Deutscher Alpenverein Kassel

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Alpenverein Kassel - Alpenwanderung

Die Sektion Kassel ist eine 1887 gegründete Abteilung des Deutschen Alpenvereins (DAV).

Geschichte

Gründung und Erster Weltkrieg

Der Alpenverein im Jahr 1870

Am 1.April 1887 wurde die Kasseler DAV-Sektion in der Gaststätte "Rampfesche Restauration" in der Kasseler Wilhelmsstraße gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern der Kasseler Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) gehörten Theaterleute, Ärzte, Kaufleute, Lehrer und Bankiers. All jene also, die ihre Kraft nicht für die Fabrikarbeit brauchten. Schon ein Jahr nach der Gründung zählte die Sekiton knapp 200 Mitglieder. In den Anfangsjahren hatten die Wanderungen in den Kasseler Bergen Ausflugscharakter. Allerdings stellte sich ein Problem ein, das Vereine bis heute kennen: Nachwuchsmangel. So heißt es in einem Vereinsbericht von 1912, dass ein „kräftiger Stamm von jungen Leuten fehlt“. Die Mitglieder hegten bald den Wunsch, eine eigene Hütte im Hochgebirge zu besitzen. Um den 10.000 Goldmark teuren Bau zu finanzieren, kauften die Mitglieder Anteilsscheine. Am 24. Juli 1985 wurde die "Casseler Hütte" in Südtirol in der Nähe des Hochalpendorfs Rein in Taufers eingeweiht. Um den Gründer der Kasseler Sektion des DAV, Arthur Hartdegen, ein Denkmal zu setzen, wurde am Fuße des dortigen Hochgalls der Arthur-Hartdegen-Weg eröffnet. Den Weg gibt es bis heute. Der Erste Weltkrieg beendete die Wanderfreuden. Die knappe Kriegskost erlaubte das Mitnehmen von Frühstücksbroten nicht und auf unnötige Anstrengung wurde verzichtet. Mit dem Kriegseintritt Italiens in den Ersten Weltkrieg 1915 wurde die Casseler Hütte zum Kriegsschauplatz. Bis auf eine Plünderung überstand die Hütte den Krieg unversehrt.

1918 bis 1946

1918 fiel Südtirol an Italien. Entsprechend stand die Hütte auf italienischem Staatsgebiet. Die Kasseler Sektion des Alpenvereins verlor die Rechte an der Hütte, die fortan dem Club Alpino Italiano gehörte. Erst einige Jahre später zahlte die italienische Regierung eine Entschädigung an den DAV Kassel.

Die Kasseler Hütte in Südtirol

Für die Kasseler entschädigte das Geld den Verlust nicht. In Berichten ist von der "geraubten Hütte" zu lesen, man verzieh den Italienern die skrupellose Übernahme nicht. Ab 1926 begannen die Kasseler mit einem Neubau auf 2177 Metern im österreichischen Zillertal. Dieser wurde am 27. August 1927 unter dem Namen "Kasseler Stillupphütte" eingeweiht. Heute trägt die Hütte den Namen "Neue Kasseler Hütte". Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 griffen die verabschiedeten Reformen für Vereine und Verbände auch für den DAV. 1935 wurde der gesamte Alpenverein in den Reichsbund für Leibeserziehung eingegliedert und dem Reissportführer Hans von Tschammer und Osten unterstellt. Der Verein verstand seine Aufgabe künftig als Wesensformung der Jugend. In der Vereinschronik ist die Rede vom "läuternden Einfluss auf den Charakter eines Menschen" und von der "veredelnden Wirkung" auf die Jugend. Das Wandern eignete sich, um von den Nationalsozialisten benutzt zu werden. Natur, Ertüchtigung und Heldentum waren sowohl beim Wandern als auch im Nationalsozialismus ideologische Werte.

Die Neue Kasseler Hütte im Zillertal

Tatsächlich passte sich die Sektion dem neuen System an So schrieb ein Wanderer 1934 über seine Reise zur Hütte ins Zillertal. "Endlich ein Reichsdeutscher aus Kassel", lautete die Begrüßung und die Reaktion: "Es ist in einziges Sehnen und Wünschen, an dem gewaltigen Aufstieg des Reiches teilhaben zu können." [1] In der Vereinschronik Bis dato hatte der Verein nie mehr als 500 Mitglieder.

Weil sie als Naziorganisation galt, wurde die Kasseler Sektion - wie alle anderen DAV-Sektionen - von den Alliierten 1945 aufgelöst und verboten. Ein Jahr später kam es zur Vereinsneugründung.

1946 bis heute

1961 erhielt die Sektion die Hütte im Zillertal zurück, die nach Kriegsende unter Treuhandverwaltung gestellt worden war. Diese wurde seitdem mehrfach saniert und ausgebaut und ist noch heute ein beliebter Anlaufpunkt für Wanderer. 2009 eröffnete der Verein das Kletterzentrum auf der Marbachshöhe und hat seitdem einen rasanten Mitgliederzuwachs.

