Die Göttinger Sieben

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Die Göttinger Sieben. Lithografie von Friedrich Eduard Ritmüller

1837 sorgten sieben Professoren aus Göttingen in ganz Europa für Aufsehen durch ein Schreiben, in dem sie sich gegen ihren Dienstherren, den König von Hannover wandten.

Personen

Die Göttinger Sieben bestehen aus sieben Professoren der Universität Göttingen. Es handelt sich um Wilhelm Eduard Albrecht, Friedrich Christoph Dahlmann, Georg Heinrich August Ewald, Georg Gottfried Gervinus, die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm sowie Wilhelm Weber. Diese Intellektuellen wandten sich im Jahr 1837 gegen König Ernst August I. und beschuldigten ihn wegen der Aufhebung der Verfassung des Verfassungsbruchs. Sie wurden daraufhin ihrer Ämter enthoben und teilweise des Landes verwiesen.

Geschichte

Am 5. Juli 1837 hob der gerade inthronisierte König Ernst August I. von Hannover die seit 1833 gültige Verfassung auf. Auf diesen Beschluss reagierten die sieben Professoren mit einem Protestschreiben, das sie am 18. November 1837 an das Universitätskuratorium in Hannover richteten. In diesem Schreiben bekundeten die Hochschullehrer, dass sie sich durch ihren geleisteten Eid weiterhin an die Verfassung aus dem Jahr 1833 gebunden fühlten und leisteten somit offenen Widerstand gegen deren Aufhebung. Ernst August reagierte auf die Unmutsbekundung der Gelehrten, die auch an die Öffentlichkeit gelangte, mit einer harten Entscheidung und entließ sie im Dezember 1837 aus dem Staatsdienst.

Historische Bedeutung

Die Tat der Professoren bekam Vorbildcharakter für das liberale Bürgertum in Deutschland. Die Gelehrten gelten als Wegbereiter der parlamentarischen Demokratie in Deutschland.[1]

Für die Zeit des Vormärz war der Protest der Göttinger Sieben ein wichtiges Ereignis, weil er die politische Autorität der Gelehrten in Deutschland mitbegründete. Außerdem stärkte der Protest das Bewusstsein, dass eine Verfassung und das Gesetz eines Landes geachtet werden mussten. Auch ein Monarch durfte sich entsprechend nicht mehr über Recht und Ordnung hinwegsetzen.

Günter Grass enthüllt sein Denkmal für die Göttinger Sieben.

Denkmal

Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat ein Denkmal für die Gelehrten gestaltet. Es steht auf dem Campus der Universität vor dem Zentralen Hörsaalgebäude auf dem Platz der Göttinger Sieben. Grass und sein Göttinger Verleger Gerhard Steidl haben es der Stadt und der Universität am 28. April 2011 geschenkt.

Die rund drei Meter hohe Skulptur zeigt den Buchstaben G und die Ziffer 7. Die aus Corten-Stahl gefertigten Zeichen stehen auf einem Sandsteinsockel, an dem auf einer Bronzeplatte der Wortlaut der Protestschrift der Göttinger Sieben vom 18. November 1837 zu lesen ist.

Im Oktober 2010 hatte die Weender Metallbaufirma von Roderich Senge mit dem Bau des Denkmals begonnen. Als Vorlage diente ein Entwurf von Bildhauer und Grafiker Grass, den er auf einem Blatt Papier grob mit dünnem Filzstift skizziert hatte.[2]

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Aus dradio.de vom 14. Dezember 2007: Dem König die Stirn geboten
  2. Aus goettinger-tageblatt.de vom 28. April 2011: Denkmal für die Göttinger Sieben