Die Altenburg bei Römersberg

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Namen

Die Altenburg bei Römersberg berührt die nordhessischen Gemarkungen von Borken, Bad Zwesten und Neuental. Der Namen "Altenburg" beinhaltet nach der Deutung von Heinrich Bertelmann im Jahr 1919 in seiner "Hessischen Höhenluft" die althochdeutsche Bezeichnung für Heiligtum "alah" und den Begriff "burg" von bergen, geborgen, was einer befestigten Wohnstätte an einer, meist schwer zugänglichen, die Landschaft beherrschenden Stelle entspricht, so Rudolf Harbig in der ZHG, Band 74, 1963. Es gibt eine große Zahl von Erhebungen in Deutschland die den Namen Altenburg, Alteburg oder Altenberg tragen. Der überwiegende Teil von ihnen hat seinen Namen in vorchristlicher Zeit erhalten als diese Erhebungen noch kultischen Zwecken dienten.

Geschichte

Die Altenburg bei Römersberg von Südwesten

Die Altenburg bei Römersberg ist eine 432,6m ü. N.N. gelegene Buntsandsteinerhebung, etwa 250m über dem Schwalmtal. Obwohl nur ein kleiner Teil der vorgeschichtlichen Ringwallanlage zu Römersberg gehört, hat sich die Bezeichnung "Altenburg bei Römersberg" eingebürgert. Sie gehört zu den am besten erhaltenen Ringwallanlagen der Eisenzeit in Nordhessen und ist ein beeindruckendes Bodendenkmal. Der Höhenrücken (Plateau) war damals mit einer Mauer umgeben, die eine Siedlungsfläche von 1,5ha umfasste. Nördlich und südlich des Plateaus sind weitere Wälle zu erkennen. Sie vergrößern die Siedlungsfläche auf 8,3ha. Bereits zur sogenannten Michelsberger Kultur (4.200 - 3.900 v.Chr.) sind Keramikfunde von der Altenburg bekannt. Aber erst zu Beginn der Eisenzeit (um 750 v.Chr.) wurde der Berg längerfristig aufgesucht, besiedelt und auch schon befestigt. Die Ringwallanlage aus der Eisenzeit besteht aus einem, bis zu dreifach gestaffelten Befestigungssystem. Es liegen Funde verschiedener Kulturphasen, aus dem Zeitraum zwischen 750 und 150 v.Chr. vor. In jüngerer Zeit gab es, nach heutiger Kenntnis, keine Siedlungstätigkeit auf dem Berg. Am Osthang des Berges wurde im Mittelalter, wohl im 13. Jahrhundert, das Dorf Blankenhain gegründet, das jedoch im 15. Jahrhundert schon wieder verlassen wurde. Eine direkte keltische Besiedlung der Altenburg bei Römersberg, wie immer wieder einmal vermutet wird, ist bisher nicht nachgewiesen.

Archäologischer Wanderweg

Nach Idee und Planung von Friedrich Döring wurde in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege Marburg, dem Zweckverband Schwalm-Eder-West und den Geschichts- und Heimatvereinen Neuental, Bad Zwesten und Borken am 16. Juli 2006 ein archäologischer Wanderweg eingeweiht. Der Wanderweg führt den Besucher, in etwa 2,5 Stunden und 5,5 km, zu 13 verschiedenen Geländedenkmälern der Neuzeit, des Mittelalters und der Vorgeschichte, erläutert sie und bittet um deren Schutz. Der Schwerpunkt liegt auf der eisenzeitlichen Befestigungsanlage. Auf dem Plateau des Berges wurde 1963 ein ca. 25m hoher hölzerner Aussichtsturm errichtet von dem sich bei gutem Wetter ein wunderschöner Blick in die nordhessische Landschaft bietet. Der Wanderweg beginnt auf dem Waldparkplatz, nördlich von Römersberg. Der Weg zum Parkplatz führt durch den Ort in nördlicher Richtung, vorbei am Aussiedlerhof, in den Wald zum Parkplatz.

Literatur

  • Friedrich Döring
 - Archäologische Denkmäler Hessen,Nr.167 
 - Hessenarchäologie 2005 u. 2006, 
 - H.Bertelmann, "Hessische Höhenluft" 1919

Siehe auch

Weblinks