.

Ein weiteres Freibad gibt es im Ortsteil Wrexen. Mit Edelstahlbecken und Breitrutsche wurde das generalüberholte Bad im Sommer 2009 wieder eröffnet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Stadtteil Rhoden ist Standort einer Grund-, Haupt- und Realschule.

Wirtschaftlich ist die Stadt besonders durch Land- und Forstwirtschaft sowie mittlere und kleinere Handwerks- und Gewerbebetriebe geprägt.

An der Autobahn A 44 (Dortmund – Kassel) liegt der Gewerbepark mit Autobahnanschluss.

Im Stadtteil Rhoden liegt das Alten- und Pflegeheim "Schloss Rhoden".

Wussten Sie schon, ...

>> Artikel:

Weblinks


Stadtteile von Diemelstadt

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Städte und Gemeinden im Landkreis Waldeck-Frankenberg
WappenWaldeckFrankenberg.jpg

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