Die Helfensteine und die Wichtelkirche bei Zierenberg

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Blick zu den Helfensteinen
Blick auf Zierenberg - vorne rechts die Wichtelkirche

Die „Helfensteine“ und die „Wichtelkirche“ (auch: „Blumenstein“) gehören zu den Basaltkuppen und Felsbildungen im „Habichtswälder Basaltbergland“, die das Dörnbergmassiv bei Zierenberg kennzeichnen.

Der Dörnberg (auch: Hoher Dörnberg) überragt mit 578,7 m Höhe die Landschaft nördlich und nordwestlich von Kassel und ist eine der höchsten Erhebungen des Wolfhager Landes am westlichen Rand der „Hessischen Senken“.

Geologie

Den Hauptbestandteil des Dörnbergmassivs bilden vor allem Muschelkalke. Diese sind teilweise noch überdeckt von tertiären Tonen, Sanden und Quarziten.

Die heutige Mittelgebirgslandschaft entstand vor allem durch basaltische Eruptionen in der Tertiärzeit. Diese durchbrachen den tief liegenden Buntsandstein sowie die Gesteinschichten, die in der nachtertiären Zeit entstanden sind.

Auf dem Muschelkalkrücken des Dörnbergs sind Pflanzenarten wie z.B. Orchideen und Enziane beheimatet, wie sie für einen Kalkmagerrasen typisch sind.

Eco Pfad Archäologie

Helfensteine
Wichtelkirche-Felsen

Der Eco Pfad Archäologie Dörnberg verläuft rund um das Dörnbergmassiv.

Auf ihm erreicht man die Helfensteine, den Hohlestein, verschiedene Wallanlagen und die Wichtelkirche.

Helfensteine

Funde aus vorgeschichtlicher Zeit belegen eine Besiedelung bereits zur Jungsteinzeit.

Die Helfensteine sind eine durch Erosion freigelegte Felsformation mit einem halbrunden Wall. Aus dem 6. und 5. Jahrhundert vor Christus stammen die ältesten hier gefundenen Keramikscherben.

Die Wallanlage bei dem größten Felsen der Helfensteine, mit einem künstlichen, etwa ca. 100 m langen Graben aus dem 12./ 13. Jahrhundert, deutet auf eine ehemalige hochmittelalterliche Burg hin.

Hohlestein

Auch am Hohlestein, einem hohen, senkrecht nach oben ragenden Basaltfelsen befand sich eine Ringwallanlage, vermutlich schon aus der Eisenzeit.

Bodenfunde belegen aber auch eine mittelalterliche Besiedelung im 12. und 13. Jahrhundert.

Wichtelkirche

Die Feste „von Blumenstein“ war einer der kleinsten Burgen im Zierenberger Raum, die auf dem Basaltfelsen Blumenstein lag.

Nach einer Sage wird dieser heute "Wichtelkirche" genannt.

Die ehemalige Burg gehörte dem Geschlecht „von Blumenstein“, das - ebenso wie die Wüstung Blumenstein - ab dem 13. Jahrhundert nachgewiesen werden kann und mit der Zerstörung der Burg Mitte des 14. Jahrhunderts offenbar zunehmend seinen Einfluss verlor. Funde belegen jedenfalls, dass unmittelbar am Felsen der „Wichtelkirche“ einst ein Gebäude errichtet worden war.

Die Sage von der Wichtelkirche

Um die „Wichtelkirche“ rankt eine Sage, die auf das Ende der germanischen Religion und den Beginn der christlichen Religion in dieser Region hinweist und die sich in einer Johanninacht zugetragen haben soll:

Lebensbogen e.G betreibt das Café Helfensteine

Einst verliebte sich ein listiger Wichtelkönig in ein junges Mädchen aus Zierenberg und begegnete ihr in Menschengestalt. Doch die beiden trennte ihr unterschiedlicher Glaube und nur unter der Bedingung, dass er Christ werde, sollte die Hochzeit stattfinden. Eigens für die Vermählung baute er eine kleine Kirche aus funkelndem Bergkristall an der Quelle des Heilerbachs. Doch für das Mädchen blieb die schöne Kirche kalt und seelenlos, so dass es die Ehe ablehnte. Darauf verwandelte sich die Kirche in graues Basaltgestein.

Literatur

  • Lothar Nitsche, 30 Jahre Naturschutzgebiet Dörnberg, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2009, S. 7 ff.

siehe auch

Weblinks