Dörnberg

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Blick auf Dörnberg

Dörnberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Habichtswald im Landkreis Kassel, südlich des Hohen Dörnbergs gelegen. Dörnberg zählt 2395 Einwohner (Stand: Oktober 2011). Davon sind viele in den 22 Vereinen aktiv.

Geografie

Nördlich des Orts liegt der gleichnamige Dörnberg (auch: Hoher Dörnberg) mit 579 m Höhe, südlich der Essigberg im Naturpark Habichtswald mit 595 m.

Östlich von Dörnberg liegen die Burgruine Igelsburg und zwei Seen: der Silbersee (am Wanderweg D 4) sowie das Höllchen (am Wanderweg D 3).

Durch Dörnberg fließt der Laubach, ein Zufluss der Warme.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Der Ort wird bereits im Jahre 1074 (nach anderer Darstellung in 1081) in einer Schenkungsurkunde des Klosters Hasungen erwähnt. Damals wurde der Habichtswalder Ortsteil Dörnberg noch Thurinkiberge genannt. Der Name aber sollte sich im Laufe der Zeit wandeln, von Duringeberg über Doringeberg bis hin zu Dorinberg und schließlich ab 1392 Dörnberg.

Im elften Jahrhundert standen vermutlich nur wenige Häuser am Nordabhang des Habichtswaldes, da das untere Gebiet wohl versumpft und nicht bewohnbar war, weiß der Heimat- und Geschichtsverein zu berichten. Später wurde dieser Teil trockengelegt und die Erlenbüsche gerodet.

Wandmalerei in der Dörnberger Kirche

Die Kirche in Dörnberg stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert. Zunächst wird der Wehrturm genannt, in dem sich eine Kapelle befand. Daran anschließend entstand im Laufe der Jahrhunderte die heutige Kirche mit sehenswerten Wandbildern im Chorraum aus dem frühen 16. Jahrhundert.

Bis zur Gründung der Stadt Zierenberg im Jahr 1298 gehörte Dörnberg kirchlich zu Lutwardessen, das zwischen Dörnberg und Zierenberg lag. Mit Auflösung des heute als Leutzewarden bezeichneten Ortes wurde Dörnberg Pfarrdorf und übernahm die Rechte von Lutwardessen. Hierdurch stieg wohl auch die Bedeutung des Ortes, was sich im Kirchenbau niederschlug und seinen Höhepunkt in den Fresken und Gemälden von 1509 fand.

In diesem Jahr wurde auch der Chorraum der Dörnberger Kirche mit den beeindruckende Wandmalereien mit Heiligengeschichten und biblischen Szenen, die wegen ihrer lebendigen Form und Gebärdensprache in Nordhessen einmalig sind, eingeweiht.

Das Dorf entwickelte sich seit dem 15. Jahrhundert zu einer bedeutenden und wohlhabenden Gemeinde. Eine Entwicklung, die nur durch die immer wieder aufflammenden Konflikte und Kriege unterbrochen wurde. Mit wachsender Bevölkerungszahl nahm im 18. und 19. Jahrhundert die Bedeutung Dörnbergs stetig zu, wohl auch dank seiner Lage an der Hauptstraße nach Wolfhagen und Arolsen.

Als 1972 das Land Hessen im Rahmen der Gebietsreform Dörnberg und Ehlen der Stadt Zierenberg zuordnen wollte, zeigte sich in der Bevölkerung Widerstand. Proteste und eine Unterschriftenaktion führten zum Umdenken. Vertreter aus Dörnberg und Ehlen einigten sich, gemeinsam als Großgemeinde Habichtswald zu fungieren, die bis heute besteht.

Dörnberg zählte im Oktober 2011 insgesamt 2395 Einwohner. Im Ort befindet sich ein Lebensmittelmarkt, wo man alles Wichtige für den Alltag bekommt, außerdem ein Metzger und ein Bäcker, verschiedene Läden vom Geschenkeshop bis zum Autohaus, Friseure, Tankstelle, Sparkasse und Poststelle. Kindertagesstätte, Grundschule und Bücherei sind ebenfalls vorhanden.

Gefeiert wird in der Mehrzweckhalle, unweit des Bergstadions, das mit seinem modernen Kunstrasen ein Vorzeigeobjekte der Gemeinde Habichtswald ist.

Basaltabbau im Habichtswald

Der Basaltabbau in der Gegend um Dörnberg begann 1880, als der Pflastermeister Franz Bauch einen Bruch am Bühl bei Weimar eröffnete. Später folgten die Brüche "Brandkopf" und "Igelsburg" (heute "Silbersee").

