Der Seckelnbörger und der Marker Leichenzug

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Als die Marker noch keinen eigenen Kirchhof hatten, haben sie Ihre Toten immer nach Weissenwasser gebracht um sie auf dem dortigen Friedhof zu begraben. Der Marker Leichenweg ging von Marke über die Seckelnburg, durch die Aschau, an der Westseite des grossen Westerhöfer Teiches entlang, durch die Luhne über Echte zur Weissenwasserkirche in der Nähe Kalefelds.

Einst hatten die Marker wieder einmal einen ihrer Toten auf dem Weissenwasser-Friedhof begraben. Auf dem Rückweg waren sie in Echte beim Krüger eingekehrt und macht sich reichlich verspätet auf den Heimweg. Es war schon dunkel geworden als sie in die Nähe der Seckelnburg kamen. Ihre Pferde fingen plötzlich gewaltig an zu schnauben und waren durch nichts auf der Welt zu bewegen, noch einen Schritt zu tun. Ein Mann mit feurig glühenden Augen und einer blinkenden Sichel in der Hand stand vor ihnen. Der Kutscher hieb mit einer Peitsche auf die Pferde ein, doch sie taten keinen Schritt vorwärts. Er hieb mit der Peitsche auf den vor ihm stehenden Mann ein, doch die Peitschenschnur ging durch den Mann durch und der Kutscher konnte auch keinen Peitschenknall hören. Seinen Männern auf dem Wagen rief er zu: „Bringet meck doch den Keerl von den Peeren weg.“ Sie stiegen ab und wollten den Mann greifen, doch so oft sie auch nach dem Mann griffen, ging der Griff ins Leere. Sie konnten ihn nicht erhaschen. Da plötzlich ging der Mann mit den feurigen Augen und der blinkenden Sichel nach hinten und setzte sich auf den Wagen. Kaum hatte er Platz genommen, sank der Wagen bis zu den Achsen in den vom Regen aufgeweichten Weg ein. Die Pferde waren nicht im Stande, den Wagen auch nur einen Zoll zu bewegen. So waren die Män-ner von der Marke gezwungen, ihre Pferde auszuspannen und zu Fuss nach Hause zu gehen. Den Wagen konn-ten sie dann erst am nächsten Tag abholen. Jetzt liess er sich ganz leicht von der Stelle bewegen.

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