Desenberg

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Der Desenberg bei Warburg

Der Desenberg liegt im Süden des Kreises Höxter in Nordrhein-Westfalen nahe der Grenze zu Nordhessen.

Auf dem Berg steht die Ruine der Burg Desenberg. Am Fusse des Desenbergs liegt Daseburg, heute ein Stadtteil von Warburg.

Geschichte

Mit der Eroberung des Sachsenlandes durch die Franken wandelte sich die Gaueinteilung und -Verfassung. Die freien Männer wählten nicht mehr ihren Führer. Die neuen Comitate wurden nun durch beamtete Grafen verwaltet und zwar im Namen des Königs.

Karl der Große setzte in dem an der mittleren Diemel entstandenen sächischen Hessengau seinen sächsischen Anhänger Asig, auch Esig oder Adalrich genannt, als Grafen ein; seine Familie ist wohl 100 Jahre im Besitz der Grafenwürde geblieben (Bockshammer, a.a.O. S. 24ff). Zeitweise wurde sie durch frankische Konradiner verdrängt; für das Jahr 897 ist Graf Konrad bezeugt.

Herzog Eberrhard von Franken brachte 919 nach dem Tode seines Bruders, des Königs Konrads I., auf dessen Wunsch dem Sachsenherzog Heinrich die Krone. Das hinderte ihn jedoch nicht, dem Sohne Otto I. nach der Thronbesteigung den Kampf anzusagen, in dem er 939 sein Leben verlor. Kaiser Otto übernahm den Hessengau nun als Reichsgut; für die Jahre 942-965 ist darin Graf Elli bekannt. Otto II. gab 980 den Gau an das Kloster Corvey. Von ihm wurde 990 als Graf im Nethe-, Hessen- und Ittergau Dodicho eingesetzt.

Graf Dodicho (auch: Dodiko) verwaltete das Gebiet von der Burg Warburg aus. Sie hieß damals wie die gleichnamige Burg bei Eisenach (Thür.) Wartburg (auch: Wartberg) und lag in dem nach Südwesten vorspringenden Teil der Stadt (Friedhof), die sich noch Jahrhunderte Wartburg nannte.

Nach dem Tode Dodichos (am 22. Mai 1020) fielen die Lehen an das Reich zurück. Kaiser Heinrich II. gab die Grafschaft im nächsten Jahr dem tatkräftigen Bischof Meinwerk von Paderborn, Konrad II. 1024 nach seiner Thronbesteigung, wahrscheinlich als Dank für geleistete Unterstützung bei der Kaiserwahl, an Erzbischof Aribo von Mainz, 1033 jedoch wechselte sie wieder hinüber an Paderborn. Wie weit damals zwischen Mainz und Paderborn ein Abkommen aber die Abgrenzung ihrer Gebiete vorgenommen wurde, ist nicht klar.

Häufig war das Grenzgebiet in den folgenden Jahrhunderten Schauplatz für Kriege zwischen dem Bischof von Paderborn und dem Landgrafen von Hessen. Die ehemalige Wasserburg in Liebenau aber auch große Teile der Stadt Liebenau - in der Nähe des Desenbergs gelegen - wurden zum Beispiel Mitte des 15. Jahrhunderts im Krieg zwischen dem Hochstift Paderborn und Landgraf Ludwig II. zerstört und die Stadt im Friedensschluss von 1467 an Hessen abgetreten.

Sage

Die Sage vom Desenberg findet sich bei Heinrich Rohde, Weserwellen und Diemelgrand - Geschichten und Sagen aus dem Gebiete der oberen Weser, der Diemel und der Esse, 5. Auflage aus Anlaß seines 50. Todestages, herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Micha Röhring, Hofgeismar 1995, S. 54 f.

Weblinks

Blick vom Quast auf Warburg, links der Desenberg