Die Sage von der Flötenlinde und der Nonnengrube

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Im alten Hofgeismar erzählte eine Mär von einer Nonne, die sich in der Nonnengrube, in der Nähe der Stadt Hofgeismar zu Tode stürzte, weil sie ihren Geliebten verlor.

Vor vielen hundert Jahren bestand in Hofgeismar ein Mönchskloster und in dem nahen Dorf Nordgeismar am Schöneberg ein Nonnenkloster. Die Sage, die sich um diese beiden Klöster rankt, berichtet von zwei jungen Leute aus Hofgeismar, die sich „von Herzen liebten“. Da aber die Eltern des jungen Mannes nichts von dem Herzensbund wissen wollten, wurde er als Mönch im Hofgeismarer Kloster untergebracht. Die junge Frau wurde daraufhin Nonne im Kloster von Nordgeismar.

Die beiden trafen sich aber weiterhin heimlich, bis man im Hofgeismarer Kloster von den nächtlichen Zusammenkünften erfuhr und der junge Mönch aus Hofgeismar fortgeschickt wurde.

Nicht weit von dem Kloster an einem Weg außerhalb der Stadt stand eine alte, mächtige Linde. Nachdem der junge Mann hier seiner Flöte noch einmal traurige Klänge entlockt hatte, zerschlug er sie am Stamm der Linde und zog davon. Die Linde ist bis heute als “Flötenlinde” bekannt.

Der Wind hatte die Töne bis zum Nonnenkloster herübergetragen und die junge Nonne wusste nun, das sie ihren Geliebten verloren hatte. Noch in der selben Nacht soll sie sich in eine tiefe Schlucht nahe der Stadt gestürzt haben, die bis heute “Nonnengrube” heißt.

Literatur und Quelle

  • Heinrich Rohde, Weserwellen und Diemelgrand - Geschichten und Sagen aus dem Gebiete der oberen Weser, der Diemel und der Esse, 5. Auflage aus Anlaß seines 50. Todestages, herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Micha Röhring, Hofgeismar 1995, S. 16 ff.

siehe auch

Weblink