Diego Jascalevich

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Weltenbummler mit Charango

Der Musiker Diego Jascalevich bringt Südamerika und Europa zusammen

Jeder Kontinent hat sein Instrument. Was für Europa das Klavier ist, ist das Charango für Südamerika. In der Altbau-Wohnung von Diego Jascalevich in der Kasseler Südstadt steht ein Klavier und hängen die Wände voller Gitarren, Mandolinen und eben Charangos, dem typischen südamerikanischen Instrument mit fünf Doppelsaiten. Der Argentinier, der nach Bahia und Rom vor neun Jahren in Kassel gelandet ist, will Charango und Klavier zusammenbringen: "Ich bin kein Traditionalist, Instrumente müssen sich modernisieren." Deshalb spielt er auf dem Charango Folklore-Melodien, vermischt sie mit anderen Rhythmen, vorzugsweise dem brasilianischen Choro, und komponiert Stücke für Charango, Streichquartett und Schlagzeug. Wie das geht, lernt er bei Diego Feinstein.

An seiner neuen Heimat schätzt er, dass sie Energien bündelt und die Konzentration auf das Wesentliche ermöglicht: die Musik. Sie ist für den 38-Jährigen, eine universale Sprache. Eine Sprache mit der sich reisen lässt. "Musik ist übrig geblieben vom Sprachgewirr zu Babel", sagt er. Als Musiker brach er aus dem Argentinien der Militärdiktatur aus und entdeckte in Bahia die Freude brasilianischer Rhythmen. Im Centre Pompidou in Paris spielte er bei der Vernissage einer Bilderschau der 94-jährigen Aurelie Nemours. Einen Film über die Meisterin der konkreten Malerei hat er auch vertont. "Über die Musik hat sie den Film verstanden, obwohl sie blind ist", erzählt Jascalevich.

Wie international Musik ist, erfuhr der Musiker in Aix-en-Provence. Dort übernahm Jascalevich 2003 den Gitarren-Part in der Oper Wozzeck mit dem Mahler Chamber Orchestra unter der Leitung des Engländers Daniel Harding.

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