Mitgliederentwicklung

Die Sektion des Deutschen Alpenvereins wurde mit 18 Mitgliedern 1887 gegründet. Bis 1945 hatte man nie mehr als 500 Mitglieder. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl an. 2005 zählte der Verein bereits über 3000 Mitglieder. Diese Zahl blieb einige Jahre konstant, bis 2009 das Kletterzentrum auf der Marbachshöhe eröffnet wurde. 3372 Mitglieder hatte die Sektion 2009. Unmittelbar nach dem Bau stieg die Zahl rasant, heute hat der DAV Kassel 4300 Mitglieder.

Abseilen zählt zu den Angeboten der Sektion Kassel

Angebote

Der DAV wirbt mit "Bergkameradschaft, Solidarität und Offenheit" und möchte eine gelungene Mischung aus Tradition und Moderne finden. [2] Der Deutsche Alpenverein setzt sich für den Umweltschutz ein, um so die Zukunft des Bergsports zu gewährleisten. Über 2.000 Mitglieder gehören dem Deutschen Alpenverein an. Außerdem wird eine Zugangsberechtigung zu vielen Selbstversorgerhütten gewährleistet. Mitglieder können auf diesen billiger übernachten und stehen bei Wanderungen zudem unter Versicherungsschutz. Der DAV informiert regelmäßig über Umwelt- und Naturschutz. Spezielle Ausbildungen für alle Arten des Bergsports sind möglich und werden auf Basis eines hohen Sicherheitsstandards geführt. Mitglieder erhalten außerdem das Bergsteigermagazin "DAV Panorama".


Kletterzentrum Nordhessen

Das Kletterzentrum Nordhessen wurde im September 2009 eingeweiht. Es trägt den Status des Landesleistungszentrums. Das Kletterzentrum steht auf dem Gelände der ehemaligen Lüttich Kaserne. Das alte Kesselhaus wurde zu der Kletterhalle um- und angebaut. Einzig der hohe Schornstein des ehemaligen Heizkraftwerkes erinnert heute noch an den Altbau. Die Wände sind nach verschiedenen Schwierigkeitsgraden gegliedert und bieten ebenso für Anfänger wie für Leistungssportler eine Herausforderung. Außerdem wird Bouldern, das Klettern ohne Kletterseil und Klettersicherung, angeboten. An fünf Parcours unterschiedlicher Schwierigkeit werden Gleichgewicht, Bewegungsgeschick, Kraft, Ausdauer und Taktik geschult. Im Kletterzentrum integriert ist ein Bistro mit Panoramafenster zur Kletterhalle und zum Boulderraum, ein Mammut Stor, der Physiotherapeut Healthmotion und die Gesundheits- und Sportbetreuung Promass.

Das Kletterzentrum in Kassel ist eine Attraktion.

Daten zum Kletterzentrum Nordhessen

Höhe: 14m

  • Grösse: 920qm
  • Außenwand
  • Höhe: 12m
  • Grösse: 150qm
  • Hersteller: Art Rock
  • Griffe: ca. 8500 Griffe
  • -Art Rock
  • -Bleaustone
  • -Core Climbing
  • -Crux
  • -Holzklettergriffe.de
  • -HRT
  • -Lapis
  • -So Ill Holds

  • Routen: ca.120 – 150
  • Speedwände: 2 × 11 m
  • Schwierigkeit: III – X (UIAA)

[3]


Blick zurück: Vereinsvorsitzender Manfred Hesse (links) und Bücherwart Alois Wagner mit dem Kasseler Hüttenbuch von 1906

Vorstand und Beirat (Stand Juni 2012)

  • Manfred Hesse - Erster Vorsitzender
  • Ulrich Blume - Zweiter Vorsitzender
  • Jörg Utech - Schatzmeister
  • Walburga Engelkamp - Schriftführer
  • Reinhard Weber - Hüttenwart
  • Günter Schaub - Hüttenwart
  • Carsten Benthues - Jugendreferent
  • Holger Winning - Ausbildungsreferent
  • Christina Leitschuh - Internet / Presse / Öffentlichkeitsarbeit
  • Helga Wendt - Redaktion "Alpenverein Aktuell"
  • Heiner Ehls - Naturschutz
  • Karl Iglhaut - Naturschutz
  • Alois Wagner - Bücherei
  • Lothar Mann - Beisitzer mit besonderen Aufgaben nach Außen



Siehe auch

Quellen und Links

  1. [Artikel aus der HNA vom 7. März 2012: Kassel trieb's früh auf die Spitze]
  2. Leitbild des DAV
  3. Homepage des Kletterzentrums Nordhessen