Denklehrpfade Grebenstein

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Bank am Pfad der Philosophen

Der erste Denklehrpfad in Grebenstein vermittelt beim Aufstieg zur Burgruine auf dem Burgberg zwölf philosophische Zitate aus 2500 Jahre Philosophiegeschichte von Heraklit bis Wittgenstein. Ergänzt wurde er durch den Denklehrpfad II, dem "morgenländische Weg" mit dreizehn Positionen asiatischen Denkens aus drei Jahrtausenden.

Im Jahr 2009 ist bereits der dritte Denklehrpfad hinzugekommen, ein literarischer Parcours von Homer bis Handke mit 13 Sätzen über Mensch und Welt.

Pfad der Philosophen

Im Oktober 2003 wurden auf dem Weg zwischen Burgtor und Burgruine, dem "Pfad der Philosophen" zwölf Granitbänke aufgestellt.

Auf jeder Bank ist ein Zitat eines abendländischen Philosophen zu finden:

  • „Die Sonne ist so breit wie ein menschlicher Fuß." (Heraklit, ca. 500 v. Chr.)
  • „Einem guten Mann kann nichts Schlimmes geschehen." (Sokrates, 469-399 v. Chr.)
  • „Wir wissen nichts. Und nicht einmal dies wissen wir, dass wir nichts wissen." (Metrodor, ca. 400 v. Chr.)
  • „Das Gute ist nicht das Sein. Sondern noch jenseits des Seins überragt es dieses an Würde und Kraft." (Platon 428 - 340 v. Chr.)
  • „Die Zeit ist, was am Früher und Später eines Bewegungsverlaufs gezählt wird." (Aristoteles 384 - 322 v. Chr.)
  • „Zeiten sind drei: gegenwärtiges Gewahrsein des Vergangenen, des Jetzigen, des Künftigen." (Augustinus 354 - 430)
  • „Die Intelligenz ist eine göttliche Kraft, die allen Dingen als Erkenntnisfähigkeit innewohnt." (Bruno 1548 - 1600)
  • „Nur mit solchen Gegenständen darf man sich befassen, bei denen man sieht, dass unser Verstand zu ihrer zuverlässigen und unzweifelhaften Erkenntnis genügt." (Descartes, 1596 - 1677)
  • „Wie das Licht sich selbst und die Finsternis offenkundig macht, so ist die Wahrheit der Maßstab ihrer selbst und des Unwahren." (Spinoza, 1632 - 1677)
  • „Es ist überall nichts in der Welt, was ohne Einschränkung für gut könnte gehalten werden, als allein ein guter Wille." (Kant, 1724 - 1804)
  • „Materie ist nur der erloschene Geist, und umgekehrt ist Geist die Materie, nur im Werden erblickt." (Schelling 1775 - 1854)
  • „Zufall ist Unbestimmtheit, Freiheit. Aber das Wirken der Freiheit mündet in strengste Gesetzesherrschaft." (Peirce, 1839 - 1914)


Weltliteratur in 13 Sätzen

Denklehrpfad III zu Grundfragen menschlichen Denkens wurde eingeweiht

Grebenstein. "Ein Weg ist dort, wo jemand Spuren hinterließ", sagte der römische Mimen-Autor Publilius Syrus bereits im 1. Jh. v. Chr. Die Grebensteiner sind auch einen Weg gegangen. Laut Nik Barlo jr. werden die Spuren noch in tausenden von Jahren zu sehen sein.

Nachdem 2004 der Denklehrpfad I und 2007 der zweite Abschnitt entstanden sind, wurde nun der Denklehrpfad III eingeweiht. Er steht unter dem Motto: Ein literarischer Parcours von Homer bis Handke - 13 Sätze über Mensch und Welt aus dem Kanon des Westens. Die Sätze sind auf Marmorstelen eingraviert. Diese sind im Park an der Esse unterhalb der Bundesstraße 7 aufgestellt.

Broschüre erschienen

Prof. Dr. Anselm Maler von der Universität Kassel kam die Aufgabe zu, die Weltliteratur auf diese 13 Sätze zu verkürzen. Er versuchte, mit seinen Ausführungen den Zuhörern seine Arbeit nahe zu bringen und sie in die hohen Sphären der Literatur mitzunehmen. Verständlicher formuliert und einfacher erklärt sind die Sprüche allerdings in der Broschüre, die der Landkreis Kassel herausgegeben hat.

Der Denklehrpfad ist der erste Eco Pfad im Landkreis Kassel, der sich nicht mit lokaler Geschichte, sondern mit den globalen Grundfragen menschlichen Denkens beschäftigt. Insgesamt gibt es zehn Eco Pfade, vom Sensenstein bis zur Sieburg. Das Ziel sei es, so Landrat Dr. Udo Schlitzberger, diese miteinander zu verknüpfen.

Der Initiator der Denklehrpfade in Grebenstein ist Nik Barlo jr., der Gestalter Rainer Kaczor. Die Kosten von insgesamt 15 000 Euro für den dritten Abschnitt übernimmt die Raiffeisenbank Calden. Für den gesamten Denklehrpfad - vom Fuße des Burgberges hinauf zur Burg, auf der anderen Seite wieder hinunter und den Weg an der Esse entlang - benötigt man laut Broschüre 45 Minuten Gehzeit, die Auseinandersetzung mit den geistesgeschichtlichen Gedanken nicht eingerechnet. (zrk)

aus: HNA-online vom 2.6.09

siehe auch

Burgruine Grebenstein

Weblinks