Der verborgene Schatz im Steimkeberg

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Auf diesen Anblick muss sich gefasst machen, wer am Steimkeberg auf Schatzsuche geht. Zeichnung: Mönkemeyer

Wenn im Rathaus in Hardegsen wieder mal die finanziellen Probleme auf der Tagesordnung stehen, sollten die Damen und Herren des Stadtrates mal die alten Sagen und Legenden, die sich um die Eselstadt ranken, unter die Lupe nehmen – vor allem die Geschichte vom Glotzkopf und dem Schatz im Steimkeberg.

Demnach soll nur derjenige den Schatz heben können, dem es gelingt, auf dem Weg zum Berg und beim Ausgraben nicht zu reden und nicht zu lachen. In der Version der Geschichte, die in einem Heimatkalender aus dem Jahr 1935 nachzulesen ist, wollte sich vor vielen, vielen Jahren ein gewisser Brekelbom als Schatzsucher versuchen. Kurz nach dem Abmarsch soll er einem sonderbaren Gespann begegnet sein: einem großen Heuwagen, der von zwei watschelnden Enten gezogen wurde. Das sah lustig aus, aber der alte Brekelbom ließ sich nicht zum Lachen bringen.

Auch die zwölf Zwerge, die etwas später mit ihren kürbisgroßen Köpfen im Gänsemarsch an ihm vorbeimarschierten, schafften das nicht, obwohl sie sich wirklich Mühe gaben: Sie rollten mit den Augen, streckten ihre Zungen heraus und zeigten die wunderlichsten Sprünge. Der alte Brekelbom erwies sich als willensstark und zog, ohne eine Miene zu verziehen, weiter. Ohne weitere Zwischenfälle kam er an der vermeintlichen Fundstelle am Steimkeberg an und begann nach dem Schatz zu graben. Es dauerte nicht lange, bis er auf eine Holzkiste stieß, die offensichtlich mit Gold gefüllt war. Doch die Kiste war zu schwer für ihn. Kurzentschlossen ging er nach Hause und bat zwei Freunde, mit ihm den gemeinsam Schatz zu bergen.

Gesagt, getan. Als die drei am nächsten Tag nach nur wenigen Spatenstichen die Kiste wieder freigelegt hatten, erschien plötzlich ein mächtiger Glatzkopf mit einer langen und roten Nase. Die drei Schatzsucher erschraken, und einer von ihnen vergaß, dass man beim Bergen des Schatzes eigentlich schweigen soll. „Was machst du Rübennase hier bei diesem gold’gen Schatze? Ich spalte gleich den Schädel dir, wenn du nicht weichst, du Fratze!“, rief er.

Das ließ der Kopf sich nicht zweimal sagen. Noch ehe der Schatzsucher mit dem Spaten zuschlagen konnte, verschwand der Kopf – und mit ihm der Schatz, der bis auf den heutigen Tag nie wieder entdeckt wurde.

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