Dörnberg – evangelische Kirche

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Die Kirche in Dörnberg

Die Gemeinde der evangelischen Kirche in Dörnberg gehört zu den evangelischen Kirchengemeinden im Kirchenkreis Wolfhagen.

Bauwerk

Die Kirche in Dörnberg stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert.

Zunächst wird in geschichtlichen Quellen der Wehrturm der Dörnberger Kirche genannt, in dem sich eine Kapelle befand. Dieser Wehrturm aus romanischer Zeit ist der älteste Teil der Kirche mit ca. 1,60 m starken Mauern und den kleinen Öffnungen in den Stockwerken.

Aus dieser Zeit stammt auch das Langhaus an das um das Jahr 1500 im Osten einen quadratischen Chor angefügt wurde. Letztlich entstand also die heutige Kirche in verschiedenen Bauphasen mit sehenswerten Wandbildern im Chorraum aus dem frühen 16. Jahrhundert.

Geschichte

Bis zur Gründung der Stadt Zierenberg im Jahr 1298 gehörte Dörnberg kirchlich zu Lutwardessen, das zwischen Dörnberg und Zierenberg lag.

Mit Auflösung des heute als Leutzewarden bezeichneten Ortes wurde Dörnberg Pfarrdorf und übernahm die Rechte von Lutwardessen. Hierdurch stieg wohl auch die Bedeutung des Ortes, was sich im Kirchenbau niederschlug und seinen Höhepunkt in den Fresken und Gemälden von 1509 fand.

Bereits ab 1438 war Dörnberg ein eigenes Kirchspiel.

Wandmalerei in der Dörnberger Kirche

Im Jahr 1509 wurde der Chorraum der Dörnberger Kirche mit den beeindruckende Wandmalereien mit Heiligengeschichten und biblischen Szenen, die wegen ihrer lebendigen Form und Gebärdensprache in Nordhessen einmalig sind, eingeweiht, etwa mit der Darstellung des Teufels hinter dem Altar.

Rund hundert Jahre später setzte Landgraf Moritz zwangsweise ein Bilderverbot in allen Kirchen durch. Auch die Dörnberger Malereien wurden für über 300 Jahre übertüncht und wurden erst 1934 wiederentdeckt und inzwischen mehrfach restauriert.

Die inzwischen freigelegten Wandmalereien im Chorraum, die Apostel und Heilige und einen Teufel darstellen, sind kunst- und religionsgeschichtlich bedeutsam. Einige Hinweise sprechen offenbar auch dafür, dass der an der Nordwand dargestellte Reiter der damalige Landeshofmeister Hans von Dörnberg ist, der die Ausmalungen gespendet haben soll.

Eine Seltenheit ist auch das Sterngewölbe des Chors mit 21 Schlusssteinen.

Literatur

  • 500 Jahre Chorraum, Dörnberger Kirchenführer, Evangelische Kirchengemeinde Dörnberg 2009
  • Joh. Beisheim, Arno Wilke, Dörnberger Glaubensbilder, Ev. Landeskirche Kurhessen-Waldeck, Kassel 2000

siehe auch

Weblinks