Eco Pfad Kulturgeschichte Habichtswald

Der Eco Pfad Kulturgeschichte Habichtswald verbindet die beiden Orte Dörnberg und Ehlen, die seit 1972 die Gemeinde Habichtswald bilden. Er führt unter anderem auch zur Kirche in Dörnberg, zum Basalt-Abbaugebiet am Silbersee und zum Naturdenkmal "Kaiserbuche", wo einst Kaiser Wilhelm II. mit seiner Familie gerastet haben soll.

Kirche

Die ev. Kirche in Dörnberg

Literatur

  • 500 Jahre Chorraum, Dörnberger Kirchenführer, Evangelische Kirchengemeinde Dörnberg 2009
  • Joh. Beisheim, Arno Wilke, Dörnberger Glaubensbilder, Ev. Landeskirche Kurhessen-Waldeck, Kassel 2000

Persönlichkeiten

siehe auch

Tourismus und Freizeit

Fest der leisen Töne

Jedes Jahr im August kommen Liedermacher, Musiker, Poeten, bildende Künstler und andere, um am Höllchen in Dörnberg das „Fest der leisen Töne“ zu gestalten. Festivalgelände ist die Wiese oberhalb des Sees.

Vereine

Viele Dörnberger sind in den 22 Vereinen am Ort aktiv, unter anderem im Musikverein Dörnberg 1956, im Sportschützenverein Dörnberg, im TSV Dörnberg 1894 und im erfolgreichen FSV Dörnberg 1949/80.

Wandern

Eco Pfad Kulturgeschichte Habichtswald

Habichtswaldsteig

Zum Vergrößern anklicken: Streckenverlauf des Habichtswaldsteiges

Der Habichtswaldsteig ist ein 85 Kilometer langer Wanderweg in Nordhessen. Der Premium-Wanderweg führt vom Edersee vorbei an Naumburg, Wolfhagen, Bad Emstal, Niedenstein und Schauenburg, vorbei am Kasseler Herkules nach Habichtswald und Zierenberg. Er kann aber auch andersherum gelaufen werden.

Auf ihrer Tour werden Wanderer vom scharfen Blick des Habichts begleitet. Der Greifvogel, der in der Region zu Hause ist, ist das Symbol für den neuen Habichtswaldsteig. Passend dazu lautet das Motto: "Auf den Schwingen des Habichts".

Der zweite Charakter des Habichtswaldsteiges ist der Bezug zur Grimmheimat und damit zu Märchen. Um den Berg der Fee läuft der Wanderer bei Breuna, im Land der Riesen befindet er sich bei Wolfhagen und im Tal der Quellen bei Naumburg. Auf der Burgruine der Schauenburg kann der Wanderer von vier überdimensionalen Thronen aus Eichenholz den Blick herrschaftlich über die weite Landschaft schweifen lassen.

Auf vier Etappen lässt sich der Habichtswaldsteig erwandern.

Von Dörnberg bis nach Harleshausen

Ein Wandervorschlag des Rhönklubs Kassel

Wegweiser im Habichtswald
Wandertipp

Die Wanderung beginnt in Habichtswald-Dörnberg. Von der Bushaltestelle wenden wir uns zur Kirche hin. Wir laufen in die Zierenberger Straße und gehen in der Abbiegung geradeaus, um dem ersten Weg rechts Richtung Kressenbom vor dem Wald zu folgen. In der Feldmarkung vor dem Katzenstein führt uns der Weg aufwärts und vereinigt sich mit dem Weg Nr. II, auf dem wir bis zur Wegkreuzung bleiben. Hier gehen wir rechts auf dem Märchenlandweg und F-Weg unterhalb des Hohlesteins entlang, eines alten Ringwalles.

Teilweise am Waldrand Richtung Osten kommen wir bald an die Schleife der B 251, die wir mit Vorsicht queren. Am Gasthaus Ahnetal halten wir uns links der Straße und gehen nach der Kurve auf dem F-Weg, der alten Wolfhager Straße, eine längere Strecke durch den Wald bis zum Mosthof. Hier biegt links ein Zuweg zum Blindenpfad ab, den wir abwärtsgehend benutzen. Wir queren die Rasenallee und kommen in das Quellgebiet des Geilebaches. Unser Weg führt jetzt durch die Hilgenbergstraße bis Falkenstraße. Hier rechts zur Eschebergstraße bis zur Wolfhager Straße. Dort beenden wir unsere Wanderung, können aber noch bei Papen Änne einkehren. Von Harleshausen kommen wir mit dem Buslinien 10 und 24 in die Stadt zurück.

Rhönklub: Andreas Koch, Telefon/Fax 05 61-87 11 80. Wanderungen jeden Dienstag und alle 14 Tage sonntags.

Weblinks



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WappenLkKassel.jpg

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