Der Seckelnbörger und das alte Mütterlein

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Einmal ging ein altes Mütterlein aus Elvershausen mit der Kiepe auf dem Rücken nach Westerhof. Dabei musste sie auch über die Secklenburg gehen, einem unheimlichen, finsteren Ort im Westerhöfer Wald, an dem zur Urzeiten mal eine Burg gestanden haben soll.

Plötzlich sah sie einen niedlichen Hasen am Wegrand sitzen, der ein wunderschönes Fell hatte. Genau über den Rücken zog sich eine weisse, bogenförmige Zeichnung durch das braune Fell. Der Hase rührte sich nicht vom Fleck, war sehr zutraulich und ließ sich ganz leicht durch das Mütterlein greifen und in die Kiepe setzen. Glück-lich über diesen Fang setzte das Mütterlein frohgemut seinen Weg fort. Je weiter sie ging, desto schwerer wurde die Kiepe. Als die Kiepe kaum noch zu tragen war, setzte sie sie ab, um an der Auequelle ein wenig zu rasten.

Wer beschreibt ihren Schrecken? Aus dem niedlichen Hasen war ein riesiger, aus Haut und Knochen bestehen-der Kerl geworden, der das Mütterlein mit einer grauenhaften Fratze angrinste und eine blinkende Sichel in sei-ner Hand hielt. Sie wusste sofort, dass sie dem unheimlichen Secklenbörger in die Hände gefallen war. Der Secklenbörger wies mit seiner Sichel in die Richtung, aus der sie gekommen waren und zwang das alte Mütterlein, ihn den ganzen Weg wieder zurückzutragen. Die Frau nahm all ihre Kräfte zusammen, setzte die Kiepe mit seiner schweren Last wieder auf ihren Rücken und schleppte das Gespenst wieder an den Platz zurück, wo sie den niedlichen Hasen aufgelesen hatte.

An dem Platz angekommen, verwandelte sich der riesige Kerl wieder in den Hasen zurück, sprang aus der Kiepe und hoppelte davon. Das alte Mütterlein war froh und glücklich, noch einmal mit dem Leben davon gekommen zu sein. Sein Haar war aben von Stund an schlohweiss geworden.

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