Schöneberg bei Hofgeismar

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Blick auf Hofgeismar - im Hintergrund der Schöneberg
Der Schöneberg im Winter
Der Schöneberg im Frühling
Blick auf Hofgeismar mit Westberg (links) und Schöneberg im Sommer

Im Norden der Stadt Hofgeismar schließen der Westberg, der Heuberg und der 323 m hohe Schöneberg das Hofgeismarer Becken ab.

Der Schöneberg ist ein beliebter Ausflugsort für Wanderer. Er liegt oberhalb des gleichnamigen Dorfs Schöneberg, heute ein Stadtteil von Hofgeismar.

Botanik

Hervorzuheben ist die botanische Reichhaltigkeit des Schönebergs, die auf besonderen geologischen Gegebenheiten beruht. Aufgrund vielfältiger Waldgesellschaften auf engstem Raum und einer reichhaltigen Flora wird der Berg aus botanischer Sicht als sehr wertvoll eingeschätzt.

Burg Schöneberg

Der Schöneberg beheimatete einst die "Burg Schöneberg" (auch: Schoeneberg oder Schonenburg), die hier im Auftrag von Graf Hermann von Winzenburg im Jahre 1151 auf dem noch unbewaldeten Berg errichtet wurde. Als dieser nur kurze Zeit nach der Errichtung der Burg ermordet wurde, war ein Teil Burg der Sitz der Herren von Eberschütz, deren Herrschaft sich zunächst über einen Teil des Diemel- und Essetals erstreckte und die sich später "von Schoeneberg" nannten. Den anderen Teil der Burg und des Territorialbesitzes erbten die verwandten Grafen von Dassel, die im 12. Jahrhundert den bedeutenden staufischen Staatsmann Reinald von Dassel stellten (Kanzler in den Jahren 1159 - 67). Zahlreiche Urkunden u. a. der Herrschaft Plesse in Südniedersachsen zeugen von der Bedeutung der Burg Schöneberg in Nordhessen.

Als erster wurde der Edelherr Berthold von Eberschütz vom Erzstift Mainz mit der Burg belehnt. Zur weltlichen Macht der Mainzer Bischöfe im Bereich von Diemel und oberer Weser gehörte seinerzeit auch die nahe der Stadt Hofgeismar gelegene Schutzburg. An diese Zeit erinnert bis heute das "Mainzer Rad" im Wappen der Stadt Hofgeismar.

Durch Streitigkeiten mit der mainzischen Herrschaft in der Stadt Hofgeismar verloren die Edelherren von Schöneberg allerdings ihren dortigen Besitz und Einfluss und versuchten deshalb ab 1272 durch Rodungen am Ostrand des Reinhardswaldes wieder zu Eigenbesitz und Vogteirechten zu kommen. In dieser Zeit entstanden acht Siedlungen, darunter die nicht mehr existenten Horode und Herboldissen nahe dem heutigen Veckerhagen.

Nachdem im Jahre 1300 die Burg Trendelburg ohne Zustimmung des Paderborner Erzbistums auf dem linken Diemelufer errichtet worden war, suchte Konrad von Schöneberg Rückhalt bei dem damaligen Erzbischof von Mainz, Gerhard II., dem er 1303 seine Burgen öffnete.

Als letzter der Herren von Schoeneberg wird in alten Urkunden der Edelherr Heinrich von Schoeneberg genannt, der 1428 ohne männliche Erben verstarb.

Die Burg Schöneberg kam an Hessen und wurde bis 1538 von den Amtmännern des hessischen Landgrafen bewohnt. An die ehemalige Burg unweit des heutigen Dorfes Schöneberg erinnern heute nur noch wenige Überreste der ehemals umfangreichen Burganlage. Im Jahre 1589 sollen die letzten Steine der Burg bei der Errichtung des Mauerparks am Fuße der Sababurg Verwendung gefunden haben.

Hofgeismarer Stutewecken

Die ehemalige Burg Schöneberg ist auch durch die Stutewecken-Sage bekannt, die in das Jahr 1428 führt.

Die damalige Edelfrau von Schöneberg hatte schon früh ihren Mann verloren und blieb mit ihrem Sohn auf der Burg Schöneberg zurück. Der Lehrer des Sohnes (nach anderer Darstellung: der Hofmeister) warb um die Witwe. Als er zurückgewiesen wurde, entführte er den Jungen. Mit Hilfe der Hofgeismarer Schulkinder fand man die Mütze des toten Jungen im Burgbrunnen und der Täter konnte überführt werden.

Die Mutter, die nun Gewissheit hatte, beschloss aus Dankbarkeit, den Hofgeismarer Schulkindern jedes Jahr einen Stuten (Weißbrot) zu schenken. Diese Tradition wird bis heute von der Stadt Hofgeismar aufrecht erhalten und an jedem Mittwoch vor Ostern wird in der Altstädter Kirche an die Entstehungsgeschichte erinnert, bevor die Kinder ihren „Stutewecken“ erhalten.

Literatur

  • Rudolf Keller, Der Schöneberg, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1962, S. 47 ff.
  • Helmut Burmeister, Die Hofgeismarer Stutewecken, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 1981, S. 120 ff.
  • Region Kassel Land e.V. (Hrsg.), Unterwegs im Reinhardswald - 52 Wege und Ziele, Wolfhagen 2011

siehe auch

Wandern

Weblinks