Die Sage von Brama, Saba und Trendula

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Namensgeberin der Burg Trendelburg ist in der Märchenwelt die Riesin „Trendula“, die der Sage nach von einem Blitz auf freiem Feld erschlagen wurde, nachdem sie ihren Schwestern Saba (mit Sitz auf der Sababurg) und Brama (von der Bramburg) stark zugesetzt hatte.

Die Sage berichtet von den drei Schwestern, die alle von der nahegelegenen Krukenburg ihres Vaters, des Riesen Kruko, stammten.

Insgesamt soll der Riese von der Krukenburg allerdings sechs Töchter gehabt haben, die alle später auf eigenen Burgen im Reinhardswald, im Bramwald und an der Weser gelebt haben: die Riesentöchter waren Drenta und ihre Schwestern Trendula (auf der Trendelburg), Saba (auf der Sababurg), Brama (auf der Bramburg), Lippolda (in Lippoldsberg) und Giesela (auf der Burg Gieselwerder).

Die jüngeren Töchter des Riesen Kruko sollen Giesela, Lippolda und Drenta gewesen sein. Giesela war die tugendsamste der Riesenschwestern und errichtete ihr Domizil an der Weser bei dem heutigen Ort Gieselwerder. Der Sage nach soll sie auch die Namensgeberin des Orts sein.

Wahrscheinlicher ist allerdings, dass Gieselwerder nach Gisela, der Gemahlin des deutschen Kaisers Konrad II. benannt wurde, der hier längere Zeit verweilte.

Sage

Blick in den "Nassen Wolkenbruch"

Der Sage nach soll Saba, die Erbauerin der Sababurg, in der Mordkammer von ihrer Schwester Trendula ermordet worden sein. Zwischen Helmarshausen und Wülmersen heißt der an Wülmersen angrenzende Teil des Waldes die "Mordkammer".

Die Sage berichtet von drei Schwestern, den Töchtern des Riesen Kruko. Da Trendula den heidnischen Göttern treu blieb, kam es nach dem Tod des Vaters zu handfesten Auseinandersetzungen mit ihren beiden christlich getauften Schwestern Brama und Saba. Besonders Brama hatte unter ihrer Schwester Trendula schwer zu leiden und erblindete vom vielen Weinen. Die Schwestern ließen schließlich neue Burgen (die Sababurg und die Bramburg auf dem anderen Weserufer) bauen, um sich von ihrer Schwester zu trennen. Aus Zorn erwürgte Trendula ihre Schwester Saba im Gebiet der Mordkammer. Sie selbst wurde daraufhin im Bereich der Wolkenbrüche (tiefe Erdtrichter bei Trendelburg) vom Blitz errschlagen.

Mit etwas Phantasie sind in der Nähe von Trendelburg noch heute die Spuren des Blitzeinschlags zu sehen, wo sich die tiefen Erdlöcher (Nasser Wolkenbruch und trockener Wolkenbruch) zeigen.

Aber auch weniger phantasievolle Zeitgenossen empfinden besonders den „Nassen Wolkenbruch“ zwischen Trendelburg und Friedrichsfeld als durchaus beeindruckenden, allerdings nur schwer zugänglichen Trichter mit einem See in 45 m Tiefe, den der Besucher auf einem Pfad umrunden kann.

Literatur und Quelle: Heinrich Rohde, Weserwellen und Diemelgrand - Geschichten und Sagen aus dem Gebiete der oberen Weser, der Diemel und der Esse, 5. Auflage aus Anlaß seines 50. Todestages, herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Micha Röhring, Hofgeismar 1995, S. 40 ff.

siehe auch

Weblinks