Die Echse

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Blendende Schleicherin

Die freundliche Echse findet immer seltener Nistplätze im Garten

Ausgewachsene Blindschleiche: Sympathisch blinzelnd. Foto: Bogumil

Sie ist weder blind, noch schleicht sie bedrohlich durch die Natur. Eher schlängelt sie sich völlig harmlos durch Wälder und Auen. Dabei gehört sie gar nicht zu den Schlangen, sondern gilt als beinlose Eidechsenverwandte. Gemeint ist die Blindschleiche.

In ganz Europa verbreitet, schätzt die bis zu 50 Zentimeter lange Blindschleiche als Lebensraum Feuchtbiotope, Wälder, Feldgehölze mit Lesesteinhaufen, aber auch naturbelassene Gartenanlagen. Der Name Blindschleiche stammt vermutlich vom Althochdeutschen Wort „Plinslicho“, frei übersetzt blendende Schleicherin. In der Tat zeigen die Schuppen der Blindschleiche beim täglichen Sonnenbad eine bleiglänzende Färbung.

Im Gegensatz zu dem typisch starren Blick der echten Schlangen schaut die Blindschleiche sogar ausgesprochen freundlich. Denn sie kann ihre Augenlider bewegen. Eine Besonderheit der kleinen Echse ist ihre Fähigkeit, bei Gefahr ihren Schwanz abzuwerfen. Mehrere Sollbruchstellen am Schwanzende machen es möglich. Um Feinde zu verwirren, - und davon gibt es viele - (Igel, Krähen, Greifvögel) bewegt sich das abgestoßene Endstück noch ein Weilchen weiter. Blindschleichen werden erst im vierten Lebensjahr geschlechtsreif. Sie gebären lebend. Die meist fünf Jungen sind zehn Zentimeter groß. Gleich nach der Geburt verlässt die weibliche Blindschleiche ihren Nistplatz. Die Jungen bleiben sich selbst überlassen. Blindschleichen sind uneingeschränkt nützlich und in der Bundesartenschutzverordnung als besonders geschützt aufgeführt.

Sie ernähren sich hauptsächlich von Nacktschnecken und Würmern. In vielen Gärten leiden sie zunehmend unter dem Mangel an geeigneten Komposthaufen als Überwinterungsplätze. Und immer mehr Blindschleichen erleiden den Rasenmähertod.

In Kriegs- und Hungerszeiten vergangener Jahrhunderte landeten Blindschleichen als so genannte Land-Aale in den Suppentöpfen der darbenden Bevölkerung.´

Von Manfred Bogumil