Die Sage vom Reinhardswald

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Die Sababurg im Reinhardswald

Nicht nur für die Tourismus-Werbung ist der Reinhardswald ein Märchenwald, wie man ihn schöner kaum träumen kann. Hier, zwischen Diemel und Weser und inmitten der deutschen Märchenstraße, schlief Dornröschen (auf der Sababurg), warf Rapunzel (auf der Burg Trendelburg) ihr Haar herab und trieben Riesen, Kobolde und Trolle ihr Unwesen.

Auch die Geschichte von der Entstehung des Reinhardswalds ist unglaublich. So wird berichtet, der Bischof von Paderborn und Graf Reinhard hätten um dessen Besitztümer gewürfelt.

Graf Reinhard, ein leidenschaftlicher Spieler, besaß riesige Ländereien. Der Bischof gewann und der Graf verlor sein Land. Aber er sann auf einen Ausweg: Er bat um die Gnade, noch einmal säen und ernten zu dürfen. Die Bitte wurde ihm gewährt. Graf Reinhard säte Eicheln anstelle von Getreide. Bis diese Früchte trugen, die man ernten konnte, vergingen viele, viele Jahre. Der Bischof kapitulierte vor so viel List und der Reinhardswald kam zu seinen Eichen und seinem Namen.

Die Eichen wuchsen und gediehen, wurden groß, stattlich und alt. Neue Geschichten entstanden. Viele handeln von verirrten Wanderern, die von Elfen den Weg gewiesen bekamen. Aber es gibt auch bedrohliche Erzählungen, von Wanderern, die in der Abenddämmerung noch immer im Wald herumirrten und von bösartigen Fabelwesen das Leben schwer gemacht bekamen.

Literatur und Quelle

  • Heinrich Rohde, Weserwellen und Diemelgrand - Geschichten und Sagen aus dem Gebiete der oberen Weser, der Diemel und der Esse, 5. Auflage aus Anlaß seines 50. Todestages, herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Micha Röhring, Hofgeismar 1995, S. 29