Der Brandmesser vom Westerhöfer Teich

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Zu der Zeit, als der große Westerhöfer Teich trocken gelegt wurde (zwischen 1837 und 1847) war es in dieser Gegend rund um das zurückweichende Ufer des immer kleiner werdenden Teiches nicht geheuer.

Es war schon dunkel, als eines Abends einige Leute aus dem Dorf das Fallen des Wassers beobachten wollten. Voller Entsetzen sahen sie plötzlich am gegenüberliegenden Ufer des Teiches einen riesigen Mann mit einer glühenden Messlatte hastig entlanglaufen, der die verbliebene Länge des Teiches aufmass. Überall dort, wo seine Messlatte den Boden berührte, stiegen Funken und Flammen empor, um gleich darauf sofort wieder zu verlö-schen. Voller Angst, und aufs höchste durch dieses Gespenst erschreckt, liefen die Beobachter eiligst in ihre Häuser und verbarrikadierten die Türen und Fenster.

Ein junger, überaus mutiger Bursche jedoch, der die Geschichte nicht wahr haben wollte, ging voller Tatendrang hinaus, um der Sache, die er nicht recht glauben wollte, auf den Grund zu gehen.

Nachdem der den Teich umquert hatte und am gegenüberliegenden Ufer angekommen war, sah er schon von weitem den glühenden Messstab, die aufstobenden Funken und das kurze Aufleuchten der Flammen. Voller Mut rannte er am Ufer entlang, um die Erscheinung zu ergründen. Da auf einmal wurde die Messlatte immer länger, zischte auf den Burschen zu und schlug ihn nieder. Getroffen sank der Jüngling, tödlich getroffen, zu Boden. Am nächsten Tag konnten die erschreckten Bewohner Westerhofs nur noch seine verkohlte Leiche bergen.