Der Secklenbörger und der Jäger aus Mandelbeck

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Ein Jäger aus Mandelbeck schoss einmal nach eine dreibeinigen Fuchs, der sich bei der Secklenburg umher trieb. Während er hinter dem Fuchs herlief, stürzte er über eine Baumwurzel und befand sich plötzlich in einer unterirdischen Küche, in der ein riesiges Feuer loderte. Ein blutjunges Mädchen lag festgebunden und laut jammernd auf einer Schlachtebank. Der Secklenbörger stand mit seiner Sichel neben ihr und war gerade im Begriff, einen edlen Teil ihres Körpers abzuschneiden und zu braten.

„Verfluchter Kerl“, rief der Jäger und versetzte dem Menschenfresser einen solchen Schlag mit dem Flintenkolben an den Kopf, dass dieser bewustlos zu Boden taumelte. Der Jäger befreite das Mädchen von seinen Fesseln, nahm es auf seine Arme und eilte mit ihr hinfort. Als er wieder an die Oberwelt kam und das Tageslicht erblickte, hielt er plötzlich einen räudigen Fuchs in seinen Armen, von dem ein so bestialischer Gestank ausging, dass der Jäger alle seine Kleider vergraben musste, und niemand mit ihm verkehren wollte.

Der Gestank blieb an ihm haften und kein Mädchen wollte in seine Nähe kommen, geschweige denn ihn heiraten. Als sich aber dennoch eine hochherzige Dame, welche von dem Schicksal des Jägers erfahren hatte, erbarmte und ihn heiratete, hörte von Stund an der Geruch auf und sie führten eine glückliche und lange Ehe.

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